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glänzig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

glänzig adj.

Bd. 7, Sp. 7649
glänzig, glanzig, adj. , 'glänzend, leuchtend'. in der neueren schriftsprache nicht mehr gebräuchlich und vom part. adj. glänzend (s.glänzen I E) verdrängt; in den mundarten öfter begegnend und als bildkräftiges wort auch noch von neueren autoren verwendet, vgl. dialektisch glanzig Schmeller-Fr. 1, 975, Unger-Khull steir. 294a; glänzig Staub-Tobler 2, 639; klentsic Meisinger Rappenau 73a; glanzig Martin-Lienhart 1, 260b; glanzich Follmann lothr. 207a; glensich Lambert rheinpf. 66b; glänzich Kisch 93a; glènzig Hertel Thür. 107; glänzig Müller-Fraureuth 1, 423a; glansîg Doornkaat-Koolman 1, 631b. die frühesten belege sind lexicographisch, vgl. candidus glantzig (15. jh., md.) Diefenbach gl. 94c; fulvus glantzig (anf. d. 15. jhs.) ebda 251b; glanczig (v. j. 1466) fulvus nov. gloss. 185a (sieh auch die var. durchglentzig [von gezierde gesagt] zu jüng. Titurel 3324 H. im druck von 1477 bl. 164a). 11) 'leuchtend, strahlend hell' (vgl.glanz A); von lichtschein: ein feurig glentzigk schwert (nach 1. Mos. 3, 24) Luther 14, 154 W.; wol leucht alles gestirn wie die lichte son, so glentzig frey Seb. Wildt tragöd. (1566) l 1b; uns gnügen neune hier (lichter), sie brennen hell und glanzig Rückert erz. d. Brahm. (1839) 408; das glänzge mondesbild verschwand H. v. Kleist w. 2, 350 E. Schm. von einem heiligen (vgl.glanz A 4): (der alte mann) ward ein schöner glänziger heiliger Göthe 39, 138 W.; von klarem wetter der nacht (vgl.glanz A 2): ut praenitens luna vast heyter und glantzig Frisius dict. (1556) 1042b. 22) 'glänzend, blinkend, schimmernd' (vgl.glanz B): zwey gläntzige schwerdt Seb. Wildt 12 comöd. (1566) Hhh 4b; starckem, hellen, im strahl der sonne glänzigen kupfer H. v. Kleist 3, 387 E. Schm.; da liegt es golden, glanzig, das erbetete, erjammerte, verfluchte, gesegnete gold E. v. Handel-Mazzetti Jesse und Maria (1915) 1, 316. im sprichwort: s isch nit alles gold, was glanzich isch Follmann lothr. 207a, Martin-Lienhart 1, 210b; wann solche pflasterstein abgeschliffen und wol poliert und glentzig gemacht seind, sol man gestoszen marbel darauff rein siben G. Rivius Vitruv (1575) 469; (andere hauswirte) überstreichen das brod (ehe es gebacken wird, mit wasser) so wirds noch gläntziger Hohberg georg. cur. (1682) 1, 201; so ein verborgne röte auflieff mit brennen und glantzig, und weret in dasz dritt oder sechst jar, dasz sein zeichen zum heiszen brand Paracelsus chir. schr. (1618) 445; von haarglanz: denn düe haar glanzüg werden wüe samett Samuel Kiechel reisen 413 H.; 'glanzig ... glänzend, feiszt, von pferden' M. R. Buck medicin. volksglaube (1865) 34; warf bei dem hellen scheine der lampe einige rasche konturen auf das feine glänzige papier Gaudy s. w. (1844) 23, 57; wo des schilfes fahnen wehen zwischen breitem, glänzgem blatt 7, 14; glanzig gschir Seiler Basel 138a; glänzger ströme lauf Eichendorff s. w. (1864) 1, 394. 33) bergmännisch entsprechend glanz B 2 a vom aussehen von mineralen, vor allem glanzerz (vgl.glanz F 1) 'glitzernd', vgl.: der lebendig schwebel, vom feur noch nit berürt, klar, glantzig W. H. Ryff spiegel u. regim. (1544) 95b; pyrites colore galenae similis ein glantziger kisz Agricola bergmannus sive de re metallica (1530) 134; nachdeme die maisten gang bleich und glanzig geng führen, und am gehalt des silbers nit so reich sein, wie auf andern silberbergwercken (v. j. 1548) v. Lori baier. bergrecht 245; auff die flüssigen milden ertz, als die eyssenschüssig und glantzig und die ohne kiesz seyn Ercker beschr. aller mineral. ertzt (1580) 51b; blendertz ... es sey gediegen, gläntzig und kiesig, so bestehet das nicht, und trägt gar wenig die kost Kirchmaier instit. metall. (1687) 78; glantzertz ist ein glauch und glantzig ertz Löhneysz ber. v. bergw. (1690) 22; so wirstu ein gar schön farbig und hell glantzig gold finden J. B. Porta natürl. magia (1713) 489; glanzig wiszmutherz Jacobsson technol. wb. (1793) 5, 681a, s. noch Beil technol. wb. (1853) 1, 247. 44) zu glanz C; von den augen (s.glanz C 2): und fand ihn endlich hinter einer dichten hecke, längshin ins gras gestreckt und das gesicht mit seinen zwar glänzigen, aber mutlosen und schamvollen augen gegen den boden gekehrt Federer berge u. menschen (1911) 564; von leuchtender farbe, besonders der haut (s.glanz C 1): wann aber der Mars allein wirt sein ein bedeuter der geburt, und wurd auffgängig sein in der welt, ... so wirts bedeuten, das der geborne werde keiner glantzigen farb sein, er wirt auch zuom theil einer weiszen doch nit gar klaren farb sein, auch etwas rötlecht, doch nit recht rötlecht M. Pegius geburtstundenbuch (1570) J i 1a; dazu auch glanzig rotbackig Fischer schwäb. 3, 667; 'hell, durchsichtig' (vgl.glanz C 1) von einer flüssigkeit: im wirtshause gab uns hr. Bogner rothen glanzigen brantwein der sehr stark war und daher mich bald sehr lustig machte Ph. H. Patrick tagebuch 1, 162. 55) uneigentlich. 'ansehnlich, kostbar', zu glanz D 2: dan was ist doch zartlichers, zirlichers und vollustigers, dan die reichen? ... wer hat schöner statlicher häuser? wa ist alles also gemachlich, ... glanzig ... als daselbs? Fischart 3, 89 Hauffen; doch zeucht sich euer man yetz glentzig mit seyner klaydung hurtig und fentzig mehr dann in seinen jungen tagen H. Sachs 1, 451 K.; und drinnen (im hause) wie glanzig alles und rein! das prächtige bett, der spiegel, der schrein Chamisso w. (1839) 6, 264. 'blühend, schön' entsprechend glanz D 1 a u. b: dann hast du (das lied) badefrische, glänzge glieder, ... zum tanz gebrauchet Immermann 13, 251 Boxb.; grün war die weide, der himmel blau, wir saszen beide auf glänzger au Eichendorff s. w. (1864) 1, 262.
5736 Zeichen · 141 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Glänzig

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Glänzig , adj. et adv. welches nur im gemeinen Leben, besonders bey den Bergleuten, für glänzend üblich ist.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    glänzig

    Goethe-Wörterbuch

    glänzig iSv glänzend, leuchtend [ Carl, die Legende vom frommen Kind aufsagend: ] ein schöner g-er [glänzender 8,19,24 G…

  3. modern
    Dialekt
    glänzig

    Rheinisches Wb.

    glänzig Trier-Stdt (u. -tsəriš ), Simm (-e-), Neuw , Siegld Adj.: glänzend. — Gl. dunkelbraun Simm-Laub .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glaenzig

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von glaenzig

glanz + -ig

glaenzig leitet sich vom Lemma glanz ab mit Suffix -ig, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von glaenzig 2 Komponenten

glan+zig

glaenzig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

glaenzig‑ als Erstglied (1 von 1)

glänzigkeit

DWB

glaenzig·keit

glänzigkeit , f. , ' glanz ', vgl. glenczekeit fulvedo (15. jh., md. ) Diefenbach gl. 251 b : du bist kunfftig zuo richten lebendig und tote…

Ableitungen von glaenzig (1 von 1)

beglänzigen

DWB

beglänzigen , polire, purgare, glänzend machen: die perlen beglänzigen mit warmer semmelschmollen. Hohberg 1, 203 b .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „glaenzig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/glaenzig/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „glaenzig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/glaenzig/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „glaenzig". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/glaenzig/dwb.
BibTeX
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