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kittern

mhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kittern

Bd. 11, Sp. 865
kittern , 11) 1@aa) gleich kichern, kickern, nachgewiesen seit dem 15. jh. (mhd. wb. 1, 822a): cachinnare kittern vel spotten hs. voc. in Breslau; cachinnare kyttern voc. 15. jh. Dief. 86b, auch bei Altenstaig (das.); lautlachen oder kyttern voc. th. 1482 r 8b; will er (der kaiser) denn wainen, so well wir trauren, will er dann saurn, so well wir bittern, will er dann lachen, so well wir kittern. fastn. sp. 298, 9 (Göz auswahl von H. Sachs 3, 165); das ain wird lachen, das ander wird kittern. 328, 13; da fiengen sie an wüste schampere wort zereden ... sie lachten und kitterten durcheinander. Keisersberg sünden des munds 62b; unser kelte (im glauben) ... kumpt daher das wir also liederlich seind, ausbrichlich mit fürwitz, schwätzen, kittern, warnemen fremder gebresten. irrig schaf 19b (ausg. in 4° H 2b kittren); do er im wolt priesterlich eer bewisen, do ward er ernstlich lachen und kittern. do ward im wunderen, daʒ ein sölicher alter priester so lecherlich lacht. S. Brant (?) ... 2, 174b; die (zwei) rissen auf zwei weite maul und lachten wie ein ackergaul. des kund die agerlaster (elster) kittern, spotweis thet ir der heher flittern. H. Sachs 1, 426a (regiment der vögel). 1@bb) auch das herz kittert (wie es lacht), schon beim Wolkensteiner (mhd. wb. 1, 822a): mein herz vor freuden kittert, zittert, hupfet, sprang. meisterges. Berl. hs. fol. 23 no. 222. 1@cc) zuweilen tritt das kittern bestimmter als spöttisches verlachen auf, schon in der angabe des Bresl. voc. v. 1422 'cachinnare, kittirn vel spotten' kann das liegen, auch in Keisersbergs zweiter stelle vorhin. deutlicher: darumb wir ihr schreiben wol belachen mögen und kittern, so sie also gewiss die gesundheit zusagen. Paracelsus 1, 10c (1589 1, 27); ist 'belachen und bekittern' gemeint (vgl. bekichern)? vgl. sp. 326 unter f. 1@dd) wegen der bed. ist noch hervorzuheben, dasz wie es scheint nicht nur das verhaltene hohe lachen (kichern) damit gemeint ist, sondern auch das laute schütternde (kachen, kachern), für welches der schriftsprache jetzt eig. das bezeichnende wort fehlt. für das erste zeugt folg.: es könnens wol (einen furz vertreiben) jungfrawen am besten, wann sie das kittern in sich beiszen und vertrucken und alleweil das nastüchlein fürs maul heben (halten), dasz der geruch (dunst) nit ins hirn steig. Fischart Garg. vorr. s. 14 (Sch. 14). für das zweite wol folg.: da kitteret der (böse) feind und sprach 'ha ha das haus ist gar nahent mein'. heiligenleben Augsb. 1472 120b; auch Brants kittern meint wol nicht kichern. was die wbb. geben, klingt unsicher; furtim cachinnari erklärt Dasypodius heimlich lachen oder kittern, Frisius 167a heimlich lachen und kitteren, aber sustollere cachinnum on alle masz kitteren, cachinnus das kitteren, ein unzüchtig glächter, kichlen oder gachlen das. und Maaler 244a klingt wie das zweite lachen. bei Stieler 961 kittern effuse ridere, cachinno concuti, lachen dasz man kittert, heimlich kittern; er nennt auch kitterer m. cachinno (wie Altenstaig 13a), kitterinn f., kitterlich cachinnans, kitterung cachinnatio. kittern auch bei Steinbach noch, als 'pöbelhaft' bei Frisch 1, 561a. 1@ee) Adelung führt es nicht mehr mit auf, es ist der neueren schriftsprache fremd; doch bei Gotter: (wenn wir) bei der journalisten katzenwuth, nicht ohne schadenfreude, kittern. 1, 418. es ist nämlich thür. noch in voller geltung, ebenso henneb. Reinwald 1, 79, fränk. Schmeller 2, 343, schwäb., elsäss. Schmid 331, vorarlb. Fromm. 3, 299, schweiz. Stalder 2, 104, hier mit subst. kitter n. gekicher (wie kicher n. unter kichern 1 a. e.), kittri m. wer diese art zu lachen an sich hat; auch im rhein. gebiete, so im Siegerlande Schütz 2, 16a, hier als 'ähnlich wie kichern', also doch davon verschieden. 1@ff) in den sog. cimbrischen gemeinden auch kitteln neben kittern, rider trillando Schm. 136a, ganz wie kicheln (schon bei Maaler, s. unter d) neben kichern sp. 660. s. auch kitzern. 22) von ähnlichen tönen bei vögeln, zwitschern u. dgl.: so quamen die swane zu ir .. flitternde met iren flögeln und kitterten met iren stimmen. altd. bl. 1, 133, md. 14. jh.; es kittert und flittert, sich wittert der stiglitz bei tag. J. Hellwig nymphe Noris 1, 21 bei Gödeke eilf bücher d. d. 1, 348b, der dichter ist ein Nürnberger. dasselbe meint wol garrulare kitteren 15. jh. Dief. 258a, wenn es nicht auf menschen übertragen ist (vgl. kaudern); garrire chitteren wie die vögel das. 257c aus einem spätern Frisius (in der alten ausg. chütteren). ebenso altengl. chitre, chitter to chirp, von vögeln Halliwell 247b, schott. chittre und chittle, cheitle, mit r und l wie unter 1, f. 33) verwandtschaft. fraglich ist namentlich, ob kittern 1 und 2 éin wort sind oder nicht. 3@aa) kittern 1 steht in einem netze nahliegender formen mit gleicher bed.; zunächst kitzern (s. d.), dann küttern, kuttern, auch kudern, küdern, ködern (bair.), und wieder auch kutzen, also mit urspr. ablaut i : u, wozu das a in engl. chatter, altengl. chatre gleich kittern 2 sich gesellen könnte. dann aber auch kichern, kickern u. s. w., s. dort. 3@bb) noch wichtiger für die frage nach dem alter des stamms sind formen mit urspr. sk- an stelle des k- (s. sp. 406), und wieder mit demselben ablaut: schotteren cachinnare voc. opt. Lpz. 1501, gemma (Dief. 87a), nrh. in der Cölner gemma (das.) schatteren, nnl. schateren, mnl. scateren hor. belg. 7, 13b, Kil. schetteren, onmanierlick lacchen (e aus a? oder i?). das ist ganz wie bei kichern und kachen cachinnare, und so ist es hier doppelt glaubhaft, dasz da eine wurzel vor alters mittelst auslautwandels sich spaltete (s. sp. 6 und kichern 3, b). wie aber kichern mit keichen verwandt scheint, so steht neben kittern auch ein kitten keichen (s. kittbauchen), vgl. schweiz. kûten keichen 3@cc) kittern 2 seinerseits neigt zu einer andern verwandtschaft. es heiszt schwed. qvittra, schottisch quitter, quhitter, auch mhd. quiteln (Megenberg, ital. squittire), und das ist vermutlich eins mit quittern, quitteln garrire Dief. 257c, ahd. quitilôn, nl. quetteren; diesz aber nähert sich dem alten stamme quid, in dem bei uns früh qu- zu k- ward, s. keden; ahd. chutilôn dicturire Haupt 5, 329b scheint eins mit quitilôn. Wiederum aber stimmt engl. chatter zwitschern und plappern nicht so gut zu quid, als mit ablaut zu kittern 1, engl. chittre. auch die unter a genannten formen gelten zum theil zugleich von vogelstimmen, wie engl. twitter zugleich kichern und 'zwitschern' bezeichnet, nl. schetteren bei Kil. auszer kichern auch plappern und dem zwitschern ähnlichen gesang (aber auch knattern, prasseln). 3@dd) auch in kittern 1 könnte noch ein andrer begriff versteckt sein, nach Stielers 'lachen dasz man kittert', vgl. nl. hy lachte dat hy schetterde, schaterde Halma 687b. jedenfalls liegt hier wieder ein verwachsen mehrerer stämme vor, diese not der etymologie.
6941 Zeichen · 183 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kitternswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    kittern swv. BMZ kichern, cachinnare Dfg. 86 b , Voc. Schr. 326. Wolk. wolnt ir nit lachen, kittern Altsw. 249,8. vgl. k…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kittern

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kittern , 1 1) 1@a a) gleich kichern, kickern, nachgewiesen seit dem 15. jh. ( mhd. wb. 1, 822 a ): cachinnare kittern v…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    kittern

    Goethe-Wörterbuch

    kittern kichern, scherzen T1,18,27 v 7.8.76 Syn kichern Elke Dreisbach E.D.

  4. modern
    Dialekt
    kitternschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    kittern schw. : = kichern , kittere (kidərə) [verbr. mittl. u. südl. VPf]; vgl. K. 232; kidre [ Buffington Penns Var. 24…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kittern

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Zerlegung von kittern 2 Komponenten

kitt+ern

kittern setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von kittern (2 von 2)

bekittern

RhWB

be-kittern: sich b., kittern Altk-NFischb , Siegld-Siegen Unglinghsn .

verkittern

DWB

verkittern , verb. verspotten ( zu kittern theil 5, 866): die Athener hatten ein fest Kythroi, da sie einander musten närrisch gnug verkitte…