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Glasur

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
15 in 15 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Glasur

Glasur

Glas n. ‘durchsichtiger bzw. lichtdurchlässiger, harter, spröder Stoff’ sowie daraus gefertigte Gegenstände wie ‘Trinkglas, Brille, Sanduhr’ (vgl. Stundenglas) u. dgl. Ahd. glas ‘Bernstein, Glas’ (um 800), mhd. glas ‘Glas, daraus hergestellter Gegenstand (Fensterscheibe, Spiegel, Brille)’, asächs. glas, gles ‘Glas’, mnd. glas ‘Glas, Trinkgefäß, Stundenglas’, mnl. nl. glas, aengl. glæs, engl. glass setzen germ. *glasa- ‘Bernstein’, anord. gler ‘Glas’ (mit grammatischem Wechsel) germ. *glaza- voraus, das mit von den Römern als germ. Bezeichnung des Bernsteins überliefertem (ablautendem) lat. glēsum (Tacitus), glaesum (Plinius) und (zusätzlich zum Ablaut grammatischen Wechsel aufweisendem) germ. *glēza- in asächs. glēr, mnd. glār ‘Harz’, aengl. glær ‘Bernstein, Harz’ sowie air. glass ‘grün, grau, blau’ auf eine s-Erweiterung ie. *g̑hlēs-, *g̑hləs- der Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’ (s. gelb) zurückgeht. Die Germanen bezeichnen das von den Römern in Form von Perlen und Ringen eingeführte Material mit dem ihnen geläufigen Ausdruck für den ebenfalls als Schmuck getragenen ‘Bernstein’. Vgl. Ostberg in: Beitr. z. Erforsch. d. dt. Sprache 3 (1983) 269 ff., aber auch Meineke Bernstein im Ahd. (1984). Aus Stundenglas verkürzt ist Glas ‘Sanduhr’ (2. Hälfte 16. Jh.), in der Seemannssprache ‘halbe Stunde’ nach der früher auf Schiffen üblichen ‘halbstündig ablaufenden Sanduhr’, im Nd. seit Ende des 16. Jhs., wohl Übernahme von nl. glas, wie der dem Nl. entsprechende Plural Glasen erkennen läßt; ins Hd. gelangt diese Verwendung im 17. Jh. Dazu glasen Vb. ‘die halben Stunden mit der Schiffsglocke anzeigen’ (19. Jh.). – verglasen Vb. ‘mit Glasscheiben versehen, glasig werden’, mhd. verglasen; auch ‘mit Glasur überziehen’ (15. Jh.). glasieren Vb. ‘mit einer Glasur versehen’, spätmhd. glasieren. Glasur f. ‘glasartiger Überzug auf Metall und Töpferwaren, glänzender Überzug auf Backwaren, Zuckerguß’ (Anfang 16. Jh.), gebildet zu Glas unter Einfluß von Lasur (s. d.). Glaser m. ‘Glasarbeiten ausführender Handwerker’, ahd. glaseri (11. Jh.), mhd. glasære, glaser, (md.) gleser. gläsern Adj. ‘aus Glas bestehend, hergestellt, spröde, zerbrechlich’, spätmhd. gleserīn; daneben älteres gläsen (bis 17. Jh.), ahd. (8. Jh.), mhd. glesīn. glasig Adj. ‘wie Glas (aussehend), starr, spröde’ (15. Jh., geläufig seit 18. Jh. aus bergmännischem Gebrauch bei Goethe); daneben glasicht (bis Anfang 19. Jh.).
2417 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Glasūr

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Glasūr , plur. von mehrern Arten, die -en. 1) Der glasartige Überzug irdener Gefäße, welcher aus Bleyasche, Salz und…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Glasur

    Goethe-Wörterbuch

    Glasur 1 glasartige Masse unterschiedl Zusammensetzung u Farbe zur Beschichtung (od Verzierung) von Gegenständen aus Por…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Glasur

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Glasur , glasartiger Ueberzug über thönerne Gefäße, Ziegel etc., theils angewandt des Glanzes wegen, theils um das Eindr…

  4. modern
    Dialekt
    Glasur

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Glasur [Klàsýr Dü. bis Bf. ] f. 1. glasiger Anstrich von irdenen Gefässen. 2. Glatteis. Hüt muess m e r d Ross griffe n …

  5. Sprichwörter
    Glasur

    Wander (Sprichwörter)

    Glasur 1. Das ist eine schlechte Glasur. 2. Die Glasur hält nicht. 3. Er (sie) hat Glasur aufgelegt. Frz. : Donner le bl…

  6. Spezial
    Glasur

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Gla|sur f. (-,-en) glasöra (-res) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glasur

12 Bildungen · 9 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

glasur‑ als Erstglied (9 von 9)

glasuren

DWB

glasuren , vb. , ' glasieren '. von glasur abgeleitet, mit glasieren ( s. d. ) bis ins 19. jh. in wettbewerb stehend, von Beil techn. wb. (1…

Glasur-Erde

Adelung

glasur·erde

Die Glasur-Erde , plur. von mehrern Arten, die -n, diejenige Erde, oder vielmehr derjenige Sand, welcher mit zur Glasur genommen wird; im Ob…

glasurerz

DWB

glasur·erz

glasurerz , n. : 'glasurerz ..., ein aus blei und schwefel bestehendes erz ' Scheuchenstuel österr. berg- u. hüttenspr. 104 , das für die gl…

Glasurmasse

GWB

glasur·masse

Glasurmasse für den die Zahnkrone umgebenden Schmelz (Substantia adamantina) iUz Zahnbein-Substanz (Dentinum) [ iZshg osteol Beschreibungen …

Glasurrisse

Meyers

glasur·risse

Glasurrisse ( Haarrisse ), in der Glasur von Tonfabrikaten entstehende Risse, die Flüssigkeiten aufnehmen und in den porösen Scherben eindri…

Glasurteil

GWB

glasur·teil

Glasurteil -th-, einmal Getrenntschr der aus Zahnschmelz bestehende, das Zahnbein (schützend) umgebende Bestandteil eines Zahns [ iZshg oste…

glasurwerk

DWB

glasur·werk

glasurwerk , n. : ( die kirche ist ) inwendig mit hüpschem glasurwerk gezieret und gemalt H. Wetsch reisbeschr. (1658) 170 .

glasur als Zweitglied (2 von 2)

Pfeifenglasur

Adelung

pfeifen·glasur

Die Pfeifenglasur , plur. doch nur von mehrern Arten, die -en, eine Glasur aus Seife, Gummi und weißem Wachse, womit die thönernen Tobakspfe…

Ableitungen von glasur (1 von 1)

Verglasuren

Adelung

Verglasuren , verb. reg. act. mit Glasur überziehen, im gemeinen Leben, wofür doch glasieren und glasuren üblicher sind.