lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

halsstarrig

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
11 in 11 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
53
Verweise raus
33

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

halsstarrig adj. und adv.

Bd. 10, Sp. 267
halsstarrig, adj. und adv. , tetanicus; pertinax. 11) die form. das wort kommt ahd., so viel zu ersehen, noch nicht vor, und ist erst aus dem spätern mhd. als halsstarc bezeugt (mhd. wb. 2, 2, 597a), eine form, die neben halsstarrig bis ins 16. jahrh. hinein dauert. die berechtigung indes, aus derselben ein von halsstarrig verschiedenes adj. halsstark gleicher bedeutung zu folgern, erscheint zweifelhaft. einerseits will das wort nicht einen muskelstarken, aufrecht stehenden, kräftigen hals bezeichnen, sondern einen dem die fähigkeit abgeht sich zu neigen, für den sonst auch der ausdruck steifer hals (sp. 243) gebraucht wird oder den das adjectiv starrhelsig tetanicus Dasyp. andeutet. andrerseits konnte ein nach ahd. starên (Graff 6, 701) vorauszusetzendes adj. ahd. starag oder starig starr, was sich von ahd. starah, mhd. starc stark, der form wie der bedeutung nach unterschied, später eben so zu stark werden, wie aus ahd. charag die form kark sich entwickelte, neben der karich, karig, karrig, karg gehen (5, 213). nur mag zugegeben werden, dasz halsstark öfter und misbräuchlich eine formelle anlehnung an stark fortis erfuhr, wodurch das auslautende k auch dann geschützt wurde, wenn es bei flexion oder comparation in den inlaut trat (unten 2, b). die vermittelung zwischen halsstark und halsstarrig bildet die form halsstarg, Liliencron volksl. 1, 178a, s. die stelle unten; eine umgelautete form halsstärrig ist selten: halszsterrig pervicax Serranus synon. 92d. die form halsstörrig (vgl. halsstörrigkeit) stellt sich zum nd. sturren starren, steif sein (Schambach 216b), sturr starr, steif (Schütze 4, 219). 22) bedeutung: 2@aa) halsstarrig ist zunächst der, der die krankheit der halsstarre hat und in folge dessen seinen hals nicht bewegen und beugen kann: halszstarrig, krumhalsz, der die krankheit (nämlich die halsstarre) hat, tetanicus Maaler 208b. 2@bb) das wird auf den eigensinnigen, ungehorsamen, widersetzlichen übertragen, der seinen hals unter fremden willen nicht zu beugen vermag (s. sp. 251 oben): cervicosus hartneckig, halszstark Serranus dict. d 7a; pervicax hartbeisz, kyfig, halszstark, hart s 3a; hartbeisz, pervicax, keibig, halstark Dasyp. 179a; so du besorgest, das er do von dester halssterker werd und unforchtsamer werd. Keisersberg bilg. 43d; wann dich aber dünket, er würd erst bösz, hart, halszstark darvon (von der strafe), so losz underwegen. 212a; dasz sein sun nit halszstark werd. sünden des munds 67a; dasz er den halszstarken Phariseern und gleisznern antworten mag. annotat. Römer verdeutscht 64; das sie nicht durch ire gerechtigkeit, sondern als die halsstarrigen und ungehorsamen, das ist mit grossen sünden und unverdienst, allein aus gnediger verheissunge gottes, das land haben eingenomen. Luther 8, 84a; ich sehe das ein halsstarrig volk ist. 2 Mos. 32, 9; unser veter wurden stolz und halsstarrig. Neh. 9, 16; pochet nicht so hoch auf ewer gewalt, redet nicht halsstarrig. ps. 75, 6; wer wider die strafe halsstarrig ist, der wird plötzlich verderben on alle hülfe. spr. Sal. 29, 1; aber die halsstarrigen juden neideten. apost. gesch. 27, 5; derhalben sol das halsstarrig gesinde wissen, das sie den sabbat nit brechen, wenn sie yren hern am feiertag helfen, wo sie merken das yrer hauszhern gütter vertürben. Carlstad vom sabbat c ijb; weil sie wol vermerkt dasz es vergebene arbeit und er ganz halszstarrig. Amadis 362; dann der könig war also halsstarrig, dasz er sich nicht ergeben wolt. Kirchhof wendunm. 467a; aber die beginen von s. Francisci dritten regel .. blieben .. halszstarrig bei ihrem wesen. Wurstisen Basler chron. (1580) s. 207; wann ich so trutzig und halsstärrig dis geringe geld ausschlug. Simpl. 3, 152 Kurz; da ich denn trocken halsstarrig fortblieb. Seume spazierg. 2, 51; von Swarzburg bischof Gerhart der hielt sine burger zart senftmuotig unde weiche; drumb huob sich grosz geleiche. sie wurden im so halsstarg, ir üppikeit sich nit verbarg. Liliencron volksl. 1, 178a; des ward er bös und halsstark gar. Wickram pilger M 3, bl. 45; denk ob dein weis schon bewrisch sei, so bis doch stoltz und frech darbei, halsstarrig, trutzig, frevel gnug, das alle menschen auf dich lug. grobianus (1552) b 2b. 2@cc) halsstarrig von kopf und herz gesagt, die als träger menschlichen willens erscheinen: hette einen bösen halszstarrigen kopf. Frey garteng. 17; ich habe geglaubt, wenn ich ihnen die liebsten wünsche meines herzens aufopferte, würde die gewalt, die ich mir anthat, mich reize in einer verbindung finden lassen, die mein halsstarriges herz sonst nicht darin fand. Lenz 1, 251; er (gott) wird auf ir weisz hend nicht sehen, sondern in ir falsch geitzig herz, halsstarrig, hart, gleich wie das erz. Fischart v. S. Domin. G ib. 2@dd) halsstarrig von einer krankheit die nicht weichen will, wie wir ja auch von einem hartnäckigen fieber reden: allen alten fiebern, so sich uberjahren und mit der artzney ubermühet und zu halszstark worden sind. Paracels. opp. 1 (1616) s. 1119.
5038 Zeichen · 91 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Halsstarrig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Halsstarrig , -er, -ste, adj. et adv. 1) * Eigentlich, mit der Halsstarre behaftet, in derselben gegründet; in welcher B…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    halsstarrig

    Goethe-Wörterbuch

    halsstarrig a eigensinnig, störrisch, auch mit der Nuance des Widersetzlichen od (wahnhaft) Uneinsichtigen, Verbohrten, …

  3. modern
    Dialekt
    halsstarrig

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    halsstarrig [hàlstàrk Geberschw. ; hàltòri K. Z. ; hàlstàri Hag. ] Adj. halsstarrig. ‘auf daz er nich halsssterig vnd…

  4. Sprichwörter
    Halsstarrig

    Wander (Sprichwörter)

    Halsstarrig 1. Halsstarrig hat wenig Freud' und oft Beulen am Kopf. Böhm. : Tvrdośíjný nikomu nemilý. ( Čelakovsky, 116.…

  5. Spezial
    halsstarrig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    hals|star|rig adj. 1 fissé (fissá, fissada) 2 (dickköpfig) testard (-rg, -a), strambo (-bi, -ba), testin (-s, -a), ostin…

Verweisungsnetz

64 Knoten, 78 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 5 Hub 1 Kompositum 53 Sackgasse 5

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit halsstarrig

6 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von halsstarrig 2 Komponenten

hals+starrig

halsstarrig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

halsstarrig‑ als Erstglied (4 von 4)

halsstarrigen

DWB

halsstarri·gen

halsstarrigen , verb. zur widerspenstigkeit reizen: zu dem sind sie noch über das von dem bapst und dem cardinal von Lothringen durch unters…

halsstarrigkeit

DWB

halsstarrig·keit

halsstarrigkeit , f. pertinacia, contumacia: pertinacia halszstarckait Diefenb. 430 c ; pervicacia halszstarrigkeit. Serranus dict. s 3 a ; …

halsstarriglich

DWB

halsstarri·glich

halsstarriglich , adv. pertinaciter. Maaler 208 b ; er leuft mit dem kopf an in, und ficht halsstarriglich wider in. Hiob 15, 26 ; gar halss…

Ableitungen von halsstarrig (2 von 2)

halsstarrige

DWB

halsstarrige , f. 1 1) steifhälsigkeit: tetanus starrige des hals, oder krümme auf ein seit. Dasypodius. 2 2) widersetzlichkeit, ungehorsam:…

verhalsstarrigen

DWB

verhalsstarrigen , verb. zu einem halsstarrigen, widerstand leistenden machen Schottel 646 (verhalstarrigen geschrieben ): ihm sein gesind v…