Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
hüben Adv.
hüben Adv.
hüben Adv. ‘diesseits, hier’. Aus der Verbindung des Pronominaladverbs mhd. hie (s. hier) mit Ortsadverbien wie mhd. inne(n), oben, ūʒe(n) entstehen kontrahierte Formen wie mhd. hinne(n) ‘hier innen’, hoben ‘hier oben’, hūʒe(n) ‘hier außen’, im älteren Nhd., namentlich landschaftlich, noch fortlebend als hinne, hoben, haußen. Sie geben einen Lagepunkt an, der sich in bezug auf eine gedachte Trennlinie (im Unterschied zu zusammengesetzten Adverbien mit dar-, dr-, s. drüben) auf der dem Sprecher zugewandten Seite befindet. Nach dem Muster von hoben wird im Nhd. auf der Grundlage des mit oben (s. d.) eng verwandten, jedoch nur in Mundarten nachzuweisenden Adverbs üben ‘jenseits’ und als Gegenwort zu dem seit dem 18. Jh. allgemein gebräuchlichen drüben (s. d.) die Neubildung hüben geschaffen (vereinzelt schon Ende 16. Jh., verbreiteter in der 2. Hälfte des 18. Jhs.); diese ist heute literatursprachlich vor allem in der Fügung hüben und drüben, hüben wie drüben ‘auf dieser und der anderen Seite, sowohl hier wie dort’ geläufig.