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granzen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

granzen vb.

Bd. 8, Sp. 1880
gransen, granzen, vb. , älter auch grensen (s. d.), intensivum zu 1grannen (s. d.) wie grinsen, grinzen zu grinnen, seit dem 15. jh. belegbar. das wort gehört dem mehr obd. grannen gegenüber ins md. und nd., reicht vereinzelt aber auch südlicher, z. b. ins fränkische (s. u. 2). Höfer Österreich 1, 313 führt neben granen auch gransen auf, und Schmeller-Fr. 1, 1005 s. v. graunzen belegt das wort aus junger bair. mundartdichtung (s. u. 2). in bair. schwäb. graunzen (s. d.) liegt wohl vermischung mit grunzen vor. zur bildung durch die intensivierenden ableitungssilben vgl. s. v. 1grinsen A sowie E. Hoffmann d. ahd. u. mhd. deverbativa mit ableitenden suffixen (diss. 1921) 49ff. gransen, die literarisch und mundartlich häufigere form, weist im ganzen mehr ins nd., granzen eher ins md. literarisch ist gransen länger lebensfähig als grannen, das durch das schriftsprachlich siegreiche greinen früher verdrängt wurde, daher halten es auch die wbb. länger fest als grannen, vgl. z. b. gransen Rädlein (1711) 404a; Dentzler clavis ling. (1716) 139b, granzen Schrader dt.-frz. 1, 568; junger gebrauch bei Brentano und Tieck (s. u.) ist freilich wohl als bewuszt volkssprachlich aufzufassen. 11) etwa 1grannen 1 entsprechend, besonders wohl wie 1 a für den laut des hundes, in glossierungen des 15. jhs.: mutire gransen (nd. 15. jh.) Diefenbach gl. 374b; (1421, 1429) bei Schiller-Lübben 2, 143b; bellen, gransen baulare (1421) ebda 139b; ringere granssen (md. 15. jh.), granzen (nd. 15. jh.) Diefenbach gl. 498c. hierher wohl auch: frendere gransen (md. 1414; nd. 15. jh.) ebda 246c; (obd. 1421) nov. gl. 182a. literarisch nur vereinzelt: es gransen, reissen und beissen sich zcwuene hunde umb ainen grobn harten knuchen und bain A. Chrosner ein sermon v. d. hl. christl. kirchen 68 Clemen. 22) 'brummen, murren, nörgeln, grollen', 1grannen 2 a vergleichbar, aber auch mit der nuance echten und heftigen zürnens: odire haten; niden vel gransen (nd. 1425) Diefenbach gl. 393b; sevire gransen vel tornen (1445) bei Schiller-Lübben 2, 139b, vgl. noch gransen, grillen, grimmen murmurare, irasci v. d. Schueren teuthon. 132b. auch hier nur selten literarisch: sie fiengen an mit ganzen gemüt und unverzagt, die Tell auf her zu schanzen gerings umher mit granzen (fränk. 1525) hist. volkslieder 3, 478a Liliencron. in moderner mundartdichtung des bairischen, wo sonst granen, gronen gilt: grippeln und granssen und hausen und schrein bössert kain'n menschen (19. jh.) bei Schmeller-Fr. 1, 1005 s. v. graunzen. mundartlich noch rhein. granzen, auf der grenze zu 3, 'mürrisch weinen, nörgeln, nicht leicht zufrieden zu stellen sein, immer etwas auszusetzen haben und dabei über jede kleinigkeit in üble laune geraten' rhein. wb. 2, 1352; 'murren' luxemb. ma. 152. dazu ableitungen wie granzig, granzerei, gegranz, granzer(t), granzersch und zusammensetzungen mit der bedeutung 'mürrischer mensch' wie granzarsch, granzkopf, granzsack u. a., s. rhein. wb. a. a. o. u. unten 4. 33) die literarisch (zumal im gebiet von Leipzig und Halle) und mundartlich vorherrschende bedeutung ist 'weinen'; auch hier gern, wie unter 1grannen 2 b, vom weinen der kinder: welche kindlein aber greinen, gransen, zannen, sawer und wüste sehen, die musz man auffziehen W. Bütner epitome hist. (1596) 227b; Hans, geh daher, gieb dem herrn eine hand. — nun sieh da, granst der grosze junge. komm, du bist doch sonst nicht so läppsch Tieck schr. (1828) 2, 240. ungewöhnlich in transitiver funktion: (ich) gransste da wie ein klein junge rotz und wasser Chr. Reuter Schelmuffsky 34 ndr.; vgl. noch Bock pr. wb. 15. und allgemein 'klagen, weinen, lamentieren': lacrimari gransen (1517) Diefenbach gl. 315a; da werden die citronen-fresser zittern ... und die pomeranzen-pänzsche granzen Joh. Prätorius Saturnalia (1663) 59; was konte denn Hagar ihrem sohn Ismael helffen, als er für durst verschmachtete? ... mit ihrem gransen und heulen richtete sie nichts aus Carpzov laichpred. (1698) 67; er (Hampelmann) eilte glücklich fort und kam zu seinen Hanszen, potz stern! wie fing der knecht erschrecklich an zu gransen. er war, als wenn der blitz ihn durch und durch gerührt, und sprach: wer hat euch dann zu mir herein geführt? Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 1, 286; helft ihr herren, soll ich tanzen, soll ich lachen, soll ich granzen? Brentano ges. schr. (1852) 7, 336; vgl. 5, 362. mit verächtlichem nebenton: der altfrank zum dichter: so halt doch, kerl, die nase in die höh! wann sah man einen Deutschen je also die schuh besehn und granzen, auf so erbärmliche weis gramanzen? Tieck schr. (1828) 13, 322; vgl. ders., nov. (1823) 6, 41. mundartlich namentlich md. u. ond., vgl. z. b. Vilmar Kurhessen 134; Hertel Thür. 109; Albrecht Leipzig 125a; namentlich Müller-Fraureuth obersächs. 1, 442, hier auch mit zahlreichen literar. nachweisen aus dem 16.—19. jh.; Frischbier pr. 1, 250a, bei letzterem auch mit den ableitungen granserig, das gegranse. schlesw.-holst. in abliegenderer bedeutung: granschen, granzen 'mit geräusch harte speisen (bes. unreifes obst) essen' Mensing 2, 466. kaum hierher. 44) von 3 aus in substantivischen zusammensetzungen:
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    granzenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gransen , granzen , vb. , älter auch grensen ( s. d. ), intensivum zu 1 grannen ( s. d. ) wie grinsen, grinzen zu grinne…

  2. modern
    Dialekt
    granzenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    granzen schw. : 1. 'knirschen', vom Schnee, granze (grḁndsə) [NW-Haßl GH-Schwegh ( Bertram § 292)]; vgl. graunzen 1 a. —…

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gran+zen

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Cotta, M. (2026). „granzen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/granzen/dwb?formid=G25757
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Cotta, Marcel. „granzen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/granzen/dwb?formid=G25757. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „granzen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/granzen/dwb?formid=G25757.
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