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Jupĭter

mhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Jupĭter

Bd. 10, Sp. 379
Jupĭter (Juppiter), der höchste Himmelsgott der italischen Völker, dem griechischen Zeus (s. d.) im Wesen wie auch im Namen verwandt; denn J. ist zusammengezogen aus Iovis (ältere Form Diovis) pater, Zeus entstanden aus Djeus (ind. djaus, »der lichte Himmel«). Nur andre Form von J. ist Diespiter. Als der italische Gott dem griechischen angeglichen wurde, machte man ihn zum Sohn des Saturnus und der Ops, die man Uranos und Rhea gleichstellte. Von J. kommen alle Himmelserscheinungen. Als Lucetius (von lux, »Licht«) ist er Lichtbringer; geheiligt sind ihm die Idus (13. oder 15.) sämtlicher Monate als Vollmondstage, an denen ihm sein Priester, der Flamen dialis, ein weißes Lamm (ovis idulis) opferte. Wie er heitern Himmel gewährt, so führt er auch alle Wetter herauf: als J. Fulgur (später Fulgurator und Fulminator, »Blitzer«, und Tonans, »Donnerer«) bringt er Gewitter, als Pluvius den befruchtenden Regen. Bei großer Dürre veranstaltete man ihm als Elicius in Rom ein Betfest, AquaeliciumRegenbeschwörung«) genannt, bei dem die Pontifices den sogen. Lapis manalis (»Regenstein«) in die Stadt zogen, während die Matronen mit bloßen Füßen und die Behörden ohne Amtsabzeichen folgten. Überhaupt ist er Spender alles Natursegens, dem insbes. die beiden Feste der Vinalien (s. d.) galten, wie ihm auch bei Beginn der Weinlese der Flamen dialis ein Lamm opferte. Allgemein wurde ferner J. als Entscheider der Schlachten und Siegverleiher (Victor) verehrt, vornehmlich in Rom, wo ihm als Stator (der die Flucht hemmt) und Feretrius (dem die von einem römischen Feldherrn einem feindlichen Feldherrn abgenommene Rüstung dargebracht wird, s. Spolien) schon Romulus Heiligtümer gestiftet haben sollte. Auch Wächter über Recht und Wahrheit ist J. und daher ältester und vornehmster Schwurgott, der vornehmlich bei feierlichen Friedensschlüssen von den Fetialen (s. d.) als Zeuge angerufen wurde. Wie das Völkerrecht, so steht das Gastrecht unter seinem besondern Schutz. Auch offenbart er den Menschen durch dem Kundigen verständliche Zeichen (s. Auspizien) die Zukunft und seine Billigung oder Mißbilligung eines beabsichtigten Unternehmens. Von alters her verehrten ihn die lateinischen Völker unter dem Namen J. Latiaris auf dem Albanergebirge als Stammgott und nach Stiftung des Latinischen Bundes als Bundesgott durch ein gemeinsames Opferfest (feriae Latinae), das auch nach Auflösung des Bundes unter der Leitung der römischen Konsuln fortbestand. In Rom war seine Hauptkultstätte die Südspitze des Kapitols, wo er als ideales Staatsoberhaupt, als Mehrer und Erhalter römischer Macht und Ehre, als J. Optimus Maximusder Beste und Größte«) verehrt wurde. Hier thronte sein tönernes Bild mit dem Blitz in der Rechten im Mittelschiff des von Tarquinius Superbus, dem letzten König, begonnenen und im dritten Jahre der Republik eingeweihten Tempels (s. Kapitol). Hier brachten ihm die Konsuln beim Amtsantritt Opfer und beim Auszug in den Krieg feierliche Gelübde dar; hierher ging der Triumph des im Festschmuck des Gottes daherfahrenden siegreichen Feldherrn, der vor dem aus weißen Stieren bestehenden Dankopfer zum Bilde des J. betete und ihm den Siegeslorbeer in den Schoß legte. Wie in Rom das Kapitol den sakralen Mittelpunkt bildete, so auch die in den römischen Kolonien eingerichteten Kapitole (vgl. Kuhfeldt, De Capitoliis imperii Romani, Berl. 1883). Dem höchsten Staatsgott wurden natürlich auch die stattlichsten Feste gefeiert, vornehmlich die römischen, die großen und die plebejischen Spiele (s. Ludi). Auch die Kaiserzeit erkannte in dem kapitolinischen J. den höchsten Repräsentanten der Majestät des römischen Reiches, und sein Dienst breitete sich allmählich über das ganze Reich aus. Vielfach verschmolz J. mit den höchsten Gottheiten der Provinzen, so mit dem Sonnengott von Heliopolis und Doliche in Syrien zu dem im 2. und 3. Jahrh. n. Chr. weit und breit verehrten J. Heliopolitanus und Dolichenus (s. d.), auch mit keltischen und germanischen Gottheiten, namentlich den auf den Alpenhöhen als Beschützer der Wanderer verehrten, wie J. Optimus Maximus Poeninus auf dem Großen St. Bernhard. Über die bildlichen Darstellungen s. Zeus. Vgl. Austin Roschers »Lexikon der Mythologie«, Bd. 2, Sp. 618 ff.
4255 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    Jûpitërn. pr.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

    Jûpitër n. pr. Parz. 748 — 50. 763. 768. 810. 813. 815. 889. Jûpiter und Jûnô im brûtstuole Er. 7661. — der planet. Parz…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Jūpiter

    Adelung (1793–1801)

    Jūpiter , in der Götterlehre der Griechen und Römer, der Nahme des vornehmsten und obersten Gottes, welcher einen helfen…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Jupiter

    Goethe-Wörterbuch

    Jupiter Akk mehrf u Dat einmal ( 15 1 ,135 ) ‘J-n’, gelegentlich (aus stilistischen od metrischen Gründen sowie in lat W…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Jupiter

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Jupiter , bei den Griechen Zeus, der König der Götter, der Sohn des Kronos oder Saturn und der Rhea, entthronte seinen V…

  5. modern
    Dialekt
    Jupiterm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Jupiter m. : 1. 'der Planet J.', Jupiteʳ (ˈjubidəʳ) [vereinzelt]. RA.: Er steht do wie de J. im Kolenner (Kalender), von…

  6. Sprichwörter
    Jupiter

    Wander (Sprichwörter)

    Jupiter 1. Jupiter hat keine Kinder! ( Altröm. ) Verwundernder Ausruf, um ironisch das Gegentheil zu sagen, wie: Der Wal…

  7. Spezial
    Jupiter

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ju|pi|ter nom. propr. m. ‹astr, mitol› Iupiter m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit jupiter

10 Bildungen · 10 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von jupiter 2 Komponenten

jup+iter

jupiter setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

jupiter‑ als Erstglied (10 von 10)

Jupiterbüste

GWB

jupiter·bueste

Jupiterbüste [ aus Rom ] In meiner Stube hab ich schon die schönste Jupiter Büste 1) B8,135,14 Herder 13.1.87 J. .. nicht groß und von rothe…

Jūpiters-Bārt

Adelung

jupiter·s·bart

Der Jūpiters-Bārt , des -es, plur. inus. eine Art der Wollblume, welche in Italien, Spanien und dem Morgenlande wächset, schöne silberweiße …

Jupiters-Blume

Adelung

jupiter·s·blume

Die Jupiters-Blume , plur. die -n, eine Art des Radens, welche in der Schweiz einheimisch ist; Agrostema Flos Jovis L.

Jupiter(s)kopf

GWB

jupiter·s·kopf

Jupiter(s)kopf einmal metonym für eine Medaille mit entspr Abbildung [ aus Rom ] Wir haben einen Colossalen Jupiter Kopf gekauft B8,101,1 Ch…

Jupitertempel

GWB

jupiter·tempel

Jupitertempel als Motiv eines Gemäldes 49 1 ,387,2 Üb:Klenze,Jupitertempel Girgent Rüdiger Welter R.W.

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Cotta, M. (2026). „jupiter". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/jupiter/meyers
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Cotta, Marcel. „jupiter". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/jupiter/meyers. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „jupiter". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/jupiter/meyers.
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