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grotz(en)

mhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
11 in 8 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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6

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grotz(en)

Bd. 9, Sp. 598
grotz(en), gewöhnlich m., auch fem. (Loritza 55), ein vieldeutiges obd. dialectwort. 1) als ablautende bildung zu grasz, gretz (s. d. und kris 3, th. 5, 2330) gehörig: die wipfelsprosse von nadelholz Staub-Tobler 2, 837; Fischer schwäb. 3, 860; Schmeller 1, 1018; decacumino den dolder oder grotzen an böumen abhauwen Frisius dict. 365a; man des dolden oder grotz am baum nichts geniessen kan, sondern allein zu einer hoffart da stehet Paracelsus chirurg. (1618) 309 C; wann sie (gartenbäume) abgestümmelt werden bisz in den grotzen, wem ist derselbig baum nutz? ibid.; überhaupt: junge tanne, auch verkrüppelte, abgestorbene, dürre, wettertanne: dass wir gebannen habend grotzen und studen, die da stand zwüschen den güetern Staub-Tobler (quelle des früheren 16. jhs.); weil ich zwei grotzen geschlagen habe Zahn Albin Indergand 55; weiter: haben die bauern ein ungeheure tannen angetroffen und befunden, dass der grotz oder under teil 70 werkschuh gehalten Staub-Tobler (quelle v. 1666); vgl. grôzen, m., dicker stumpf eines abgehauenen baumes Fr. Kramer Bistritz. 40; dann auch groszer ast, astwerk, holzabfälle vom stamm, reisig: auszer es weren vil ungewäxige, grobe, am poden auszeinander wachsende grötschen verhanden österr. weisth. 4, 135; die grotzin under den baumen Staub-Tobler (quelle v. 1410); grotzen, grütz grüne baumzweige; waldgegend von nadelholz Buck flurnb. 91; vgl. Schmeller 1, 1018; vom obersten (oder innersten) triebe anderer pflanzen: ob der herderling auch grotzen und stiel gehabt Hertzog schiltw. e 2a; mit dem grotzen des chornes adipe frumenti mitt. d. ver. f. d. gesch. Böhmens 39, 170 (Hohenfurter psalter); andere schnitten das korn ab, ehe zeit, klopften die aher und legten die abgeschlagene grotzen ... in die sonne J. Mechtel Limb. chron. 132; 'das innere einer blume' v. Klein 1, 165 (österr.); römisch chamillen, die aber gar rundt und mit den schneeweissen blümlein den innern geelen grotzen bedecken Tabernämontanus kräuterb. (1588) 74a; das herzchen im salat, kohl u. dgl. Schmeller, Fischer a. a. o. 2) weiter im sinne von griebs, gröbs: grutz arulla Diefenbach 52c; nov. gl. 36b; (man nimmt) 8 oder 10 kütten, schneidet sie zu 4 spalten, ... lässt aber den grotzen mit den kernen dabey Hohberg georg. cur. 1, 221; grotzen kerngehäuse des obstes Crecelius 438; vgl. grôz, f., kernhaus Haltrich id. 13; die lautliche ähnlichkeit mit grübs, gröbs könnte die attraction dieser bedeutung veranlaszt haben (oder kreuzt ein anderes wort herein?); hess. auch für verschrumpftes obst, überhaupt alles verkrüppelte, kleine Crecelius; grutse, f., schlechtes obst Bauer-Collitz 41b; auch obd. grotsch unreifes obst Lexer kärnt. 125; vgl. auch krotze th. 5, 2424. 3) hierher vielleicht auch noch eisgrotzen eisschollen auf dem wege, unebenheiten Reiser Allgäu 2, 705; vgl.grotzen klümpchen, häuflein Unger-Khull 308b.
2910 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grotzenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    grotzen swv. rülpsen Wolk. 13. 8,5. — vgl. Schm. 2. 126. Schöpf 215.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    GrotzenDer

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    † Der Grotzen , des — s , d. Mz . w. d. Ez. bei den Kürschnern, der Rücken eines Pelzes, besonders der Wollpelze.

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grotzen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grotzen ( Krotzen ), dunkle, mehr oder weniger scharf abgegrenzte Linie in der Mitte eines Felles, die vom Kopf bis zum …

  4. modern
    Dialekt
    Grotz(en)

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Grotz(en) 'Kerngehäuse' s. Grutz(en) ;

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grotzen

3 Bildungen · 2 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von grotzen 2 Komponenten

grot+zen

grotzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

grotzen‑ als Erstglied (2 von 2)

Grotzen II

RhWB

Grotzen II -ǫ- Sg. u. Pl. m.: schwerer Stein Bergh-Glessen ; ke Grötzche rein nichts Bergh-Bergerhsn .

Grotzentrëmel

Idiotikon

Grotzentrëmel Band 14, Spalte 995 Grotzentrëmel 14,995

grotzen als Zweitglied (1 von 1)