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gotteslohn

nhd. bis sprichw. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gotteslohn m.

Bd. 8, Sp. 1283
gotteslohn, m. , älter, besonders vom md., nd. her, auch n. wie das grundwort lohn teil 6, sp. 1132; vgl. Göpfert sächs. Erzgeb. 54; Lessing 13, 7 L.-M.; anders ist ein neutraler gebrauch herzuleiten, wie er unter 1 b δ erscheint. 11) die von gott für eine gute tat gewährte (nicht zeitliche) belohnung, gnade. 1@aa) im freien gebrauch selten anstelle der älteren genitivverbindung (s. unter gott sp. 1041): darbey man mercket gotteslohn, wer recht vrthail läszt ergan J. v. Schwarzenberg teutsch Cicero (1535) 117b; gotteslohn darf man nicht verschmähen, aber den weltlohn begehr ich nicht Jer. Gotthelf ges. schr. (1855) 9, 96; Hans Grimm volk ohne raum (1926) 600. 1@bb) meist in festen wendungen, deren religiöser gehalt sich in jüngerem gebrauch oft verflüchtigt. 1@b@aα) (sich) einen gotteslohn verdienen, erwerben u. ä.: das keiser und frsten kein grosser gotts lohn verdienen kondten, denn so sie diese ketzerey (der evangelischen) ausrotten (1539) Luther 46, 16 W.; ein armer mensch, ... an dem man sich einen gotteslohn verdient, wenn man ihm hilft Tieck schr. (1828) 14, 272; die schulbehörde, die endlich gründlich mit diesem kauderwälsch aufräumen wollte, die würde sich ums deutsche volk einen wahren gotteslohn verdienen Dehmel ges. w. 8 (1909) 123; kindliche dankbarkeit ... erwirbt ... gotteslohn Zschokke s. ausg. schr. (1824) 18, 244; W. Raabe s. w. I 6, 410 Klemm; die kugel dieser stücke rächt an Napoleon dies land, und schafft im himmel mir ewigen gotteslohn Gaudy s. w. (1844) 7, 57. so auch mundartlich: dor het he sik gottslohn an verdeint (mecklenb) in: korrespondenzbl. d. ver. f. nd. sprachf. 15, 19b; vgl. Schmeller-Fr. bair. 1, 959; 1482; Woeste westf. 82a. 1@b@bβ) die vielleicht im anschlusz an α entstandene wendung einen gotteslohn tun umschreibt in elliptischer form eine gute tat, d. i. eine tat, die auf göttlichen lohn anspruch hat. älterer gebrauch zielt vereinzelt auf eine gerechte göttliche strafe, die an jemandem vollzogen wird: sein vater wär im pan, darumb tät er ein gotslon, wen er in ... erwürget Aventin bayer. chron. 2, 306 Lexer. sonst immer im positiven sinne einer wohltat: wenn man aber ainem armen mennschen nur solt ain haller geben, ... wurd man mainen, man hette unsern herrgot mit den henden in himel hinauff gehebt unnd ain grossen gotslon thon Montanus schwankb. 165 lit. ver.; einen gottslohn thun rem deo gratissimam facere Dentzler clavis germ.-lat. (1716) 139a. so besonders in jüngeren mundarten: e gottslohn duhn 'eine wohltat erweisen' rhein. wb. 2, 1327; vgl. Schmeller-Fr. bair. 1, 959; 1482; schweiz. id. 3, 1288; Fischer schwäb. 3, 770. in anderer verbaler umschreibung: speise und trank ist nicht der gröszte gotteslohn, den das fromme ehepaar an ihm (dem fremden kind) ausübt, sondern die christliche zucht, die väterliche erziehung und die mütterliche pflege Hebel w. 2, 244 Behaghel. 1@b@gγ) vielleicht von den wendungen unter α und β her und wie unter β ebenfalls elliptisch, nur im älteren nhd., es ist ein gotteslohn. freilich zielt in den wenigen bezeugungen dieser wendung gotteslohn stets auf die gerechte göttliche strafe, die jemandem zuteil wird; insofern ist auch die annahme einer ironischen anwendung auf die strafe unmittelbar wie unter ζ möglich: (Christoph will einem kardinal kein geleit geben) und were ein gottslohn, wa er ufgeriben wurde (1557) Christoph v. Wirtemberg briefw. 4, 435 Ernst; es ist ein gottslohn, wenn man den bösewicht strafet historisch in: schweiz. id. 3, 1288. 1@b@dδ) seit dem 18. jh. auch als ausruf des dankes für eine erwiesene wohltat, oft in dem sinne, dasz eine materielle belohnung nicht erfolgen wird: sie haben also für meine jambisirte Ilias gestritten? gotteslohn dafür! Bürger s. w. 175b Bohtz; gotteslohn für diese blumen! Holtei erz. schr. (1861) 16, 262. aus der form des ausrufs gelöst, für das 'dank sagen', und daher mit neutralem genus: gib mir von deiner portion und nimm dafür mein gotteslohn Bürger s. w. 94a Bohtz; ein mörder, der immer erst bettelt, um das herz der menschen auf die probe zu stellen. bald als blinder, bald als greis pp., ... und von dem andern hängt es ab, ob er den tod will, ob ein gotteslohn (1841) Hebbel tageb. 2, 86 Werner; ist es (das mahl) euch eines gotteslohnes werth, so mag es mich freuen Rosegger schr. (1895) I 13, 42. hierher gehört wohl auch der folgende beleg: mit dem (betteln) überkäme ich vil geld, dann ich hatte des gutzlons und bettlens wohl gewohnt (16. jh.) Th. Platter (1793) 61 Baldinger, wo der herausgeber freilich gutzlon verlesen hat aus gutzlen 'dringend werben, betteln' seiner quelle in: miscellanea Tigurina 3 (1724) 238. in der umschreibung eines solchen dankes begegnet auch der plural: er müsse ihm sieben gotteslöhne wünschen, dann würde er erlöst Hoffmeister hess. volksdicht. (1869) 60. selten in einer verbalen wunschformel, die freilich logisch dem ausruf des dankes zugrunde liegt: nehmt gotteslohn, ihr süszen brüder (genien)! Göthe I 16, 365 W. 1@b@eε) etwas für, jünger um einen gotteslohn tun. über δ hinaus geradezu im sinne von 'umsonst, gratis': (wohl hierher und nicht zu δ:) ihr (Cynthias) guter ruf sogar wär als ein rauch entflohn, gäb es nicht nymphen hier, die für ein gotteslohn in süszer schwärmerei ihn zu erhalten dächten Thümmel reise (1791) 2, 199; ich wurde ein feind des tages, aller tage, die dazwischen lagen, und die ich für einen gotteslohn verschenkt hätte A. Ruge s. w. (1847) 7, 279; an allen diesen festen hatte er ... noch die grosze glocke zu läuten, wozu er zwei männer brauchte, die er um gotteslohn anstellte Hansjakob schneeballen v. Bodensee (1894) 166; schon einmal hast du mich in deinem boot über dies wasser gefahren, um gotteslohn Herm. Hesse d. weg nach innen (1932) 118. besonders in dieser wendung in den mundarten weit verbreitet. 1@b@zζ) ironischer gebrauch für eine gerechte strafe, wie ihn das simplex lohn häufig zeigt (vgl.lohn 3 b u. 4 a, teil 6, sp. 1134), ist nur vereinzelt in jüngerer mundart bezeugt: he krigt ok noch gottslohn 'seine strafe' (mecklenb.) in: korrespondenzbl. d. ver. f. nd. sprachf. 15, 19b. 22) okkasionell in umgekehrter blickrichtung, ein lohn, der gott zukommt: mit dem heiligen sakrament kann ich nicht handel treiben. der opferpfennig ist gotteslohn Ina Seidel Lennacker (1938) 113.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gotteslohn

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Gotteslohn , des -es, plur. car. der Lohn, oder die Belohnung einer guten Handlung von Gott, im gemeinen Leben, und …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gotteslohn

    Goethe-Wörterbuch

    Gotteslohn ‘Nehmt G.!’ iSv Vergelt’s Gott!, Habt Dank! 16,365 Epimen 609 Syn Dank Rose Unterberger R.U.

  3. modern
    Dialekt
    Gotteslohn

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Gott e slo h n m. in der Rda. Eps um (de n ) G. t h uen umsonst thun Z. Han. — Schweiz. 3, 1288.

  4. Sprichwörter
    Gotteslohn

    Wander (Sprichwörter)

    Gotteslohn Um ein Gotteslohn dienen. Für etwas sehr Geringes, unter Hinweisung darauf, dass es Gott segnen werde. [Zusät…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gotteslohn

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Zerlegung von gotteslohn 2 Komponenten

gottes+lohn

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Cotta, M. (2026). „gotteslohn". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gotteslohn/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „gotteslohn". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gotteslohn/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gotteslohn". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gotteslohn/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_gotteslohn_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„gotteslohn"},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-12},
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