gründling,
m. 11)
im älteren nhd. vielfach und mundartlich vereinzelt grundling (
s. u.)
; name eines kleinen auf dem grunde des wassers lebenden fisches vgl. altes grundel (
sp. 771
ff.),
nl. grondeling (
v. j. 1539) Verwijs-Verdam 2, 2166, grundelynck v.
d. Schueren
teuth. 112
b Cl.; engl. groundling,
dän. grundling
in entsprechender bildung; seit dem frühen 15.
jh. auftretend, zufrühest nd.: grundelingk
fundulus, turonilla Diefenbach
nov. gloss. 185
b u. 374
b (
lat.-nd. glossar v. j. 1417);
vgl. grundeling
fundulus, turonilla Diefenbach
gloss. 252
b u. 602
c aus nd. und md. vocabularien; grundling
gubea ebda 270
c;
wie grundel 3
bezeichnet gr. anscheinend im nd. zunächst nur die '
kresse' (
gobio fluviatilis),
vgl. grondelinck
govius fluviatilis vulgo fundulus Kilian (1605) 163
a u. die belege unten; weiter als name der '
schmerle' (
cobitis barbatula)
vgl. Schmeller-Fr. 1, 1004, Unger-Khull 311
a s. grundel 1;
über die dialektgeographische verteilung des namens vgl. grundel;
gr. ist jedoch in den maa. weitaus ungebräuchlicher als grundel;
vgl. grundliŋ Gerbet
Vogtland 359;
gr. kaulbarsch Mi
mecklenb. 29
b; jrindling
ein kleiner spreefisch Brendicke
Berl. wortsch. 130
a;
von zweifelhaftem wert für die mundartl. verbreitung von gr. die angaben bei Schmeller-Fr. 1, 1004
und Unger-Khull 311
a;
im allg. ist in neuerer sprache gr. das umgangs- und schriftsprachlich herschende wort, grundel
das mehr dialektisch gefärbte. so nym eynen grundeling unde do dar honich umme (
arzneibuch d. 15.
jh.) Schiller-Lübben 2, 158;
gr., fundulus, werden diese fischlein auch kressen genannt Albinus
meiszn. chron. (1580) 634; (
er musz) im schweisz und grund des schleims thun fischen, do wird er die grünnling erwischen Eyering
proverb. 2, 108; an grösze fallen sie den grässen bei und grundlingen Erasmus Francisci
ind.-sines. lustgarten (1668) 1, 31;
auch bei Schottel 95 grundling; hingegen heiszt im niderteutschen grundling ein kleiner fisch mit schuppen, der anderswo kresse, kreszling heiszt Frisch
teutsch-lat. 1, 379; es werden hie gefunden ... goldfische, graupen, gründlinge Micrälius
alt. Pommerland (1640) 6, 384; fischerreisen (
reusen), in welchen kleine gründlinge ... hingen Zesen
adriat. Rosenmund 118
ndr.; gründlinge trift er (
der reiher) an Gleim
s. schr. 1, 156; springt oft plözlich ein schwarm von gründlingen hinter der wolke fliehendem schatten empor J. H. Vosz
s. ged. 3, 126; hättest du den
gr. nie gefressen ..., sprach der fischer zum hecht Hebbel
tageb. 3, 230; (
er) liesz gebratene gründlinge darin (
in der milch) schwimmen G. Keller
ges. w. 4, 274;
als symbol einer geringwerthigen sache sprichwörtlich: wer einen grundling fangt, der fangt auch einen fisch Henisch 1116; die ganze welt war ihm keinen
gr. wert Scheffel
ges. w. 1, 173; behalt deine gründlinge für dich, fiel sein freund mit verächtlicher miene ein W. Alexis
Shakesp. u. s. freunde 1, 15;
neutral: endlich kommt man in die höhe, sagte der
gr., da hing er an der angel W. Lüpkes
seemannsspr. 123; viele gründlinge machen den salm wohlfeiler Wander 2, 159. 22)
nach Shakespeares groundlings
den im ground,
dem parterre befindlichen zuschauern (
Hamlet 3.
act, 2.
sc.):
gr. '
unwissender, in künstlerischen dingen nicht urtheilsfähiger mensch'
im wortspiel mit dem fischnamen: o, es ärgert mich in der seele, wenn solch ein handfester haarbuschiger geselle eine leidenschaft in fetzen, in rechte lumpen zerreiszt, um den gründlingen im parterr in die ohren zu donnern, die meistens von nichts wissen als verworrnen stummen pantomimen und lärm
Shakespeare übers. v. A. W. Schlegel 3, 241; das ist es, was den 'gründlingen' im parterre und den 'zaunkönigen' der gallerien am Shakespeare grosz ... scheint Grabbe
w. 4, 147
Bl.; das sind verstösze, die der
gr. im parterre unseres herrgotts nie übersieht W. Rathenau
impress. 65; die 'gründlinge' der lesewelt
F. Wehl
zeit u. menschen 1, 229; ist wahr, was dieser
gr. von dir sagt? Widmann
dram. w. 1, 279; 33)
gr. '
in dem forstwesen, die krummen und knorrichten scheite holz, welche nicht in die klaftern eingeschlagen werden; vielleicht, weil man sie in die grundlage zu bringen pflegt' Krünitz 20, 221;
dazu gründlingsangel Blumhof
eisenh. 2, 492;
gründlingsnetz: grundlingsnetze ist zimlich grosz Henisch 1766;
gründlingsreuse: zugnetze ... gründlingsreuszen Zincke
öcon. lex. (1744) 773;
gründlingssack ebda.