gläne,
f. , '
lanze'.
spätmhd. kontrahiert aus glævîne, glevîne,
nebenformen von glavîn, glevîn (
s. Lexer 1, 1030),
das aus afrz. glaive
entlehnt ist; obd. noch im älteren nhd. erhalten, vgl. auch glefe.
als glêne Stricker
bei Lexer 1, 1031, glene S. Franck
weltbuch (1534) 164
b, G. Nigrinus
pap. inquisition (1582) 450;
als glen J. Rothe
dür. chron. 653
Liliencr., J. Vogel
ungr. schlacht (1626) 47;
als glane Rivander
dür. chron. (1596) 441, glan
nomencl. lat.-germ. (1634) 557, gläne C. Spangenberg
mansf. chr. (1572) 220
b,
buch d. liebe (1587) 387
a;
als glän Forer
Gesners fischbuch (1563) 166
a, Fischart
Gargantua 279
ndr., Stumpf
Schweizerchron. (1606) 205
a u. a. —
neben üblicher schwacher flexion (
s. u.)
gelegentlich starke, vgl. einer glene lang S. Franck
weltbuch (1534) 164
b, an eyner glene Nigrinus
pap. inquisition (1582) 450;
vereinzelt als neutr. das glen Wickram
w. 3, 235
B. 11)
die stangenwaffe selbst; glossiert durch hasta Frisius
dict. (1556) 154
b,
lancea Garth
lex. (1657) 441
a,
sarissa Golius
onom. (1582) 179,
spiculum Calepinus
XI ling. (1598) 585
a.
latinisiert als gelenum eyn glen, en schafft (15.
jh., md.) Diefenbach
gl. 258
c: und siben mal an die Türken gestreit, und acht mal mit scharpfen glenen gereit, und auch menlich neun kempfe geficht
fastnachtspiele 307
K.; thuet eure glennen prechen mit der dürckischen rot Hans Sachs 22, 377
K.-G.; jedoch hauptmann Nieneman, der legt die glän ein und rant im vollem ritt dem mönch auff die prust Fischart
Gargantua 405
ndr.; dasz sampt gebrochener glenen ... er in ... darnider stürtzet
Amadis 94
K.; der ungrisch obristr leget ein sein scharffe glenn J. Vogels
ungr. schlacht (1626) 47; die er oft ritterlich geführet die schwanke glän S. v. Birken
ostl. lorbeerhain (1657) 374;
noch mundartl. glen, gleni
lanze, lange beine Staub-Tobler 2, 630. 22)
für den lanzenreiter gebraucht, indem die waffe statt ihres trägers genannt wird: iz ist zu wissen, daz unser herre von Triere sich verbinden wil dem gemeynen frieden ... mit funffczig glenen (
v. j. 1389)
Frankfurts reichscorresp. 1, 33
J.; 24 reiter, wobei glene mit 4 hengsten (
v. j. 1421) Staub-Tobler 2, 631; das uns der hertzog und herschaft von Venedig yetzo zu unserm zug gen Rom 400 wolgerusster glän auf iren costen und schaden leyhen (
v. j. 1495)
urk. Maximilians 85
Chmel; wend ir uns besoldung gen, so hab ich fierhundert glen, so wend wir ziehen an üwer fiend
N. Manuel 85
Bächt.; do kam erst der fürst ... zu inen in das Elsass mit 1500 glenen Äg. Tschudi
chron. helv. (1734) 1, 486. —