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Kautschuk

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Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Kautschuk

Bd. 3, Sp. 571
Kautschuk, Caoutchouc, Federharz. (gummi elasticum) ist der an der Luft geronnene Milchsaft verschiedener Gewächse, kommt größtentheils aus Amerika zu uns, und wird meist von Siphonia elastica, dem Federharzbaume, einheimisch in den Wäldern von Guiana und zur Familie der Euphorbiaceen gehörig, gewonnen, ein Harz, ausgezeichnet durch Elasticität u. Unauflöslichkeit im Weingeist, findet sich auch in mehren Säften der Urticeae, Artocarpeae, Asclepiadeae und Lobeliaceae. Das meiste K. erhalten wir in Form von Flaschen oder Halbstiefeln; eine geringere wohlfeilere Sorte aber auch als Gummispeck in dicken schwarzen Tafeln, welche einen fauligen Geruch haben. Die schwarze Farbe des K. rührt meist vom Trocknen im Rauche her. Das K. schmilzt bei 100°R., behält aber nach dem Erkalten eine theerartige Consistenz. Eigentliche Auflösungsmittel des K. gibt es nicht; was gewöhnlich K.-Auflösung genannt wird, ist eigentlich nur eine seine Vertheilung des K. in Flüssigkeiten, wie Aether. ätherische Oele u.s.w. Das K. schwillt darin außerordentlich auf, wird gallertartig u. zergeht zuletzt darin zu einer scheinbaren Auflösung, welche aber bei Verdunstung der Flüssigkeit das K. mit allen seinen früheren Eigenschaften wieder zurückläßt. Am leichtesten u. schnellsten gelingt dieses in den sog. empyreumatischen Oelen. wie Steinöl, Tannenzapfenöl, Terpentinöl u.a.m. Zur Auflösung des K. zu technischen Zwecken müssen die dazu zu verwendenden ätherischen Oele durch Destillation mit Wasser erst rectificirt sein, weil die Präparate sonst nach einiger Zeit klebrig, endlich spröde und brüchig werden. Terpentinöl, Kienöl, Steinkohlentheeröl, in neuerer Zeit auch das K. öl selbst sind die zu solchem Behufe am vortheilhaftesten zu verwendenden Auflösungsmittel. Bekanntlich wird die auf diese Weise erhaltene K. masse zum Wasserdichtmachen von Zeugen, zur Verfertigung von allerhand, namentlich chirurgischen Instrumenten, zu K.-Ballons, Platten. Röhren, u. zur Bereitung von Firniß und K. öl verwendet. In England werden neuerdings K. pflaster in Pferde- und Rindviehstallungen sehr empfohlen, wozu Platten von 1/2'' Stärke verwendet und die Fugen dazwischen mit flüssiger K. masse vergossen werden. K. zu schneiden gelingt mit einem naßgemachten Messer ganz leicht. ohne diesen Kunstgriff aber nur schwer.
2318 Zeichen · 43 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kautschukm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    kautschuk , m. gummi elasticum, franz. caoutchouc.

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kautschuk

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Kautschuk , Caoutchouc, Federharz. (gummi elasticum) ist der an der Luft geronnene Milchsaft verschiedener Gewächse, kom…

  3. modern
    Dialekt
    Kautschukm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Kautschuk m. : wie schd., Kautschuk (ˈkaudšug) [verbr.]; en Verband aus K. um die Wund mache [ BZ-Dernb ]. Südhess. III …

  4. Spezial
    Kautschuk

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kau|tschuk m. (-s,-e) cauciuch m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kautschuk

6 Bildungen · 6 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von kautschuk 2 Komponenten

kaut+schuk

kautschuk setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kautschuk‑ als Erstglied (6 von 6)

Kautschukfirnis

Meyers

kautschuk·firnis

Kautschukfirnis , Lösung von Kautschuk, die wie Firnis benutzt wird. Läßt man Kautschuk in gut gereinigtem Schwefelkohlenstoff quellen, vers…

Kautschukgewebe

Meyers

kautschuk·gewebe

Kautschukgewebe ( Elastiks ), baumwollene, wollene oder seidene Gewebe, bei denen nach je 4–6 und mehr Kettenfäden ein Kautschukfäden eingew…

Kautschukmagen

ElsWB

kautschuk·magen

Kautschu k mage n , Lastikm . m. Magen aus dehnbarem Gummi (scherzh. von einem Vielfrass gesagt) Ruf. Su.

Kautschukopf

ElsWB

kautschu·kopf

Kautschukopf [Kaitỳkhòpf Steinb. ] m. Schimpfname für die Arbeiter der Kautschukfabrik.

Kautschukparagraphen

Meyers

Kautschukparagraphen nennt man gesetzliche Bestimmungen, deren Bedeutung infolge ihrer allgemeinen oder unbestimmten Fassung überaus dehnbar…

Kautschukpflaster

Meyers

kautschuk·pflaster

Kautschukpflaster ( Collemplastrum adhaesivum extensum, C. americanum elasticum ), ein Verbandstoff, zu dessen Herstellung Kautschuk durch g…