hinnach,
adv. post, mhd. hin nâch
wb. 2, 1, 288
b.
Dem ersten theile seiner zusammensetzung nach gegensatz von dem sp. 1115
aufgeführten hernach,
bezeichnet das wort eine folge nach reihe oder zeit, die sich von einem sprechenden weg erstreckt. indem aber die scharfe richtungsbestimmung von hernach,
wie dort bemerkt, verblaszt und der sinn mit dem allgemeinen nach
oder danach
zusammenfällt, verkümmert der gegensatz hinnach,
so dasz er über das 16.
jahrh. hinaus nur noch selten angetroffen wird. über die umkehrung von hinnach, nachhin
s. an alphabetischer stelle. hinnach
steht 11)
örtlich, folge, reihenfolge, ordnung angebend, wie unser nach, hinterdrein. mit verben der bewegung: mit der vernunft hinnach stopfen. Keisersberg
spinnerin 1510 d 4
a; ir werden mich suochen, und werden mich begeren, und werden mir hinnoch frogen, aber ir werden mich nit finden.
postill 2, 102
b; also mustu die sünde nicht ansehen in den sündern, noch in deinem gewissen, die in sünden endlich bleiben und verdampt sind, du ferest gewislich hinnach und wirst uberwunden. Luther 1, 179
b; ich habe dis in kurzer zeit geschrieben, das ander sol auf dem fusze hinach gehen. 3, 59
a; Mattheus und Marcus schreiben nicht, das uns Christus habe heiszen (
das sacrament) hinnach thun, und auch also halten. 498
b; in gemeinen kaufshendeln, wo einer dem andern etwas behendiglich aus der hand rücket, das jener mus hinnach sehen (
das nachsehen hat). 4, 407
a; ich rate viel mehr, wo ein teil schweret,
[] das der ander teil, obs gleich weis, das jenes einen falschen eid thut, mit nichte hinach schwere, sondern las gnug sein. 5, 244
a; was were es für eine taufe, wenn ich in den wind hin spreche, ich teufe dich im namen des vaters
etc. und würfe wasser hinnach? 6, 84
a; wo das wort aufhöret, da fellt der glaube hinach, welcher on das wort nicht sein noch bleiben kan. 334
b; das man mit einem fedderwüsch hinach keren kündte. 8, 240
a; mein herr ziehe vor seinem knechte hin, ich wil meilich hinach treiben.
1 Mos. 33, 14; wohin das erste gieng, da giengen sie hinnach.
Hes. 10, 11; wer disen (
schrei) hör, der muosz hinnach in dreiszig tagen (
einem gestorbenen nachfolgen). Frank
weltb. 153
b; so der fürer voran geht, ... so gehet der hauf hinach.
sprichw. 1, 20
a; dasz sie auf einmal nit mehr, dann einen ritter allzeit hinüber füren. und wo sie ihn gleich hinüber gebracht, führen sie doch keinen andern ehe hinach, bis .. der erst wider kompt.
Amadis 402; da schicket er andere legaten zu inen, er aber rüstet sich mit seinem volk hinnach zu ziehen.
b. d. liebe 214
c; die ente wadelt und trippelt sehr eilents mit iren kurzen beinen hinnach. Kirchhof
wendunm. 244
b; von seinem hinnachkommenden herrn. Schuppius 756; ich will hinnach kommen, wenn mich der klamp ausgezogen hat. Chr. Weise
betrog. betrug 47; (
der fuchs) erwüscht den käsz und lief zu loch. der rapp sah jemerlich hinnoch. B. Waldis
Esop 1, 11, 46; da hätt man manchen kriegesman vor forchten sehen laufen. der graf Tilly hieb frisch hinach. Opel
u. Cohn 168, 7; da Nummosus sterben solte, lief er auf den obersöller: da Bibosus sterben solte, lief er nunter in den keller; doch, den schwarzen knochenmann hilt nicht auf noch hoch noch tief, dasz er beiden nicht hinnach, bisz er sie erhaschte, lief. Logau 3, 122, 17.
Verben der bewegung sind in dringender rede unterdrückt: hinnach, lieben herrn, hinnach mit festem gemüt, dann das ist mein feindt.
Aimon bog. K iiij; da der keyser sah das Reynhart ... die flucht gab, er ruoft mit lauter stimme: hinach, mein herren, hinach. Z ij;
auch nach den hilfsverben mögen, sollen, müssen: darumb meinen sie, wo der meiste haufe hin fellt, da sol man hinach. Luther 3, 261
a; es bleibt nichts dahinden von den heiligen, nicht ein har vom heubt, es mus alles hinnach, und auch selig und heilig werden. 5, 165
b; die nimmer hinach mögen und dem vich folgen, die bindet man an eins stiers schwanz bei der kelen. Frank
weltb. 13
a. 22)
zeitlich, um eine folge auszudrücken, im sinne unseres darauf, nachher: und solten auch ietz alle ungelt ab sein und wer hinach immer mer nach ungelt stallte oder würb, des guet solt verloren sein.
d. städtechron. 5, 53, 7; wie sie (
die eltern) gelebt haben, so leben die kinder hinnach. Luther 4, 396
a; ob gleich Judas solch opfer hette zu seiner zeit im alten testament gethan, wie komen wir dazu, das wirs auch hinnach thun müssen? 5, 162
b; und begunden also die andern auch hinach darinne zu klügeln. 6, 209
a; dagegen stehet, das Israel weggefürt, und Juda hinach, Israel nicht wider geholet, wie Juda wider geholet ist. 8, 71
a; nicht kehr dich an meine red, so ich hinnach mit dir reden würde.
Galmy 269; was ein bawer sihet vom burger, das wil er hinnach thuon, was der burger vom edelman sihet, das wil er hinnach thuon, was der edelman vom fürsten sihet, das wil er hinnach thuon. Agr.
spr. (1560) 161
b; wie aber der vogt alsz der herr den ersten bissen asze, und die knecht geschwind hinnach. Wickram
rollw. 49, 27
Kurz; der prankierer han ich vil erkent, die hinnach wurn füdesel genent.
fastn. sp. 786, 19.