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grof

mnd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
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8 in 6 Wb.
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Eintrag · Westfälisches Wb.

grof Adj.

Bd. 2, Sp. 1268
grof Adj. [verbr.] 1.1. (von Gestalt, Form, Umfang, Größe) nur wenig zerkleinert, grobgemahlen, grobkörnig; schwer, massig, grobschlächtig. Grobben Sand (WMWB). Groaf mālen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Grūäwe Butten (Knochen) (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor De). Grobet Gesichte (Kr. MindenMin Kr. Minden@WulferdingsenWu). Growwen Stuuten Mischbrot aus Roggen- und Weizenmehl (WMWB). — Ra.: So groew äs ne Osse sehr grob (HONC). He häff de ’n groff Sewwe (Sieb) in er redet direkt, ordinär (WMWB). Et hiat gruawe Spöähne gafft es gab eine [] heftige Auseinandersetzung (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). — Sprichw.: Up’n graoben Kloss då hort en graoben Kīl auf eine Grobheit muß man in gleicher Weise reagieren (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa || mehrf.). — Sagw.: Dat is duoch te gruoff, saggte de Biuer, doa harr de Knecht de Suege met Weitenmiähl fauert: Och Häer, ïek konn het nit fuiner kruigen (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). — 1.2. (von einer Oberfläche) rauh, kleine Unebenheiten, Risse aufweisend, sich nicht glatt anfühlend. Groffe Hänne (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@DorstenDo). Gruäf Līn’n (Kr. IserlohnIsl El). Grweren Sammet (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Al). Gruowet Holt (Kr. HöxterHöx Sb). — Ra.: Gruaf asse Bounenstrouh sehr grob (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@AttendornAt || mehrf.). Iut gruǫm’m Holte schnēn wenig feinfühlig, von grober Wesensart (Kr. HöxterHöx Sb). Hei häff ’n groff Fell er ist wenig feinfühlig, von grober Wesensart (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LeedenLd). Dat es ne Finen (vgl.fīn Bed. 7) met gruoawen Opschliägen er ist nicht wirklich fromm (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). — Sprichw.: Met finer Sīde näget me keinen gruawen Sack mit guten Worten kann man einen groben Menschen nicht zur Einsicht bringen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@Gegend LüdenscheidLs || mehrf.). — 2. (von einer Tätigkeit, Arbeit) nur oberflächlich, nicht auf Feinheiten ausgerichtet, keine Sorgfalt erfordernd. Se moß all de gruowe Arbeit dohn (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). Groaf gespunn’n (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). He mäck ’t all te groff (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — Ra.: See kann ’t in’t Fine un in’t Gruowe sie hat alles gelernt, wird mit allem fertig (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@SeppenradeSr || (ähnl.) mehrf.). — 3. (von Geräuschen, Tönen, von der Stimme) tief, durchdringend, laut. Groäf blsen (Kr. SoestSos Ml). Groff singen die zweite, dritte Stimme singen; im Bass, Bariton singen (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Ne gruowe Stemme (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — 4. schwerwiegend, heftig. Dat was en grōam’m Fēäler (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — Ra.: Hei is eïs iut dem Gröewesten er ist noch ungeschliffen (HONC). Se es öut’me Gräwessen röut sie (das Mädchen) hat das Schwierigste überwunden, ist gut entwickelt (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Al). — 5. (vom Umgang mit Menschen) ohne Feingefühl, barsch und unhöflich; derb. ’n gruäwen Kǟl (Kr. SteinfurtStf Rh). Gruoaf wären schnauzen (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@WarsteinWa). Hä was ümmer so groaf tïegen de Lǖ (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Gruowe Wöäre (Worte) (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — Ra.: Heï is nach grüöwer osse gruof sehr grob (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Bh). — Sprichw.: Gruawen Lüen un dullen Rüen maut me ut’m Wiäge goahn (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). — 6. In adv. Gebrauch verstärkend: in hohem Maße, sehr. Gruäf swanger (Kr. IserlohnIsl Is). — 7. Subst.: (nicht strenggläubiger) Calvinist (WMWB). ⟨Vokalismus: o [Münsterl nördl. OWestf Höx, sonst verstr.], ›oª‹ [Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek SWestf südl. OWestf]⟩ ¶ Vgl. RHWB 2,1418: grob; NDSWB 5,727: groff. Zus.: → sak~.
4465 Zeichen · 168 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    grofAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    grof , Adj. nhd. grob, massig, groß, rauh, uneben, stark, gewaltig, dick, bedeutend, einfach, schlicht, plump, unfein, s…

  2. modern
    Dialekt
    Grofm.

    Lothringisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Grof [gróf D. Si. ; sonst grâf] m. Graf.

  3. Spezial
    grof

    Ladinisch-Deutsch (Mischí)

    grof [grọ̄f] m. (-s) Graf m. ◆ grof distretual Gaugraf m. → LDWB1 gaugrof .

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Wortbildung

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109 Bildungen · 106 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

grof‑ als Erstglied (30 von 106)

Grofarbēd

WWB

Grof-arbēd f. grobe Vorarbeit (WMWB).

Grofbäkker

WWB

Grof-bäkker m. [verstr.] gewerblicher Brotbäcker (bes. für Schwarzbrot) (WMWB).

grofbant

KöblerMnd

grof·bant

grofbant , M. nhd. großer Reifen (M.), große Tonne (F.) E.: s. grof (1), bant L.: MndHwb 1/2, 165 (grofbant)

grofbeckære

KöblerMnd

grof·beckære

grofbeckære , M. nhd. Grobbäcker, Roggenbrotbäcker, Fastbäcker E.: s. grof (1), beckære W.: s. nhd. Grobbäcker, M., Grobbäcker, Schwarzbrotb…

Grofblik

WWB

grof·blik

Grof-blik n. Groafbleäk „Grobblech“ ( die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen Dor Wl ).

Grofbrō²d

WWB

grof·brod

Grof-brō²d n. [ Kr. Minden Min Hfd, verstr. OWestf SWestf] (ganz oder teilweise) aus Roggenmehl gebackenes (dunkes) Brot: 1. Schwarzbrot. — …

grofbrôt

MNWB

grof·brot

grofbrôt , n. , grobes Roggenbrot, Schwarzbrot , das tägliche „ spîsebrôt ”, aus grobem ungesichteten Roggenmehl.

grofbrōt

KöblerMnd

grof·brōt

grofbrōt , N. nhd. grobes Roggenbrot, Schwarzbrot, Brot aus grobem ungesichtetem Roggenmehl E.: s. grof (1), brōt (1) W.: s. nhd. Grobbrot, …

grofdännen

WWB

grof-dännen Adj. aus Kiefernholz (WMWB).

Grofdō¹k

WWB

grof·dok

Grof-dō¹k grobes Tuch aus → WWB Grof-weªrg ( Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck Rek Gb).

grofeln

RhWB

grof·eln

grofeln -:-, –:- = blindlings tasten s. grafeln.

Grofeⁿ

Idiotikon

Grofeⁿ Band 2, Spalte 722 Grofeⁿ 2,722

Groffbäcker

MeckWB

Wossidia Groffbäcker m. Roggenbrotbäcker: 'Hennecke Scluter, grofbecker' ( Sta Stargard@Wesenberg Wes 1386) UB. 21, 51; Syn. Fastbäcker. Br.…

Groffbäckeri

MeckWB

Wossidia Groffbäckeri f. Betrieb eines Grobbäckers; übertr. Abort Wo. Seem. 2, 123; vgl. Bäckeri (1, 559) .

Groffbotterbrot

MeckWBN

Wossidia Groffbotterbrot n. wie Groffbrotbotting Müll. Reut. 48 b .

Groffbotting

MeckWB

Wossidia Groffbotting n. mit Butter bestrichene Schwarzbrotscheibe Reut. 2, 208.

Groffbrot

MeckWBN

Wossidia Groffbrot n. Schwarz-, Roggenbrot allgem.

Groffbrotswoch

MeckWB

groffbrot·s·woch

Wossidia Groffbrotswoch f. die sauren, festlosen Wochen nach Pfingsten: nah kamen de Groffbrotswochen Lu.

groffdrähdig

MeckWB

Wossidia groffdrähdig grobfaserig vom Holz Pa; grobfadig Mi Nachl. Br. Wb. 2, 552; Dä. 162 b ; Kü. 1, 614.

groffeªmed

WWB

grof-feªmed Adj. [Ravensbg] groffāmt ( Kr. Herford Hfd En ) grobfaserig.

groffel

DWB

grof·fel

groffel , f. , name einer blume: die fünfte blum desz jungfräulichen kräntzels ist die groffel der demut Äg. Albertinus hirnschl. (1664) 1, …

Groffele

WWB

Groffele f. Groffeln Abzugsgraben ( Kr. Tecklenburg Tek Me).

Groffelsnagel

RhWB

Groffels-nagel jər-, jrofəltsnā:γəl, –nā:j- (meist Pl. -E:j-, –nā:lə ), auch -ovf-, –of- Malm , Monsch , Eup , Aach , Jül , Dür , Erk , Gei…

groffen

AWB

groffen Gl 4,213,50 s. goffa.

grof als Zweitglied (3 von 3)

sakgrof

WWB

sak·grof

sak-grof Adj. [verstr.] sehr grob, sehr unhöflich.