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gründling

nhd. bis sprichw. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
9 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gründling m.

Bd. 9, Sp. 862
gründling, m. 11) im älteren nhd. vielfach und mundartlich vereinzelt grundling (s. u.); name eines kleinen auf dem grunde des wassers lebenden fisches vgl. altes grundel (sp. 771 ff.), nl. grondeling (v. j. 1539) Verwijs-Verdam 2, 2166, grundelynck v. d. Schueren teuth. 112b Cl.; engl. groundling, n. grundling in entsprechender bildung; seit dem frühen 15. jh. auftretend, zufrühest nd.: grundelingk fundulus, turonilla Diefenbach nov. gloss. 185b u. 374b (lat.-nd. glossar v. j. 1417); vgl. grundeling fundulus, turonilla Diefenbach gloss. 252b u. 602c aus nd. und md. vocabularien; grundling gubea ebda 270c; wie grundel 3 bezeichnet gr. anscheinend im nd. zunächst nur die 'kresse' (gobio fluviatilis), vgl. grondelinck govius fluviatilis vulgo fundulus Kilian (1605) 163a u. die belege unten; weiter als name der 'schmerle' (cobitis barbatula) vgl. Schmeller-Fr. 1, 1004, Unger-Khull 311a s. grundel 1; über die dialektgeographische verteilung des namens vgl. grundel; gr. ist jedoch in den maa. weitaus ungebräuchlicher als grundel; vgl. grundliŋ Gerbet Vogtland 359; gr. kaulbarsch Mi mecklenb. 29b; jrindling ein kleiner spreefisch Brendicke Berl. wortsch. 130a; von zweifelhaftem wert für die mundartl. verbreitung von gr. die angaben bei Schmeller-Fr. 1, 1004 und Unger-Khull 311a; im allg. ist in neuerer sprache gr. das umgangs- und schriftsprachlich herschende wort, grundel das mehr dialektisch gefärbte. so nym eynen grundeling unde do dar honich umme (arzneibuch d. 15. jh.) Schiller-Lübben 2, 158; gr., fundulus, werden diese fischlein auch kressen genannt Albinus meiszn. chron. (1580) 634; (er musz) im schweisz und grund des schleims thun fischen, do wird er die grünnling erwischen Eyering proverb. 2, 108; an grösze fallen sie den grässen bei und grundlingen Erasmus Francisci ind.-sines. lustgarten (1668) 1, 31; auch bei Schottel 95 grundling; hingegen heiszt im niderteutschen grundling ein kleiner fisch mit schuppen, der anderswo kresse, kreszling heiszt Frisch teutsch-lat. 1, 379; es werden hie gefunden ... goldfische, graupen, gründlinge Micrälius alt. Pommerland (1640) 6, 384; fischerreisen (reusen), in welchen kleine gründlinge ... hingen Zesen adriat. Rosenmund 118 ndr.; gründlinge trift er (der reiher) an Gleim s. schr. 1, 156; springt oft plözlich ein schwarm von gründlingen hinter der wolke fliehendem schatten empor J. H. Vosz s. ged. 3, 126; hättest du den gr. nie gefressen ..., sprach der fischer zum hecht Hebbel tageb. 3, 230; (er) liesz gebratene gründlinge darin (in der milch) schwimmen G. Keller ges. w. 4, 274; als symbol einer geringwerthigen sache sprichwörtlich: wer einen grundling fangt, der fangt auch einen fisch Henisch 1116; die ganze welt war ihm keinen gr. wert Scheffel ges. w. 1, 173; behalt deine gründlinge für dich, fiel sein freund mit verächtlicher miene ein W. Alexis Shakesp. u. s. freunde 1, 15; neutral: endlich kommt man in die höhe, sagte der gr., da hing er an der angel W. Lüpkes seemannsspr. 123; viele gründlinge machen den salm wohlfeiler Wander 2, 159. 22) nach Shakespeares groundlings den im ground, dem parterre befindlichen zuschauern (Hamlet 3. act, 2. sc.): gr. 'unwissender, in künstlerischen dingen nicht urtheilsfähiger mensch' im wortspiel mit dem fischnamen: o, es ärgert mich in der seele, wenn solch ein handfester haarbuschiger geselle eine leidenschaft in fetzen, in rechte lumpen zerreiszt, um den gründlingen im parterr in die ohren zu donnern, die meistens von nichts wissen als verworrnen stummen pantomimen und lärm Shakespeare übers. v. A. W. Schlegel 3, 241; das ist es, was den 'gründlingen' im parterre und den 'zaunkönigen' der gallerien am Shakespeare grosz ... scheint Grabbe w. 4, 147 Bl.; das sind verstösze, die der gr. im parterre unseres herrgotts nie übersieht W. Rathenau impress. 65; die 'gründlinge' der lesewelt F. Wehl zeit u. menschen 1, 229; ist wahr, was dieser gr. von dir sagt? Widmann dram. w. 1, 279; 33) gr. 'in dem forstwesen, die krummen und knorrichten scheite holz, welche nicht in die klaftern eingeschlagen werden; vielleicht, weil man sie in die grundlage zu bringen pflegt' Krünitz 20, 221; dazu gründlingsangel Blumhof eisenh. 2, 492; gründlingsnetz: grundlingsnetze ist zimlich grosz Henisch 1766; gründlingsreuse: zugnetze ... gründlingsreuszen Zincke öcon. lex. (1744) 773; gründlingssack ebda.
4418 Zeichen · 125 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gründling

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Gründling , des -es, plur. die -e. 1) In dem Forstwesen, die krummen und knorrigen Scheite Holz, welche nicht in die…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gründling

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gründling ( Gobio Cuv .), Gattung der Karpfen ( Cyprinidae ), Fische mit gestrecktem, rundlichem Körper, unterständigem …

  3. modern
    Dialekt
    Gründlingm.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Gründling m. wie hd., gobio fluviatilis, ein zu den Karpfenarten gehöriger Süßwasserfisch: fundulus 'Grndelinck' Chytr.…

  4. Sprichwörter
    Gründling

    Wander (Sprichwörter)

    Gründling 1. Viele Gründlinge machen den Salm wohlfeiler. – Körte, 2431; Simrock, 4072; Braun, I, 987. 2. Wer einen Grün…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gruendling

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gruendling

grund + -ling

gruendling leitet sich vom Lemma grund ab mit Suffix -ling, mit Umlaut-Wechsel.

gruendling‑ als Erstglied (1 von 1)

Gründlingsreuse

Campe

gruendling·s·reuse

Die Gründlingsreuse , Mz. die — n , bei den Fischern, eine Art kleiner Reusen von dünnen Weidenruthen, Gründlinge darin zu fangen.