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Heimweh

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
13 in 13 Wb.
Sprachstufen
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16

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Heimweh

Bd. 9, Sp. 86
Heimweh (Nostalgia, Nostrasia), eine durch unbefriedigte Sehnsucht nach der Heimat begründete Art seelischer Verstimmung, die in den verschiedensten Graden beobachtet wird, in schweren Fällen zu tieferer Schädigung der körperlichen Gesundheit führen, ja als vollkommen entwickelte Gemütskrankheit (unter dem Bilde der Melancholie) sich darstellen kann. Die Disposition zu dieser Krankheit scheint bei dem einzelnen Individuum wie bei ganzen Volksgruppen an eine niedere Stufe der Zivilisation und an eine einfache, einförmige, mit der nächsten Umgebung in der ausschließlichsten Verbindung stehende Lebensweise gebunden zu sein. Bei halb erwachsenen, in der Pubertätsentwickelung begriffenen Individuen, die das elterliche Haus zu verlassen genötigt werden, entsteht das H. wohl am häufigsten, in reiferm und höherm Alter seltener. In Frankreich, so erzählt man, war es bis über die Mitte des 18. Jahrh. hinaus bei Todesstrafe verboten, den Kuhreigen zu singen oder zu pfeifen, weil die schweizerischen Soldaten durch das Hören desselben haufenweise in H. verfielen, desertierten oder starben. Gründlich beseitigt wird das H. in seinen schweren Formen in der Regel nur durch die Rückkehr in die Heimat. Zur Verhütung des Heimwehs in Armeen, Lagern, Garnisonen, Spitälern und auf Schiffen dient alles, was Heiterkeit, Mut und Hoffnung zu erwecken und zu erhalten imstande ist: humane Behandlung, Vermeidung von Müßiggang, von übermäßiger Anstrengung und Neckereien, gymnastische Übungen, nützlicher Unterricht, Spiele, Musik etc. – Das Wort H., ursprünglich nur der Schweizer Mundart angehörig, drang erst zu Anfang des 19. Jahrh. in die hochdeutsche Schriftsprache ein. Schiller und auch Goethe gebrauchten es noch nicht. Vgl. Jakob Grimms Göttinger Antrittsrede »De desiderio patriae« vom 13. Nov. 1830. Die erste Abhandlung über das H. stammt aus dem Jahre 1678 von Harder und Hofer (Basel).
1897 Zeichen · 22 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Heimweh

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Heimweh , des -es, plur. inus. ein heftiges Verlangen nach seinem Vaterlande, nach seiner Heimath; welches in manche…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Heimweh

    Goethe-Wörterbuch

    Heimweh Kleinschr B3,193,9 ChStein 7.12.77 Sehnsucht nach der (engeren) Heimat, dem Zuhause, nach nahen Menschen; einmal…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Heimweh

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Heimweh (Nostalgia) , ein Seelenleiden, das auch den körperl. Organismus zerrütten kann, wird durch die Sehnsucht nach d…

  4. modern
    Dialekt
    Heimweh

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Heimwe h n. 1. Heimweh allg. 2. Sehnsucht. Hes t H. nōch m'r ghet? fragt eine zurückkehrende Mutter ihr Kind Str. †

  5. Spezial
    Heimweh

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Heim|weh n. (-[e]s) incherscimun (-s) m. ▬ Heimweh haben avëi incherscimun; incrësce ; ich habe Heimweh al m’incrësc.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit heimweh

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von heimweh 2 Komponenten

heim+weh

heimweh setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

heimweh‑ als Erstglied (1 von 1)

heimwehen

MeckWB

heim·wehen

heimwehen sich sehnen; auch unpersönlich: mi heimweht Ha Lank .