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grimmigkeit

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grimmigkeit f.

Bd. 9, Sp. 363
grimmigkeit, f. , in bedeutung und gebrauch mit dem subst. grimm im ganzen identisch; im älteren nhd. recht häufig, seit dem 18. jh. nur noch selten; 'im hochdeutschen ungewöhnlich' Adelung unter grimmig; vgl. auch grimmheit. 11) zunächst furor Diefenbach 253c; furia 253b; sevitia 531b; mit einem nachklingen der grundbedeutung von grimm: er begundte ... vor grimmigkeit die zän auff einander beissen buch d. liebe (1587) 274d; er hängt den schweif, zieht mich am kleid und bleckt die zähn voll grimmigkeit Brentano 2, 82; dem begriff des zorns sich nähernd: das sie ausz groszer grimmigkeit stoszt ausz so unbescheidne wort Spangenberg-Fröreisen griech. dramen 2, 287; er (hat) die kauffer und verkauffer mit grosser grimmigkeit vertrieben ... ausz dem tempel Aeg. Albebtinus zeitkürzer (1603) 28b; vielfach mit zorn verbunden: Unfalo wolt nit mer fragen aus rechtem zorn und grimigkeit Teuerdank 126, 43 Gödeke; in grosser grimmigkeit und in harten zorn buch d. liebe (1587) 273b. 22) zumeist mehr dauernde eigenschaft als momentaner zustand. 2@aa) atrocitas Diefenbach 58a; ferocitas 231a; feralitas nov. gl. 170b; daz rede ich doch dar umbe niht, daz ich entsitze ir (der Griechen) grimmekeit Konr. v. Würzburg troj. 18723; lotterbuoben und spilleüt, die sein grimmigkeyt erweychen mögen (quae feritatem eius emolliant) Mich. Herr sittl. zuchtbücher (1536) 50b; häufig von thieren: aber er (der leopard) wirt nümmer sô zam, daz er seiner grimmichait vergezz Konr. v. Megenberg buch d. natur 145, 18; des löwens grimmigkeit Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. 4, 104; vielfach nüanciert: austeritas Diefenbach 63a; torvitas 590a; livor 334b; asperitudo nov. gl. 38a; immanitas 210b; grimmigkheit, stoltze, hochmut, ubermut, ferocia, ferocitas Henisch 1744; im ältesten beleg im sinne 'bosheit': in grimicheite han ich gesundot Graff 4, 325; gern als 'härte, strenge': severitas Diefenbach 531b; der fürst kert sich von dem stuol der erbärmd zuo dem sitz der grymmikeit buch d. beispiele 19 lit. ver.; es herschen auch die lang und sicher, die da nit die forcht von irer grimmigkeit wegen, sonder die lieb irer gütigkait halb iren burgern eingiessen H. Boner Herodian (1532) 2b; nicht minder häufig für 'grausamkeit': ez ist ain grimmichait, daz wir unser prüeder twingen in unser dienst Konr. v. Megenberg buch d. natur 492, 9; er hatt ein lust und wolgefallen an grimmigkeit pro deliciis crudelitas illi fuit Frisius diction. (1556) 1059b; aber die türkische grimmigkeit und zitische grausamkeit seiner feinde war so eisern Zesen verschmähete majestät (1661) 172; auch concreter 'grausame that': ich ... dancken dyr ... der grymmikeit so sy an dyr begiengent der ew. wiszheit betbüchl. (1518) 116b; pluralisch: die arme christenheit empfand die grimmigkeiten des wüterichs so hart, als nie vor diesen zeiten Treuer dtsch. Dädalus 1, 372. 2@bb) seltener in einer mehr objectiven verwendung, 'schrecklichkeit, härte, pein': daz her (Christus) die selben quale des todes in der grimmekeit von sinem willen ie geleit Hesler apoc. 1093; ich zittre zwar, wenn ich bedenke der bittren marter grimmigkeit Mühlpfort teutsche ged. 52; auch in der verbindung mit tod scheint das subst. meist so empfunden: in forhten sin uf die grimmekeit des gemeinen dodes Schmidt elsäss. 155b (aus pred. des 14. jhs.); das wir der grimmigkait des todts entflohen Schaidenreiszer Odyssea (1537) 35b; freilich auch, bei personificiertem tod, im sinne von a: daz sie ihm (dem tod) aber in die ander hand mahlen ein hacken, spaten, beil oder spiesz, damit zielen sie auff des todes grimmigkeit Prätorius hundert auserlesene abdankungen (1663) 398. 33) wie grimm auch mit quantitierender bedeutung, 'heftigkeit': grimmigkeit der schlacht Amadis 24, 544; noch deutlicher: grimmigkeit der hitze Jac. Böhme morgenröte 2; bis ihm endlich die grimmigkeit der kälte die beine umbfressen Prätorius winterflucht d. sommervögel (1678) 380; die krankheit sei diesmal von einer erschrecklichen grimmigkeit Laube ges. schr. 14, 253.
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    Neuhochdeutsch
    grimmigkeitf.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    grimmigkeit , f. , in bedeutung und gebrauch mit dem subst. grimm im ganzen identisch; im älteren nhd. recht häufig, sei…

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grimmig + -keit

grimmigkeit leitet sich vom Lemma grimmig ab mit Suffix -keit.

Alternativen: grimm+-ig+-keit

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Cotta, M. (2026). „grimmigkeit". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/grimmigkeit/dwb?formid=G28458
MLA
Cotta, Marcel. „grimmigkeit". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/grimmigkeit/dwb?formid=G28458. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „grimmigkeit". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/grimmigkeit/dwb?formid=G28458.
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