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goerg

nhd. bis Dial. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
2 in 2 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

görg

Bd. 8, Sp. 964
görg, görge, männl. vorname, aus Georg unter kontraktion der vokale mundartlich gekürzt. auch mit anl. j- im nd. (jörg, jürgen) sowie hd. bes. im alem., wo es vielleicht aus steigender aussprache des zwievokals hervorgegangen ist, indem das e konsonantischer gleitlaut wurde und mit dem anlaut verschmolz (vgl. übergangsformen wie giörg, gjörg Staub-Tobler 2, 51). besonders obd. und md. wird görg, auch in der diminutivform görgel, als herabsetzendes appellativ gebraucht. als schimpfwort schlechthin: görge Pansner schimpfwb. 24a; jörglein Fischer schwäb. 3, 374. für einen einfältigen: görge, görgens, görgen ein mannstaufname ... im gemeinen leben wird er ... gebraucht, einen einfältigen menschen zu benennen Campe 2 (1808) 424b; das chann ieder görgel usrechnen Staub-Tobler 2, 417; auch hamburg. dumm jürken einfaltspinsel Schütze holst. id. 2, 196: den Simplicianus macht er zum dummsten görgel von der welt, und was ist also natürlicher, als dasz Prudentius überall recht behält allg. dt. bibl. 51 (1782) 601. so auch als name für die figur des dummlings: für görgen ist mir gar nicht bange, der kommt durch seine dummheit fort Gellert s. schr. (1839) 1, 142. zugleich mit hinblick auf körperliche eigenheiten: görgel einfältiger, meist körperlich langer oder plumper mensch, tölpel Staub-Tobler 2, 417 (im schweiz. nicht scharf zu trennen von gȫgel 'hanswurst, narr, dummer kerl, langer schmächtiger mensch' ebda 154); die chlinen lüt hät gott erschaffen, die grossen görglen sind selber g'wachsen ebda. von einem steifen menschen: stiht a doch do wie a hilzern girgel Weinhold schles. wb. 28b. dagegen: e hölzige jörg 'ferreus, homo sensus expers' id. Bernense 40b. ähnlich: görge roher knabe (Aargau) Frommann dt. maa. 6, 458b; görgel anmaszender mensch, grobian Staub-Tobler 2, 417 (vgl.gurgler teil 4, 1, 6, sp. 1158). die redensart einem den görgen singen oder geigen (s. geigen 4 d, teil 4, 1, 2, sp. 2577) 'einen derb zurechtweisen' knüpft sich an die rigorosen masznahmen des 'Bauernjörg' Georg von Truchsesz (um 1525, vgl. Stälin wirtemb. gesch. 4, 259; anders J. Bolte in: zs. f. dt. wortf. 1, 70): wart [] ich will dir den jörgen singen Birlinger schwäb.-augsb. wb. 256; ach, lieber landsknecht, schweig nur still! zeuch darfür an den Rhein und wart fein, bis der monsieur Till dir wider klopfet ein und thut dir den herrn jörgen singen, dasz die bleikugeln durch dich dringen (1624) bei Opel-Cohn dreiszigj. krieg (1862) 430; hast mit Fortun chaussieret, bis dich (Tilly) die metz turbieret, in Leipzigischer schlacht. wärst nit so schnell entsprungen, hätt' dir den jürgen g'sungen, dasz dir dein hiren schwach Ditfurth zweiundfünfzig ungedruckte balladen (1874) 169; ich will noch leute finden, welche ihm fünfftzig meilen sollen zu gefallen ziehen, und sollen ihme den herr görgen singen Schupp schr. (1663) 787; hätte nichts schaden mögen, wenn sie ihm (Lavater) auch über sein fragment von den poeten, das, weisz gott, im ganzen eine fast unleidliche incartade ist, ein wenig den görgen gesungen hätten (1777) Wieland in: br. an J. H. Merck (1835) 117. mundartl. (einem den) hiern örgn (sic) singen Brenner-Hartmann Bayerns mundarten 2, 284.
3219 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    görg

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    görg , görge , männl. vorname, aus Georg unter kontraktion der vokale mundartlich gekürzt. auch mit anl. j- im nd. (jörg…

  2. modern
    Dialekt
    Görg

    Rheinisches Wb.

    Görg = Georg (s. d.).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit goerg

30 Bildungen · 21 Erstglied · 7 Zweitglied · 2 Ableitungen

goerg‑ als Erstglied (21 von 21)

Görgei

Meyers

goer·gei

Görgei (spr. görgē-i), Arthur , ungar. General, geb. 30. Jan. 1818 zu Toporcz im Zipser Komitat, stammt aus einer alten protestantischen Ade…

görgel

MNWB

goer·gel

görgel , gördel , f. , Gurgel, Hals. *° görgelstrāte bei Lauremberg zu strōte, strāte Luftröhre , Kehle.

Görgel II

RhWB

Görgel II = Freistelle s. Gürgel;

görgeln

MeckWB

goerg·eln

Wossidia görgeln gurgeln, mit Anstrengung sprechen, Laute hervorwürgen: 'gOergelt unde wOerget mit hueckslukende in dem Halse' Gry. Lb. 3, Z…

görgeln I

RhWB

görgeln I = röcheln s. gurgeln;

Görgelriter

MeckWB

goergel·riter

Wossidia MeckWBN Görgelriter m. kennzeichnend für scharfen Schnaps Sta Stargard@Granzin Granz ow.

görgelsmachtig

MeckWB

goergel·smachtig

Wossidia görgelsmachtig von einer Kehle, die wie ausgetrocknet ist und nach einem Trunk verlangt: 'SOelcke Grgelsmachtige provilligen Puste…

Görgelstrate

MeckWB

goergel·strate

Wossidia Görgelstrate f. Kehle: 'De eine rspert ut der gorgelstrate, Als queme idt uth einem halen Vate' Laur. Schg. 4, 585.

Görgen

Campe

goer·gen

Görgen , ein Mannstaufname aus Georg zusammengezogen; auch in N. S., Jürge, Jürgen . I gemeinen Leben wird er, wie auch andere Namen gebrauc…

Görgény

Meyers

Görgény (spr. görgēnj), linker Nebenfluß der obern Maros in Ungarn (Siebenbürgen), entspringt im Görgényer Gebirge und mündet nach 55 km lan…

Görgényer Gebirge

Meyers

goergeny·er·gebirge

Görgényer Gebirge , Zweig der Südkarpathen in Ungarn (Siebenbürgen), zieht sich vom Hargitagebirge nordwestlich gegen die in einem Halbkreis…

Görgény-Szent-Imre

Meyers

Görgény-Szent-Imre (spr. görgēnj-ßent-), Dorf im ungar. Komitat Maros-Torda (östlich von Sächsisch-Regen), am Fluß Görgény, mit Hofforstamt,…

Görgheit

RhWB

goerg·heit

Görg-heit jriχhēət Aach Sg. t. f.: Leere im Magen, Übelkeit, Heisshunger.

görgsen

RhWBN

goerg·sen

görgsen -rχsə Ess-Rüttenschd schw.: rülpsen.

goerg als Zweitglied (7 von 7)

Fintengörg

Wander

finte·n·goerg

Fintengörg Fintengörg und Fahrtenhans lügen das Zerbrochne ganz (auch: lügen Halbes wieder ganz). ( Leipzig. )

Hanngörg

RhWB

hann·goerg

Hann-görg -ę-, –jērə  m.: 1. a. Tölpel Kreuzn . — b. äm (einem) de H. geien (geigen) den Standpunkt klar machen Nahe. — 2. übertr. der Kne…

Hansgörg

RhWB

hans·goerg

Hans-görg -ę- Kreuzn-Seibersb , May-Trimbs m.: dummer Kerl . RA.: Halt uch net dran be de H. am dängele May-Trimbs .

Schlafgörg

RhWB

schlaf·goerg

Schlaf-görg -gēriχ Koch-Bertrich m.: verächtl. verschlafener, träger Mensch.

Ableitungen von goerg (2 von 2)

Görge

Adelung

Görge , Genit. Görgens, Dat. Görgen, ein im gemeinen Leben aus Georg zusammen gezogener Mannsnahme, wofür in andern, besonders Niedersächsis…

vergörgen

RhWB

vergörgen schw.: görg 1 werden; ich wor an et versücheln en an et v. Aach , Monsch ; die losse sech vergörgele on versüchele krank werden, s…