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handgreiflich

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

handgreiflich adj. und adv.

Bd. 10, Sp. 391
handgreiflich, adj. und adv. , in zwei bedeutungen. 11) activ und von personen gesagt, mit händen greifend, so bei thätlichem streite: nach vielem wortwechsel wurden die parteien handgreiflich; und überdiesz war dieser mensch handfester noch, handgreiflicher als ein tyrolerjäger. Platen 301; auch in obscönem sinne handgreiflich werden. 22) passiv, was sich mit händen greifen läszt, greifbar: einen sehr sichtbaren und handgreiflichen zuwachs von fremdem gelde. Blumauer 3, 76; wie zürnte er itzt über sich selbst, dasz er thöricht genug habe sein können, in ein so sichtbares, so handgreifliches netz sich verwickeln zu lassen. Wieland 2, 185; der aberglaube ist die poesie des lebens, beide erfinden eingebildete wesen, und zwischen dem wirklichen, handgreiflichen ahnen sie die seltsamsten beziehungen. Göthe 45, 299; S. bedenkt, dasz ich es euch nur erzählungsweise vorbringe. M. nur erzählungsweise? ich dächte, es wäre handgreiflich genug. 14, 282; in diese anscheinend geistliche armut mischt sich der dem landvolke ureigne zug hinein: dem kurzen und gedrängten, dem markigen und handgreiflichen überall den vorzug vor seinem gegentheil zu geben. evangel. kirchenzeit. 1866 s. 685; dann auch bildlich, derb, anschaulich: solche redensarten musz man nicht wörtlich nehmen, da sie nichts anderes als die handgreifliche bezeichnung eines besonders sichern zustandes sein sollen. Schlosser weltgesch. 5, 247. — Besonders häufig aber wird handgreiflich (nach der formel etwas mit händen greifen können sp. 341) im sinne von offenbar gebraucht: handgreiflich manifestus, apertus Steinbach 1, 639; woraus dann handgreiflich abzunehmen gewesen, dasz etwas an der sache sei. Simpl. 2, 187 Kurz; so viele abgöttische völker, welche sich eben so handgreiflich haben hintergehen lassen, als die Scheschianer. Wieland 6, 225; die gereimtesten und handgreiflichsten lügen. 4, 236; das allegat .. ist handgreiflich .. abgeschmiert. Lessing 11, 527; darum liesz er sich mit der lieben justiz niemals ein, wenn er nicht gewisz war, dasz sein sieg auch dem viereckigsteten dummkopf handgreiflich sein müsse. Siegfr. v. Lindenb. 2, 162; eine handgreifliche miszdeutung des begriffs vom sinnlichen. Kant 3, 346; A. hier ist ein misverstand. Z. ein handgreiflicher. Schiller Fiesko 4, 4; so ist der irrthum handgreiflich. Niebuhr 2, 86; das handgreiflich unwahre. Göthe 31, 222; betrog handgreiflich. J. Gotthelf erzählungen 3, 329.
2437 Zeichen · 43 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Handgreiflich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Handgreiflich , -er, -ste, adj. et adv. was sich mit den Händen greifen, d. i. fühlen und empfinden lässet; doch nur im …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    handgreiflich

    Goethe-Wörterbuch

    handgreiflich einmal subst a mit den Händen greifbar, gegenständlich [ betr die traditionelle Pfeifergerichts-Feierlichk…

  3. modern
    Dialekt
    handgreiflichAdj.

    Pfälzisches Wb.

    hand-greiflich Adj. : 1. = handgemein ; handgreiflich werre [mancherorts]. — 2. 'sehr deutlich, verständlich'. Des musch…

  4. Spezial
    handgreiflich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    hand|greif|lich adj. 1 (fassbar) da pié ite, che an pó pié ite 2 (deutlich, offenkundig) palpabl (-i, -a), tler (-s, -a)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit handgreiflich

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

handgreiflich‑ als Erstglied (1 von 1)

handgreiflichkeit

DWB

handgreiflich·keit

handgreiflichkeit , f. nach handgreiflich 1: wenn der alte herr böse wird, und es käme etwa hier zu einigen handgreiflichkeiten. Kotzebue we…

Ableitungen von handgreiflich (1 von 1)

unhandgreiflich

DWB

unhandgreiflich , adj. Ad. Müller verm. schr. 1, 67 . —