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Kauken

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MeckWB
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3 in 2 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Kauken m.

Bd. 4, Sp. 198
Wossidia Kauken -o-, ä. Spr. Koke, Pl. Kaukens, -o- m. Kuchen; die Verteilung von -au- und -o- ist auf der Sprachkarte Bd. 1, VII dargestellt; jede Art von Feingebäck: placenta 'ein Koke edder Flade' Chytr. 440; Kauken, -o- Mi 40a; 45a; in den zahlreichen Zss. nennt das Bestimmungswort die wichtigste, kennzeichnende Zutat, z. B. in Anis-, Appel-, Botter-, Eier-, Honnig-, Kirsch-, Krinten-, Mähl-, Päper-, Plummen-, Sirups-, Smolt-, Solt-, Zuckerkauken; das Treibmittel in Gest-, Pulverkauken; das Gerät, mit oder in dem der Kuchen gebacken wird, in Bom-, Fatt-, Iser-, Kasten-, Kätel-, Pann-, Platen-, Pott-, Schöttelkauken; die Gelegenheit, für die er bestimmt ist, in Aust-, Austkösten-, Brakel-, Brut-, Pingst-, Wihnachterkauken; mannigfache Besonderheiten in Dick-, Filz-, Gassel-, Kliester-, Klopp-, Knasper-, Kräumel-, Mark-, Pelz-, Pracher-, Röst-, Säut-, Schört-, Waffel-, Wihel-, Wormkauken; übertr. sind Snüwwel-, Sülwer-, Sünnenkauken; auf dem Lande nannte man bis in die neueste Zeit, abgesehen von Kleingebäck wie etwa weihnachtlichen Päpernœt, alle Kuchenware meist Stuten; zu andern Zeiten als an besonderen Fest- und Feiertagen sowie während der Kornernte war Kuchen überhaupt eine Seltenheit; Platenkauken gab es nur zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten, Smoltkauken zu Silvester. Am Anfang des 19. Jahrh.s bemerkt Nolde über Ro: 'von Kuchen weiß man bey uns nicht viel; die gewöhnlichen Sorten sind auch nur schlecht, die feineren werden nicht sehr gesucht, und unsere Kuchenbäcker und Konditor dürfen sich daher nur auf eine sehr geringe Verschiedenheit einschränken. Die wenigsten Hausfrauen geben sich mit dem Kuchenbacken ab; dieß kommt den Kuchenbäckern noch einigermaßen zu Statten, denn sonst würden sie kaum von dem hiesigen Absatz leben können' 1, 154. Besondere Bewandtnis hatte es mit den Swaanschen Koken, die weit bis ins 19. Jahrh. hinein nach altem Recht von ihren Herstellern, Bürgern von GüGüstrow@SchwaanSchwaan, am Gründonnerstagvormittag auf dem Rostocker Neuen Markte verkauft werden durften: 'alle Jahre des Mittwochen Nachmittages vor den Gründonnerstag etwa 4 Uhr kommen die Schwanischen mit vierzehn fünfzehn und oft mehreren Wagen, welche mit ihren so genannten Schwanschen Kuchen beladen sind, vorm Steinthor an'; um 6 Uhr fahren alle in die Stadt in ihre Herbergen; bei Anbruch des nächsten Tages bringen sie ihre Kuchen auf den Neuen Markt und halten sie dort bis Schlag 12 Uhr mittags feil; 'das Brodt ... hat die Figur eines runden dünnen Kuchens, dessen Größe nach dem Preiß bestimmet ist, und wird das Stück für sechs, vier, zwey und einen Schilling, auch zum Witten verkauft. Sie sind von Weitzenmehl gebacken, eines bittern nicht gar zu angenehmen Geschmacks, und besonders die größern mit kleinen Kringeln und andern Zierrathen beleget, welche die Leute aus Neubegierde in großer Menge kaufen, und sich bisweilen ein Geschenk damit machen'; das Vorrecht der schwaanschen Bürger soll bis in das 15. Jahrh. zurückgehen und seinen Ursprung darin haben, daß die Schwaaner den Rostockern bei einer Hungersnot mit ihrem Brote aushalfen Rost. Nachr. 1752, S. 53 f.; vgl. ferner Babst 2, 60 ff. (De Schwahnsche Koken) und Beitr. Rost. 4, 4, 74 f.; über eine alte hölzerne Kuchenform aus katholischer Zeit, die Dreieinigkeit darstellend, die man 1846 in GüGüstrow@BützowBütz ausgegraben hat, s. Jb. 11, 401. Weiterer sprachlicher Niederschlag: dei is klauk, dei ett Brot taun Kauken ironisch vom Altklugen WaWaren@RöbelRöb; dei backt mi doch 'n Kauken sagt der Ehemann von seiner Frau in der Erwartung, daß sie ihn überlisten wird RoRostock@GresenhorstGres; ick warr di 'n Kook'n inrühr'n (Drohung) C. Reinh. Holtrev. 49; vom Kind, das die Wiege beschmutzt hat: hett wedder Kauken backt un mit dei Hacken knäd't SchwSchwerin@PinnowPinn; ähnl. kennst ok wider nicks as Kauken backen twischen Hemd un Hacken! Wo. V. 3, 214; Scherzfrage: wat magst leewer, 'n sünngebrad'ten Koken (Kuhfladen) oder 'n Düwel unner de Oken (geräucherten Schinken)? StaStargard@Klein DaberkowKDab; im Kinderreim: Backe, backe Kauken, Dei Bäcker dei hett raupen, Wecker da will Kauken maken, Dei möt hebben sœben Saken Wo. V. 3, 290; mit kindersprachlicher Form: Backe, backe Käuke, Hännes sünd so säute, Beid' Hännes sünd so small, As 'n Kauken wäsen sall 288; im Dim.: Backa, backa Köking, Binnenin is söting, Butenut is small, As 'n Koken wäsen sall Fromm. Mdaa. 5, 282b; Dim. auch im Übernamen des Konditors Ahrens in RoRostock@RibnitzRibn Käuking-Ohrens; die bei Bri. in Satzform gegebene ironische Verneinung denn kœnen se sick Koken backen laten (dann haben sie nichts erreicht) 2, 129 erscheint meist verkürzt wie hd. 'Kuchen' als Kauken, -o- im Sinne von 'damit ist es nichts', oft auch in hd. Form; so stets bei Reut.: Je Kuchen! 1, 21; ..., seggt Herr Meier 129; je, Koken! seggt Herr Meyer Hey. Punsch. 65; Ja, Kuchen! seggt uns' Vahre Dreist Neb. Schn. 66; jo Kauken! Derb. 1, 139; haha! Kuchen Camm. Vadd. 132; dunn säd' dat Sprüttenhus 'Kauken' un was väl tau lütt K. Neum. 64; Kuchen, segg ick! Zier. Kiesb. 31; übertr. 'Koken' buhnenähnliche Küstenschutzanlagen (Ro 1579) Jb. 92, 167; Metall in Kuchenform: 'Slverne Koken, Gldene Keden' (als Kriegsbeute) Gry. Lb. 1, Cc 3a; Mutterkuchen als Teil der Nachgeburt: wenn ne Kauh kalwt hett un dei Hexen krigen den 'Kauken', dei in den Haben ... is, denn kœnen sei dei Kauh dörch dei Wand melken Wo. Sag. 2, 318; Rausch: 'n (schönen) Kauken hebben, krigen allgem. — Mnd. kôke. — Br. Wb. 2, 837; Dä. 248a; Kü. 2, 199; Me. 3, 248; Schu. 14.
5432 Zeichen · 84 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. modern
    Dialekt
    Kaukenm.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Kauken -o-, ä. Spr. Koke, Pl. Kaukens, -o- m. Kuchen; die Verteilung von -au- und -o- ist auf der Sprachkarte Bd. 1, VII…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kauken

19 Bildungen · 12 Erstglied · 5 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von kauken 2 Komponenten

kau+ken

kauken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kauken‑ als Erstglied (12 von 12)

Kaukenbäcker

MeckWB

kauken·baecker

Kaukenbäcker m. Kuchenbäcker, Konditor: 'bona Hermanni kokenbecker' (Ro um 1273) Beitr. Rost. 2, 4, 48; 'puer Hermannus kokenbacker' ebda; '…

Kaukenbaud'

MeckWB

Kaukenbaud' f. Kuchenbude; von einem schlecht geladenen Fuder: dor hest wedder ne richtige Kaukenbaud' farig maakt Ro Bentw ; übertr. Regens…

Kaukenbricken

MeckWB

Kaukenbricken m. Kuchenbrett N. Strel. Anz. 1822, S. 88 a .

Kaukenfräter

MeckWB

Kaukenfräter m. Kuchenfresser; im Spottreim auf den Anpetzer: Kokenfräter, Botterlicker Sta Mir .

Kaukengrus

MeckWB

kauken·grus

Kaukengrus n. zerkrümelter Kuchen: för 'n Witten Kaukengrus kauften sich einst die Kinder beim Konditor in Ro Warn .

Kaukennahdräger

MeckWB

kauken·nahdraeger

Kaukennahdräger m. 'Kuchennachträger', das uneheliche Kind eines bei der Ernte beschäftigten Mädchens Wa Zidd .

Kaukenwark

MeckWB

kauken·wark

Kaukenwark n. Kuchenwerk, -ware: Ehn beeten Kokenwark stund hier un daar woll watt Babst Fest 8.

kaukenwarm

MeckWB

kauken·warm

kaukenwarm warm wie frischgebackener Kuchen Ro Tess ; funkelnagelneu: as wenn sei sick äben dei Pelzen kaukenwarm ut Kürschner Plassen sinen…

kauken als Zweitglied (5 von 5)

Beistkauken

MeckWBN

beist·kauken

Wossidia Beistkauken m. Gericht, ähnlich wie Beistbotter und Beistklump zubereitet Wi Wismar@Poel Poel .

Streußelkauken

MeckWBN

Wossidia Streußelkauken m. Streuselkuchen, mit Streuseln aus Butter, Zucker und Mehl bedeckter flacher Kuchen aus Hefeteig Wi @ Poel; Wa.

Ableitungen von kauken (2 von 2)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kauken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kauken/meckwb
MLA
Cotta, Marcel. „kauken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kauken/meckwb. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kauken". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kauken/meckwb.
BibTeX
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