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glaubwürdig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

glaubwürdig adj.

Bd. 7, Sp. 7914
glaubwürdig, adj. , adv.; im 15. jh. auftretendes und zunächst im bereiche des rechtslebens verwendetes wort, das im 16. jh. gläubig 4 und glaublich 2 völlig, in neuerer sprache auch glaubhaft 2 a nahezu verdrängt hat. im älteren nhd. (15./16. jh.) meist in der echten form glaubwirdig (vereinzelt glaubwerdig Luther 19, 659 W.), näheres s. unter würdig; im 18. jh. gelegentlich glaubenswürdig (s. oben sp. 7883); mnd. lôfwerdich Schiller-Lübben 2, 740; im frühen 18. jh. ins nl. entlehnt, vgl. geloofwaardig (älter geloofwerdig) woordenb. 4, 1259. das wort kann sowohl zu glaube, m., wie zu glauben, vb., gebildet sein; zunächst liegt wohl wie bei ehrwürdig denominative ableitung vor, vgl. locuples testis glaubwirdig, der ein ansehens hat Er. Alberus dict. (1540) 23a, glaubwürdig fide dignus Stieler stammb. (1691) 2509, und glaubenswürdig (sp. 7883); doch bezieht man das compositum auch schon im 16. jh., wie in neuerer sprache allgemein, auf das verbum glauben, vgl. locuples (author) ein glaubwirdiger, dem zeglauben ist Frisius dict. (1556) 148a; authenticus glaubwürdig (wie man einem legaten glauben und trawen darf, der seine credentzbrieff hat) A. Corvinus fons lat. (1646) 101. 11) zu glaube, m., II A 3 bzw. III A 1 und glauben, vb., II A 1 von personen 'vertrauenswürdig hinsichtlich ihrer wahrhaftigkeit, zuverlässig in ihrer aussage', besonders auch von zeugen: (ich) horde dat von lofwerdigen luden Herm. Korner chron. 191c bei Schiller-Lübben 2, 740: als dan das meniger glaubwirdiger man gesechen hat U. Füetrer bayer. chron. 242 Sp.; mit globwirdigen geczeugen erweisen (v. j. 1511) lehnsurk. Schlesiens 1, 535; die geschicht und marter des seligen bruder Henrichs von Sudphen ewers evangelisten, so ich durch glaubwirdige frome leut habe lassen erkunden und eygentlich erfaren Luther 18, 224 W.; das (die geburt eines sohnes) ist mir worden schriftlich bkannt und von eim glaubwirdigen mund Frischlin dt. dicht. 50 lit. ver.; Aelianus, ain glaubwürdiger historicus Fischart 3, 48 Hauffen; inmaszen er solches durch so glaubwürdige und unverwerffliche zeugen und beystände nochmahls bekräfftigen läszt Chr. Weise polit. redner (1677) 722; nachmahls ist auch, theils durch unterschiedene bekräfftigungen glaubwürdiger und vorsichtiger naturkundiger ... theils durch unsere eigene anmerckung uns rathsam kund worden, dasz ... Thomasius gedancken u. erinn. (1720) 1, 84; ob er gleich ... kein glaubwürdiger aussager war Dusch verm. w. (1754) 260; sind diese halbmenschen nicht blosze einbildungen, die kein glaubwürdiger reisender mit seiner erfahrung bestätigt hat? A. v. Haller tagebuch s. beobacht. (1787) 1, 105; Claudius ... erbiethe sich, sogleich glaubwürdige zeugen, die aller partheylichkeit unfähig wären, darzustellen Lessing 6, 102 M.; diese rede ward mir von glaubwürdigen leuten hinterbracht Göthe 44, 271 W.; dieser zweifel kann ... nicht mehr raum gewinnen, nachdem unzählige zeugnisse von glaubwürdigster seite ... festgestellt haben ... Schopenhauer w. 3, 441 Griseb.; mäszigen wir uns in der fülle der ereignisse und vor allen dingen in der schilderung derselben! ... seien wir so glaubwürdig wie wir wahr sind W. Raabe Horacker (1876) 107. —in älterer sprache auch allgemeiner 'redlich, ehrlich, verläszlich' von charakter, ohne beziehung auf eine bestimmte aussage, vgl. glaubwirdig, fromm und aufrächt fidei plenus Maaler (1561) 184b: de sanden oren schriver up, genant mester Cristoffel, dat gar ein lofwerdich man was (Magdeburg, zum j. 1422) städtechron. 7, 363; sy werden für frumm und glaubwirdig angesehen Albrecht v. Eyb spiegel d. sitten (1511) b 6a; so aber ainer dahin (vor das heimliche gericht) gefodert wurd, den soll der richter, so er sein zu eheren mechtig waist, sein versprechen und den freygrafen durch iii glaubwirdig oder ir sigel underrichten, und sol der geladen also mit abgefodert sein Joh. Knebel chron. v. Kaisheim 289 lit. ver. 22) zu glaube, m., III A 1, besonders aber glauben, vb., II A 3 und III A 1-4, von aussagen, zeugnissen, nachrichten, berechnungen u. dgl., deren inhalt dem hörer oder leser in hohem masze der wahrheit zu entsprechen scheint, ohne dasz ein objektiver beweis dafür möglich wäre; 'glaubhaft, zuverlässig, nahezu sicher, sehr wahrscheinlich', vgl. axioma ein glaubwirdiger und ungezweiffelter spruch Calepinus xi ling. (1598) 150b. 2@aa) allgemein: wir haben wol vernomen durch gemeine rede und glaubwirdige sage, wie euer liebe bey unserm herren, dem keyser zirlich empfangen (worden ist) (v. j. 1471) privatbr. d. mittelalters 1, 96 St.; das eyn fegfewr sey, kan man nit ausz der schrifft beweysen, die do sey beweret und glaubwirdig Luther 7, 451 W.; ausz heyliger göttlicher schrifft und glaubwirdigen chronicken mit fleisz zusammen getragen H. Sachs 15, 29 K.-G.; (der) abt ... (hat) sein glaubwirdige botschaft geschickt gen Gran Joh. Knebel chron. v. Kaisheim 2, 234 lit. ver.; die weill keine gleubeszwirdige schrifftl imandts mehr antzeiget P. Schedel new gerthlein d. seele (1527) 25b; durch gottes wort oder andere glaubwirdige gezeugnisz theatr. diabol. (1569) 85b; argumentirn mit glaubwirden ursachen gegen den widersacher etwas bewärn Simon Rot dict. (1571) c 1a; weil er glaubwürdige kundschafft erlangt, dasz die spannische macht sich am Bodensee zu setzen ... vorhabens v. Chemnitz schwed. krieg (1648) 2, 196; die glaubwürdigen worte dieses ehrlichen mannes Zendorius a Zendoriis t. winternächte (1682) 187; das glaubwürdigste zeugnis unserer verbindung Gottschedin briefe 1, 141 Runkel; der verfasser einer gelehrten zeitung ... musz wissen was alt, gemein, neu, wahrscheinlich, wahr und glaubwürdig ist A. v. Haller tagebuch s. beobacht. 1, 32; er wuszte eine glaubwürdige geschichte zu erzählen, in der meiner nicht gedacht wurde dt. erzähler d. 18. jhs. 25 lit.-dkm.; das vermeintlich glaubwürdigste der evangelien D. Fr. Strausz ges. schr. (1877) 3, 29; man sagt, und es ist glaubwürdig, Eustochium sey als jungfer gestorben Zimmermann üb. d. einsamk. (1784) 1, 310; den glaubwürdigsten nachrichten gemäsz fürst Pückler briefw. u. tageb. (1873) 2, 434; wenn man von verschiedenen seiten die glaubwürdige versicherung liest, dasz ... Ranke s. w. (1867) 8, 144. von der äuszeren erscheinungsform, die dem nicht sichtbaren inhalt glauben verschafft: die gratien helffen ihme (dem dichter) eine schöne farbe daran streichen, auf das es ein glaubwürdiges ansehen habe Butschky Pathmos (1677) 506; da unsere kenntnis von den ältesten wirtschaftsverhältnissen der Germanen vorwiegend auf Cäsar beruht und seine darstellung im übrigen einen durchaus wahrscheinlichen und glaubwürdigen eindruck macht Hoops waldbäume u. kulturpflanzen (1905) 513; geradezu wie 'autoritativ': das nit der bapst von der schrifft, sondern die schrifft von yhm habe glaubwirdigen bestandt, crafft und ehre (sed scriptura a papa autoritatem, vigorem, robur et dignitatem habeat) Luther 7, 175 W.; auch der grund dessen, was sie (die wissenschaft der heil. skribenten) uns berichtet, hat seine feste wahrheit und schützet sich hauptsächlich mit dem glaubwürdigen ansehen derjenigen, die es ausgesagt und die es wissen konten Bodmer v. d. wunderbaren (1740) 17. 2@bb) mit besonderer note im älteren rechtlichen sprachgebrauch von urkunden, kopien u. s. w., etwa 'authentisch, beglaubigt, verbürgt' nahe kommend, vgl. authenticum das durch viel angenommen und bewäret ist, glaubwirdig Calepinus xi ling. (1598) 149a: wie copey und abschriften derselbigen (appellation) zu Kaiszham glaubwirdig funden werden (v. j. 1525) bei Joh. Knebel chron. v. Kaisheim 469 lit. ver.; es sol auch alles obgemeldts bey der röm. keys. mayest., als obs die key. mt. selbs gehandelt hett, gütig, glaubwirdig und krefftig seyn Fronsperger kriegsbuch (1578) 1, f 3a; Paracelsi ... opera ..., so viel deren zur hand gebracht und vor wenig jahren mit und ausz ihren glaubwürdigen, eygner hand geschriebenen originalien collationiert titel in: Paracelsus opera (1616) 2, 1 Huser; durch glaubwürdige uhrkunde bestetigen Schottel haubtspr. (1663) 254; (beim kauf eines gutes ist zu bedenken,) was für alte und neue lehen- und kauffbriefe, ... waisenbücher ... gnaden- oder freybrief ... verhanden in originali oder glaubwürdig abschrifften zu sehen (seien) v. Hohberg georg. cur. (1682) 1, 8; anders, 'verläßlich': von wem hats mögen verraten werden? dan gwiszlich nit von den beschuldigten, so doch nach gmeiner form und gstalt in allen geheimnissen ein glaubwürdigs stilschweigen uffgelegt wurt C. Hedio chron. germ. (1530) 282a. in festen verbindungen, glaubwürdiger schein beweiskräftige bescheinigung, bestätigung: es soll auch ein jeder procurator, der umb procesz inn rhat suppliciert ..., ein glaubwirdigen schein seines befelchs von seiner partheyen ubergeben kammergerichtsordnung (1555) 29a; habend wir desz zu glaubwirdigen schin disen brif mit unsern insigeln bevolchen zu besigeln Äg. Tschudi chron. helv. (1734) 1, 127; hernach nahme ich meinen pettern (taufpaten) zu mir und thät mit ihm einen ritt hinunder in Spessert, glaubwürdigen schein und urkund meines herkommens und ehelicher geburt halber zu wegen zu bringen Grimmelshausen Simpl. 402 Scholte; ähnlich: und diser dingen ze gloubwürdigen urkund hab ich min insigel an disen brieff geton. Äg. Tschudi chron. helv. (1734) 1, 11; (er) sein bittschetring (petschierring) ... dem apt schickt zuo einem glaubwirdigen zeychen Wickram w. 1, 150 Bolte. hierher auch, im sinne von 'für echt oder zuverlässig zu halten': so habe ich folgende acht schilde, als 4 vom vater und 4 von der mutter, so glaubwürdig also sind, abreiszen lassen v. Schweinichen denkw. 8 Österley. 2@cc) im anschlusz an glauben vb., III B 1-3 von etwas, das 'für wirklich, für vorhanden, als den tatsachen entsprechend' angesehen werden kann: und ob die getreuwe lieb, die ich zu dir habe, glaubwirdig ist, so schwer ich dir bey meiner treuw, dasz dir nicht not gewesen wer so viel zu schreiben, zu beweisen die grosze liebe, die du zu mir allzeit getragen hast buch d. liebe (1587) 145a; dem dichter ist das gröszte, erhabenste im menschen glaubwürdig Klinger w. (1809) 9, 45; grosze mutige seele des schaukelpferds, ... stolze, glaubwürdige, fast sichtbare seele R. M. Rilke ges. w. (1927) 4, 273; anders, 'künstlerisch überzeugend' in der wiedergabe der wirklichkeit: wir sehen geren schöne ding, dann es gibt uns freud zu urtheilen, das schön steht glaubwirdiger in eins künstreichen molers sag (ausdruck) denn in der andern A. Dürer nachlasz 297 L.-F.; die reue und rückkehr (des Eleazar) zur familie beim martyrium der brüder sind (in den 'Makkabäern' von Otto Ludwig) kurz, skizzenhaft und deshalb nicht glaubwürdig gezeichnet G. Freytag ges. w. (1886) 16, 36. 2@dd) seltener mit dem schwächeren sinngehalt von glauben, vb., III D gefüllt im sinne von 'für möglich gehalten, einigermaszen wahrscheinlich', vgl. probabilis glaubwirdig nomencl. lat.-germ. (1634) 276: wenn wir oben nicht was richtigers oder glaubwürdigers ergrübelt hetten Joh. Prätorius anthrop. plut. (1666) 1, 14; da es mehr als zu bekandt ist, dasz, so iemand etwas verlohren hat, ob auch gleich vielmahl grosze unkosten, gnugsamer fleisz ... angewendet worden, er dennoch das seinige ... nicht wieder erlangen können, so ist desto weniger glaubwürdig, dasz man durch ein so elendes ding, wie ein gefundener hufnagel ist, wieder zu dem, was einem diebe entwendet haben, gelangen könne J. G. Schmidt rockenphilos. (1706) 2, 94; jedoch lasz ich dahin gestellt seyn, ob sie (die tränen) ihm sehr von hertzen gegangen, oder ob das meiste nicht schein und simulation gewesen, welches wohl am glaubwürdigsten v. Fleming t. soldat (1726) 371; einige von diesen versen sind in der that so ungemessen lang, dasz glaubwyrdig wird, der poet selbst habe sie fyr zweene gegeben, deren ersterer aber des reimes beraubet ist Bodmer-Breitinger samml. v. minnesingern 2 (1759) v; diese vermischung der christlichen und heidnischen religion ist um so glaubwürdiger, da die menschen selten ihre ganze denkungsart auf einmal ablegen M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 1, 376. 2@ee) in meist formelhaften verbalverbindungen; etwas glaubwürdig machen 'die wahrheit von etwas bekräftigen, dartun': und alhie haben sie grosze mühe und arbeyt, das sie glaubwirdig machen, das keyn brott mehr do bleybe unnd tzu nicht werde, auff das der leychnam Christi stadt habe Luther 8, 523 W.; (es soll nicht gefoltert werden,) es sei dann zuvor redlich und derhalb gnugsame anzeygung und vermutung von wegen desselben missenthat auff inen glaubwirdig gemacht Carolina 15 Zöpffl; womit der boszhafftige mensch vermeinet, seine wort und aussage zu bestättigen und glaubwürdig zu machen Hartmann fluchspiegel (1672) 16; konnte wohl Nikomachus seiner erzählung (Pythagoras habe die harmonie der klänge in einer schmiede entdeckt) durch etwas anders als dasz er die gottheit darein mischete, glaubwürdig machen? Scheibe crit. musicus (1745) 16 anm.; seine ganze kunst zeigte sich, wenn er das indemonstrable wenigstens glaubwürdig machte Herder 23, 470 S.; bis man eine lüge glaubwürdig macht, bedarf man sieben anderer Düringsfeld sprichw. (1875) 1, 188a. etwas für glaubwürdig halten u. ähnl.: (sie) haltens aber selbs nicht für unfehlbar, sondern für probabel und glaubwirdig allein Dannhauer catech.-milch (1657) 1, 28; Herodot hält das zeugnis der augen für glaubwürdiger, als was wir durch die ohren erfahren Wieland Lucian (1788) 4, 457; ich halte die angabe für glaubwürdig bis auf die thränen Bismarck ged. u. erinn. 2, 108 volksausg.; kan ... nichts für glaubwirdig angenommen werden Xylander Polybius (1574) 4; aber (ist) das von dir (Luther) nit ein grosze vermessenheit, was du redst, also glaubwürdig achtest, und alles das wider dich ist, verwürffest? Murner an d. adel 27 ndr.mit verben, die den nur subjektiven eindruck besonders hervorheben wie z. b. glaubwürdig vorkommen, finden, erscheinen u. ähnl.: wie sollen ... nicht unvermeldt laszen, dasz unsz glaubwürdig vorkommt, was gestalt ihro hochfürstl. durchlaucht erzherzog zu Österreich ... nun in geraumer zeithero soldaten geworben ... und wie verlautet ein anschlag auf die graffschafft Glatz vor seyn solle (v. j. 1619) acta publ. 2, 68 Palm; so kömmt mir ihre nachricht nur allzu glaubwürdig vor, dasz ... Nicolai Seb. Nothanker (1773) 2, 78; weil man die umstände, um sie glaubwürdig zu finden, selbst alle von angesicht kennen musz Lichtenberg briefe 2, 310 L.-Sch.; die zweite Berner glosse zu Lucan 1, 445, die den Teutates richtig zum Mars macht und auch sonst glaubwürdig erscheint Mommsen m. gesch. (1894) 5, 95 anm.objektiv dagegen: was aber die, do anhaimbt bliben und gehaust, in ander weg one des haushabens nachtl erhaust, des sich glaubwurdig befunde, darinne sollen die brüeder, so ausgwest, nicht thail haben österr. weist. 5, 727. 33) adverbial; früh rechtssprachlich etwa im sinne 'in glaubhaft rechtsgültiger form': wo dann solicher kauff in beywesen einichs gesworen ambtmanns derselben verkaufften ware oder habe alss ambtman verwanndt oder ander unverleumbter personen alss glaubwürdig beschehen were (15. jh.) Nürnb. polizeiordn. 135 Baader, vgl. ebda 239; es soll auch ainer die schäden sambt der hauptsach zu recht setzen und darnach sein schadenzetl glaubwiertig einlegen, die soll man rechtlich taxieren Salzburger taidinge 2, 479b. 'in einer art, die glaubhaft erscheint': wer hätt es wolgetrauet, wenn es glaubwürdig nicht viel zeugen wol beschauet G. Treuer Dädalus (1675) 1, 316; die wenigen andern überbleibsel, die glaubwürdig mit Bions namen auf uns gekommen sind, athmen eine süsze innigkeit Fr. Schlegel in: Athenäum (1798) 3, 229; ihre (der tiere) verschiedenen ... lebensweisen legen sich in ihr (der fabel) glaubwürdig zu tage Herder 16, 346 S.besonders mit verben des sagens, namentlich glaubwürdig berichten, berichtet werden: ich werd aber glaubwirdig bericht, dasz solchs starckriechend (styrax) vil ein andre materi sei Ryff confectbuch (1548) d 5d; er (der zar) soll jetzo, wie glaubwürdig berichtet wird, der Teutschen ... gutthäter seyn A. Olearius persian. reisebeschr. 133, in: verm. reisebeschr. (1696); einzelne ereignisse sind uns glaubwürdig berichtet worden Göthe II 6, 213 W.; in vergangnen, niderländischen zügen ist ein groszer capitain, kriegsmann und held gewesen, wie glaubwirdig darvon gesagt wirdt, welcher nur in hosen und wambs auff die scharmützel geritten Kirchhof wendunmuth 1, 145 Österley; wie das (den abfall etlicher nationen) die chroniken glaubwirdig antzeigen H. Emser in: Luther u. Emser 5 ndr.; du (das) zuvor probierest und glaubwürdig darthust theatr. amoris (1626) 43; der beklagte hat mir glaubwürdig seine unschuld dargethan O. Ludwig ges. schr. (1891) 3, 251; noch in unsern tagen ist mir ein beyspiel glaubwürdig erzählt, das völlig ein pendant ist Herder 12, 180 S.; wie man mir glaubwürdig versichert hat Gerstenberg briefe über merkwürd. d. litt. 265 lit.-dkm.; weit glaubwürdiger wird die ursache (zur pensionierung Schreyvogels) in einem Wiener berichte ... dargestellt jahrb. d. Grillparzergesellsch. 5, 167; wess ich sie zeih, dess hab ich sichren grund, glaubwürdig ward ihr frevel mir bezeugt R. Wagner ges. schr. (1897) 2, 70; es war ein baur (wie ich dann glaubwirdig vernummen hab) d. geschwenck Henrici Bebelii (1558) 127a; dieselbige schwachheit, wie ich glaubwürdig vernehme, heiszet die faulheit C. Agyrtas grillenvertr. (1670) 3, 44. 44) seltener auf glaube I A 3 bezogen im bereich der religion 'für wahr, gewisz, echt zu halten', 'religiösen glauben verdienend', so besonders im 16. jh.: gleych wie Christus und Paulus offt schweren, yhre lere und zeugnis den menschen nutzlich und glaubwirdig zu machen Luther 11, 260 W.; wie fest aber und glaubwürdig der canon sey Joh. Diettemberger wider d. unchristl. buch Martin Luthers (1526) e 1b; doch hant ir ein fortel für ander lüt, das üwer keiner in die hell kompt nach lut der köstlichen glaubwirdigen offenbarung Judas Nazarei v. alten u. neuen gott 49 ndr.; dasselb (gesetz Christi) ist allenthalben dermoszen glaubwirdig, heilig, guot ..., daz es nit pesser gesein mOecht Berthold v. Chiemsee t. theol. 63 Reithm.; welchs eben eyne besorgung ist, wie jener römischen gottsdienst rümling, so kein sprachwandelung der heyl. schrift zulasen förchtend, man möcht dieselbige viler wunderthaten und geheymnusreden halb nicht gnug heylig, glaub- und ehrnwürdig halten Fischart 3, 119 Hauffen.
18566 Zeichen · 389 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Glaubwürdig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Glaubwürdig , -er, -ste, adj. et adv. des Glaubens würdig, d. i. den innern und äußern Umständen nach so beschaffen, daß…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    glaubwürdig

    Goethe-Wörterbuch

    glaubwürdig vereinzelt komp u superl, auch ‘das G-e’ 1 zu Glaube/glauben C a von Personen u Aussagen: vertrauenswürdig (…

  3. Spezial
    glaubwürdigadj

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    glaubwürdig , adj правдоподобный , п

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glaubwuerdig

4 Bildungen · 2 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

glaubwuerdig‑ als Erstglied (2 von 2)

glaubwürdigkeit

DWB

glaubwuerdig·keit

glaubwürdigkeit , f.; im späten 15. jh. auftretende ableitung von glaubwürdig. 1 1) zu glaubwürdig 1; als eigenschaft einer person, deren ei…

glaubwürdiglich

DWB

glaubwuerdig·lich

glaubwürdiglich , adv. , ältere adverbialbildung zu glaubwürdig ( s. auch glaubwürdig 3); im 16. jh. häufig, im anfang des 17. jhs. nur noch…

glaubwuerdig als Zweitglied (1 von 1)

unglaubwürdig

DWB

unglaubwürdig , adj. adv. , gth. v. glaubwürdig ( s. d. ): die propheten ... werden bey inen u. geacht S. Franck weltb. 161 ; detrahere fide…

Ableitungen von glaubwuerdig (1 von 1)

unglaubwürdig

DWB

unglaubwürdig , adj. adv. , gth. v. glaubwürdig ( s. d. ): die propheten ... werden bey inen u. geacht S. Franck weltb. 161 ; detrahere fide…