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juda

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Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Juda

Bd. 3, Sp. 502
Juda, das Reich, nach dem Abfall der 10 Stämme aus den Stämmen Juda und Benjamin bestehend, behielt Jerusalem als Hauptstadt und damit das hebräische Nationalheiligthum, den Tempel, sank keineswegs so tief und dauernd wie Israel und überlebte dieses Reich um 134 Jahre. Unter den 20 Königen von J., die aus dem Hause Davids waren, trug Salomons schlechtes Beispiel schon beim ersten, Rehabeam oder Roboam, seine Früchte und der mit Israel verbündete Aegypter Sisak plünderte Jerusalem und Salomons Schätze, aber Roboam nahm doch wenigstens die aus Israel vertriebenen Leviten auf und förderte den Götzendienst nicht. Sein Sohn Abia (964—961 v. Chr.) war zwar der Götzendienerei nicht abhold, kriegte aber dennoch glücklich gegen Israel und unter dem frommen Asa (961—920) konnte sich J. erholen, nachdem dieser die Uebermacht der Aethiopier glänzend zurückgeschlagen und von dem innerlich zerrütteten Israel wenig zu fürchten hatte. Auch Josaphat (920—895) war ein trefflicher Herrscher und verband sich sogar mit Israel gegen die Syrer und Moabiter, jedoch nicht zu seinem Vortheil. Dagegen war Joram (895—887), der eine Tochter des Achab geheirathet hatte, entschieden ein Volksverderber und setzte den Götzendienst in ganz J. durch. Dafür machten sich die Edomiter unabhängig, die Philister und Araber plünderten allenthalben und schleppten aus Jerusalem nicht nur schwere Schätze, sondern auch die Weiber und Kinder des Königs fort. Nur Ahasja blieb zurück und regierte 887—886, wetteiferte mit Joram von Israel an Schlechtigkeit und fiel mit diesem durch Jehu. Nun herrschte Athalja (s. d. Art.), fiel durch eine Priesterverschwörung und Joas (870—840) wurde König. Dieser regierte längere Zeit erträglich, führte jedoch später den Götzendienst ein, brachte Unglück genug über das Land und wurde zuletzt ermordet; ganz ähnlich regierte und endete sein Sohn Amazja (840—811). Unter dem weisen Usia (811—759) dagegen und bis gegen das Ende der Regierung Jothams (759—743) war J. dem Gotte seiner Väter getreu und deßhalb auch glücklich. Achas (743—727) unterbrach dieses Glück, denn er war götzendienerisch, verbündete sich mit Assyrien und hielt sich die Bundesgenossen alsdann nur mit den schwersten Opfern vom Halse ab; unter Ezechias (s. d.), der von 728—698 regierte, rettete Gott allein durch Wunder J. u. Jerusalem vor den Assyrern. Im 6. Jahre des Ezechias war Israel untergegangen, Ezechias Sohn Manasse (698—643) lernte aus diesem göttlichen Strafgerichte nichts, baute vielmehr im Tempel von Jerusalem Götzenaltäre, opferte seinen eigenen Sohn dem Moloch und vergoß viel unschuldiges Blut. Erst als er selber in die Hände der Assyrer gerieth und die Ebenen Mesopotamiens mit Ketten belastet durchwanderte, da kam er ernstlich auf andere Gesinnungen und später auch wieder zu seinem Reiche. Von Manasse's Zeit an ging es mit der Selbständigkeit des Reiches J. jedoch abwärts; zwar ward sein götzendienerischer Sohn Amon schon 641 erschlagen und Josia (641—609) hörte auf den Propheten Jeremias, allein er fiel 609 bei Megiddo gegen den Pharao Necho und dieser setzte Josia's jüngern Sohn Jojachas nach 3 Monaten ab und den ältern Jojakim (609—599) ein. Necho fand 606 bei Charchemisch seinen Meister an Nebukadnezar, Nebukadnezar aber machte den Jojakim tributpflichtig und schleppte aus Jerusalem den Tempelschatz und viele Vornehme mit sich fort. Gegen das Ende seines Lebens machte Jojakim Miene, von Nebukadnezar abzufallen und sein Sohn Joachim machte damit Ernst, aber schon nach 3 Monaten büßte dieser den neuen Bund mit Aegypten damit, daß er selbst mit vielen Vornehmen und Kriegsleuten in die babylonische Gefangenschaft wanderte. Der letzte König von J., Zedekia (599—588) bewies, daß auch er durch das Geschick seiner Vorgänger nicht klüger geworden sei. Als auch er mit Aegypten sich verbündete, kam Nebukadnezar, hungerte Jerusalem durch eine 11/2 jährige Belagerung aus, zerstörte die Stadt sammt dem Tempel, ließ die Kinder des Königs ermorden, diesem selbst die Augen ausstechen und schleppte ihn fast mit allem Volke nach Babylon, 588 v. Chr. Die Worte der Propheten hatten sich erfüllt, die Früchte des Abfalles von Gott in Staat und Leben waren reif geworden, fortan gab es kein selbständiges Reich J. mehr. Vergl. Hebräer, Israel. Juden.
4276 Zeichen · 40 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    JudaM.=PN

    Köbler Anfrk. Wörterbuch

    Juda , M.=PN nhd. Juda ne. Judah ÜG.: lat. Iuda MNPs Q.: MNPs (9. Jh.) I.: Lw. lat. Iūda E.: s. lat. Iūda, M.=PN, Juda; …

  2. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    judasw. M. (n)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    juda , sw. M. (n) Vw.: s. jotha

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    JudaN.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    Juda , N. Vw.: s. Judēa

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Juda

    Goethe-Wörterbuch

    Juda 1 geogr: das Südreich des altorientalischen Staates Juda-Israel; einmal im Vergleich in scherzhafter Anspielung auf…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Juda

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Juda , das Reich , nach dem Abfall der 10 Stämme aus den Stämmen Juda und Benjamin bestehend, behielt Jerusalem als Haup…

  6. modern
    Dialekt
    Juda

    Rheinisches Wb.

    Juda Sg. t. m.: in der Bauernregel: Simon un Jäude (28. X.) isst mer de Äppel met de Häude (Schale) May-Ettring , Koch-B…

  7. Spezial
    Juda

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ju|da nom. propr. m. ‹bibl› Giuda.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit juda

104 Bildungen · 101 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

juda‑ als Erstglied (30 von 101)

Judäa

GWB

Judäa 1 geogr: in hellenistischer u römischer Zeit das von Juden besiedelte Gebiet des ehemaligen Südreichs Juda GWB 38,55 EwJude 21 2 ‘die …

Judäismus

Meyers

Judäismus , soviel wie mosaische Religion, dann die religiöse Denkungsart der spätern Juden nach den Lehren der Rabbiner und des Talmuds (vg…

Judaismus

FiloSlov

Judaismus , m иудаизм , м

Judaistik

FiloSlov

Judaistik , f иудаика , ж

Judala

RhWB

jud·ala

Judala Sg. t. f. (n.): 1. jūdəlā Julia (jüdisch) Koch-Brohl . — 2. jūdalā:  verächtl. Stallmagd Altk .

Judas N.

Idiotikon

Judas N. Band 3, Spalte 14 Judas N. 3,14

Judasfeuer

SHW

Judas-feuer Band 3, Spalte 991-992

Judaskohle

SHW

Judas-kohle Band 3, Spalte 991-992

Judaskuß

SHW

Judas-kuß Band 3, Spalte 991-992

Judaslohn

SHW

Judas-lohn Band 3, Spalte 991-992

judasbeutel

DWB

judas·beutel

judasbeutel , m. beutel des Judas Ischarioth ( Joh. 13, 29 ); proditionis praemium. Steinbach 1, 102 ; als bild für verlangen nach schnödem …

judasbruder

DWB

judas·bruder

judasbruder , m. falscher bruder, falscher duzfreund: damit er sich vor diesem Judasbruder ein wenig vorsehen solte. Simpl. 1, 195 Kurz.

Judasbüche

PfWB

judas·bueche

Judas-büche f. : 'alte Buche, an der noch um 1900 der Judas 1 b aufgeknüpft und verbrannt wurde', -biech [ IB-Bebh ]. Der Brauch mußte abges…

jûdasbü̑del

MNWB

judas·buedel

jûdasbü̑del , m. , Beutel des Judas (Joh. 13, 29), danach Bild für das Verlangen nach schnödem Gewinn, gelt in den j. werpen .

Judasbusse

Wander

judas·busse

Judasbusse Es ist Judasbusse oder Galgenrew. – Mathesius, Historia Jesu, II, VIII a .

Judas der Galiläer

Meyers

Judas der Galiläer , bei Josephus Gaulonaios genannt, aus Gamala am Galiläischen See, wiegelte im Verein mit einem gewissen Zadok das jüdisc…

Judasdreck

Wander

judas·dreck

Judasdreck Er ist voll Judasdreck. – Höfer, Etymologisches Wörterbuch, I, 337. D.i. Sommersprossen; franz. Brans (marques) de Judas.

juda als Zweitglied (2 von 2)

отсюда

RDWB2

отсюда (nicht immer "von hier") Вали отсюда! Брысь отсюда! - Fort mit dir! Hau ab! Verschwinde! Mach dass du wegkommst! Scher dich zum Teufe…

Simon Juda

RhWB

simon·juda

Simon Juda sīmǫ·n. on jūdas (on Jud) Verbr.; — on jøydə Koch , May , Daun ; siməjynə Neuw-Heimb Weis ; -jūnə Altk-Horhsn ; simajy Rees-Ring…

Ableitungen von juda (1 von 1)

Judä

Meyers

Judä (Jud), Leo, schweizer. Reformator, geb. 1482 zu Gemar im Elsaß, gest. 19. Juni 1542 in Zürich, wurde 1519 der Nachfolger Zwinglis zu Ei…