Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
insigele stN.
2 ‘Siegelstempel, Petschaft; Siegelring’
3 ‘Zeichen, Emblem, Wappen’
4 übertr.
1 ‘Siegelabdruck, Verschlusssiegel, angehängtes Siegel’ do enbeit Eraclîus niht mê, / daz insigel [des Briefes] er zerbrach Eracl 451; si spienen chetene dâ für [vor die Kerkertür] / und îsnîne rigele. / si leiten ir insigele / durch gewarheit dar an KvHeimUrst 886; dar zu so habin alle unser burger, [...], iru insigel an disen brief gehangen zuͦ einem woren und offin urkunde der vor gescribin sache WüP 9,18; er sach ein buoch da gescriben, / bisigilit waiz mit insigelen siben SiebenZ 6; HvNstAp 2292; Parz 626,9. – [der Kaiser] sloz den karher selbe zuͦ vnd druchte sin vingerlin an das insigele Konr 13,32. 13,41. – ‘Metallsiegel, Bulle’ er [der Brief] muͦste, als ich bewiset bin, / mit ainem insigel guldin / riliche besigelt sin, / als er von aines kúnges hant / sol kúngen werden gesant RvEWh 10549. 10646; des pabstes insigel heizent pvlle SchwSp 746; hierher oder zu 2: daz insigele er [der Schmied] fur blat, / als erz gelernt hat, / deiz vil herlichen stat / unde niht zergat Hochz 11 2 ‘Siegelstempel, Petschaft; Siegelring’ wir setzen ouch, daz dekein brûder âne die, den ambeht bevolhen sint, diekein insigel habe noch brieve sende StatDtOrd 45,16 u.ö.; dez gebe wir disen brief [...], versigelt mit vnsem heymelichen jnsigele [Sekretsiegel] , wene wie daz groze jnsigel vorlorn haben UrkWürzb 39,66 (a. 1316); BdN 460,34. 442,9; Seuse 155,18 3 ‘Zeichen, Emblem, Wappen’ ouh gedahter [Salomo] ein geschaft [Erfindung] , / ein insigil, mit dem er twang / die tievele RvEWchr 32437; arâbesch golt gap drûffe [auf dem Kleidungsstück] schîn, / wol geworht manc turteltiubelîn / nâch dem insigel des grâles Parz 778,23; Ithêr von Gaheviez / iwer insigel truoc ebd. 585,21. 792,29. – ‘Brandzeichen’ dâ von Samarcône / ein insigel was gebrant / an des orses buoc Wh 232,7 4 übertr.: dîn figûre wart gestemphet / in ir kiuschen forme insigel, / daz den tiuvel überkemphe KvWLd 1,54; dirre kus sol ein insigel sîn / daz ich iuwer unde ir mîn / belîben stæte unz an den tôt, / niwan ein Tristan und ein Îsôt Tr 18355. 7812. 17016; daz churze wort ‘amen’ ist ein zeichen unde ein insigel des vronen gebetes, des heiligen pater noster Spec 150,10; Will 137,1; PrGeorg (Sch) 32,52. – ‘Ebenbild’ der eingil allir herist undir den, / Lucifer giheizzin, / der was als ein insigili / nach demo vroni bilidi SuTheol 45
MWB 2 1938,40; Bearbeiter: Hansen