känel,
m. canal, röhre, rinne, auch kännel, kenel, kennel
und kannel,
dann kandel, kändel, kendel,
ferner känner, kenner, kaner,
und kengel,
alles formen in denen man dem früh eingeführten fremdworte deutschen leib gab. ahd. chánali, chánnali (
noch nah an lat. canalis),
mhd. kanel
und kenel,
auch schon kener.
Nhd. 11) känel,
m. canalis Maaler 239
c, hölziner känel dardurch das wasser flüszt,
stylobata, känel und düchel darinn man wasser krumm härumb leitet,
euripi; ähnlich Dasypod.,
auch wstkänel
cloaca. (
dieser fisch) hat zwischen dem kopf und anfang der obern floszfeckten (
s. 3, 1229
und floszfittich) des rückens ein känel oder höle. Forer 41
b; weil auch in diesem bad (
S. Verena bad in Baden im Aargau) das wasser nit oben herab durch die kenel fallet, sonder von unden auf quillet. Pantaleon
Baden 74,
wo von diesen keneln
oft die rede ist. kenel,
canalis, tachkenel
imbrex Tobler 100
a aus einem hs. vocab. des 15.
jh., känel
ist noch schweiz. 22)
mrhein. kennel
rinne, bes. dachrinne Kehrein 220: kännel, trauf und lichtrecht.
Frankf. ref. VIII, 3 § 2. 7 § 9. 12,
also kännelrecht,
recht die dachtraufe betreffend; s. vorhin tachkenel
und kanal
gleich dachrinne, auch die gemma gemm. erklärt imbrex mit canal. Alberus '
tubus, rhür, odder kennel;
stylobatae hölzern kennel;
canaliculatus, wie ein kennel gemacht'.
auch bair. kännel (
und kanen,
als ob jenes demin. wäre) Schm. 2, 303.
auch engl. kennel (
mehr franz. channel).
ohne umlaut kannel
canalis Dasyp. 23
d, 15.
jh. kanel Dief. 94
a: und sal Henne Luftenbrij .. den obirsten kannel (
dachrinne) an dem vorgen. huse uʒleiden und in buwe halden.
Frankf. archiv, währschaft v. 1397.
so noch tirol. (
auch kändl, kaner) Schöpf 301. 33)
mit d
zwischen n
und l (
aus känl) kendel
cannale, fistula. voc. ex quo Dief. 237
a,
noch bair.: kändl oder bretterrinne, in welcher das lab von der salzpfanne auf die labstube abrinnt. Lori
bei Schm. 2, 303; kendlrisen, erdrisen,
rinnen, gräben im bair. gebirge, in denen das holz zu thal geschafft wird. das.; rheinisch kendel,
s. u.kändeln;
daraus dann kengel,
s. d. wieder auch ohne umlaut kandel Dief. 94
a,
so noch schwäb., rhein., s. kandelunrat. 44)
mit -er
für -el (
wie hess. kesser
für kessel,
s. auch körpel, kerker
und gramm. 2, 119): ain kaner,
canale. voc. ex quo, Dief. 94
a,
so noch tirol.; kener
schon bei Nicolaus
von Straszburg: der bîhter (
beichtvater) ist ein kener (
hs. kainer) durch den daʒ sacrament fliuʒet ûf üns ... reht als ob ein brunne wære von dem drîe kener giengen, und kæmen wir dar mit unsern vaʒʒen und wolten waʒʒer schöpfen. entriuwen! kunde ich mîn vaʒ wol eben enmitten under den kener gesetzen, eʒ wirt vol in eime ougenblicke.
myst. 1, 284.
in Oberschwaben känner, kähner,
aber auch kähnel,
m. dachrinne. Schmid 304: ein gemeine tachrinn oder kener.
würt. bauordn. 1654 38.
in der nordöstl. Schweiz käner Stalder 2, 84. chenner,
rinne, offner kanal Tobler 100
a,
bei den bergleuten (
gebirgsbewohnern)
ein rinnsal das bei guter witterung trocken ist. 55)
nrh. ward aus kanele, kanle 'kalle'
dachtraufe, s. d.