Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Hänfling
Hänfling
Hanf m. Der Name der zu den Nesselgewächsen gehörigen langstieligen Faserpflanze ahd. hanaf, hanuf (um 900), hanef (11. Jh.), hanif (um 1100), mhd. hanef, han(i)f, asächs. hanup, mnd. nl. hennep, mnl. han(n)ep, hennep, hennip, aengl. henep, hænep, engl. hemp, anord. hampr, schwed. hampa dürfte bereits vor der germ. Lautverschiebung aus einer osteurop. oder südosteurop. Sprache, vermutlich dem Skyth. oder Thrak., entlehnt worden sein. Diese Annahme stützt sich vor allem auf den Vergleich mit griech. kánnabis (κάνναβις), woraus lat. cannabis, und die Aussage Herodots, daß es dieses Gewächs im Lande der Skythen und Thraker als Wild- und Kulturpflanze gibt. Zur Verbreitung des Pflanzennamens in europ. und asiat. Sprachen vgl. 1, 615 und 1, 775 f. ; erwogen wird auch Herleitung des Wanderwortes aus sumer. kunibu. Hanf bezeichnet außer der Pflanze die aus ihr gewonnene Faser und den u. a. als Vogelfutter dienenden Samen (vgl. die verdeutlichenden Zusammensetzungen Hanffaser, Hanfsamen). – Hänfling m. ‘kleiner bräunlicher Singvogel, Mensch von schwächlicher Figur und Konstitution’, mhd. henfelinc (14. Jh.), Ableitung vom Pflanzennamen, nach der von dem Vogel bevorzugten Nahrung.