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grätig

nhd. bis sprichw. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
7 in 4 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grätig

Bd. 8, Sp. 2056
grätig, gretig, (vgl. t. 4, 1, 6, sp. 202), adj., älternhd. auch grätschicht, 'geizig, gierig'. abgeleitet von 2grat (s. d.), gleich got. gredags, an. grāðugr, aschwed. grādhugher, schwed. dial. grdig, n. graadig, ae. grǣdiʒ, engl. greedy, as. grâdag; mnd. anscheinend ausgestorben, mnl. wohl nur zufällig nicht belegt, nach Franck-van Wijk etymol. woordenb. (1912) 210a aber vorauszusetzen; nl. graag (vgl. woordenboek 5, 510), welches ins westl. nd. entlehnt wurde (vgl. grâg 'begierig' Doornkaat-Koolman 1, 672a; gra, grag brem.-nieders. wb. 2 [1767] 532), ferner ahd. grâtag, mhd. *grætec unbelegt (stattdessen ist grîtec, das zu einer anderen erweiterung der grundwz. *gher- gehört, geläufig [vgl. s. v. greitig]). ein nl. zuerst bei Kilian (1605) 106b erscheinendes gretig 'avidus, appetens', das dann wohl vom nl. her auch ostfries. (von Stürenburg 75a für Emden) belegt wird (vgl. auch Doornkaat-Koolman 1, 682a), ist wohl am ehesten als entlehnung unseres wortes 2grätig zu fassen, welches im 17. jh. im hd. noch einmal lexikalisch belegbar wird und sich vereinzelt in lebenden maa. (s. u.) erhalten hat. dies nl.-ostfries. gretig 'gierig' seines dentals wegen zu germ. *grat (s. ob. grasz, adj. 'wütend, zornig') zu stellen (wie Falk-Torp 139; Franck-van Wijk 214), die bedeutung des wortes aber (wie t. 4, 1, 6, sp. 202) aus einem (jedoch nicht nachgewiesenen) nd. gredig (entspr. unserm wort) herzuleiten, dürfte kaum möglich sein.2grätig ist ahd. nur in frühen glossen des beginnenden 9. jhs. bezeugt: inhiantes cratage ahd. gl. 2, 316, 10 St.-S.; ebda 1, 171, 4; inhians gratac, gratach ebda 1, 191, 29. im 17. jh. lexikalisch (vgl. auch die belege s. v. gretig): grätig, grätiglich, it. grätschicht, adj. avidus, appetens, cupidus, et adv. avide, voraciter Stieler stammb. (1691) 691; grätig 'geil, gehört zu dem stammworte gehren' Rüdiger zuwachs d. sprachkde (1782) 2, 79. für die lebende ma. als gradig 'begierig, neugierig' rhein. wb. 2, 1341, als grädig bei Martin-Lienhart 1, 286b für das rheinhess., sowie in einer nebenbedeutung 'geizig, naschhaft' in heiszgrätig Fischer schwäb. 3, 1398 (vgl. auch teil 4, 1, 6, sp. 94 s. v. greitig), während schwäb. grätig 'mürrisch, leicht reizbar' Fischer 3, 804 und dasselbe wort in heiszgrätig 'leidenschaftlich, zum zorn geneigt' ebda 1398 mit 2grätig in der bedeutung unvereinbar bleibt und vielmehr zu 1grätig (s. d. 2 a) zu stellen sein wird. das gleiche gilt wohl von der bei Fischer s. v. heiszgrätig beigebrachten bedeutung 'hager, kränklich' (s. 1grätig 2 b) und besonders von der zu 1grat B 3 c und 1gräte B 3 c gehörenden bedeutung 'steinig, kiesig, unfruchtbar'; die genannten unterschiedlichen bedeutungen von schwäb. heiszgrätig wären demnach auch etymologisch voneinander zu trennen. anders, aber wohl zu einfach, ist die darlegung t. 4, 2, 918 s. v. heiszgrätig. — nicht zu 2grätig, wie Mensing annimmt, sondern zu geradig t. 4, 1, 2, sp. 3558 gehört: gradig, adj. 'geschwind, hurtig'. de gradig geit, kümmt gradig wedder Mensing schlesw.-holst. 2, 463. dazu vielleicht auch einiges aus den nd. nachweisen s. v. gretig?
3179 Zeichen · 109 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grätigadj, adv

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    Grätig , — er, — ste , adj . u. adv . viele Gräten habend. Ein grätiger Fisch. Uneigentlich. Х Grätig sein, nicht sanft …

  2. modern
    Dialekt
    grätig

    Rheinisches Wb.

    grätig -E:t- Neuw-Datzeroth Adj.: mager.

  3. Sprichwörter
    Grätig

    Wander (Sprichwörter)

    Grätig Er ist so grätig wie die Alse im Mai. Dieser Fisch hat da die meisten kleinen Gräten, die wegen ihrer Feinheit be…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit graetig

3 Bildungen · 1 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von graetig

graet + -ig

graetig leitet sich vom Lemma graet ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von graetig 2 Komponenten

gra+tig

graetig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

graetig‑ als Erstglied (1 von 1)

grätig II

RhWB

grätig II jr:diχ Dür 1880 Adj.: karätig.

graetig als Zweitglied (1 von 1)

Heißgrätig

Adelung

heiss·graetig

Heißgrätig , -er, -ste, adj. et adv. welches nur im gemeinen Leben einiger Gegenden üblich ist. Heißgrätige Erze, im Berg- und Hüttenbaue, w…

Ableitungen von graetig (1 von 1)

ungrätig

DWB

ungrätig , adj. , nicht grätig. Campe. —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „graetig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/graetig/dwb?formid=G26415
MLA
Cotta, Marcel. „graetig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/graetig/dwb?formid=G26415. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „graetig". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/graetig/dwb?formid=G26415.
BibTeX
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