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gitarre

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gitarre f.

Bd. 7, Sp. 7569
gitarre, guitarre, f., ein lautenähnliches zupfinstrument; heute mit flachem boden, seitlicher einschnürung, einem halse und sechs saiten versehen, früher auch in anderen bauarten üblich, vgl. z. b. 'guitarre ist ein plattes, einer zitter sehr gleichendes, mit acht oder zehn saiten bezogenes instrument' kurtzgef. musical. lex. (1749) 168. aus griech. κιθάρα (s. auch unter zither), über italien. chitarra ins spanische guitarra entlehnt, sieh Meyer-Lübke rom. etym. wb. nr. 1953 (entgegen E. Littmann morgenländ. wörter2 91, der aramäisch-arabische vermittlung annimmt, doch ist arab. qitâr nur unsicher bezeugt, qîtâra findet sich nur in modernarab. wbb., aus dem roman. übernommen; mitteilung von Rich. Hartmann). das spanische gab das instrument als guitarra im 14. jh. nach dem übrigen Westeuropa weiter; doch ist das wort erst im frühen 17. jh. für das deutsche nachzuweisen, vgl. in schon eingedeutschter form ein spannische gitarre Angelius v. Sumaran sprachbuch (1621) 557, aber noch als guitarra bei Melissus d. rachgierige Fleurie (1715) 225; das vereinzelte kitarre (v. j. 1615) bei Seiler lehnwort 3, 329 ist wohl dem griech. nachgebildet oder aus dem gleichfalls verwendeten ital. chitarra entwickelt, vgl. auff der lautten, harffen, chitarron oder theorba Mich. Prätorius syntagma mus. (1619) 3, 146, chitarre noch als nebenform verzeichnet bei J. Hübner zeitungslex. (1824) 2, 99a. im dt. isoliert bleibt chiterna Mich. Prätorius theatr. instr. (1620) 2, 53, das eine mischform mit quinterne 2 (s. teil 7, 2374) darstellt, vgl. afrz. guiterne, mnl. giterne, s. Verwijs-Verdam 2, 1984. im 18. und 19. jh. herrscht die schreibweise guitarre vor, die in neuester zeit wieder zu gitarre vereinfacht wurde. literarisch erst mit dem ende des 18. jhs. häufiger belegt, da die gitarre in der rokokozeit als begleitinstrument bukolischer liebeslieder (schäferpoesie) ihre eigentliche blütezeit erlebte und nicht wie die laute in Deutschland früh volkstümlich geworden ist. wie chitarra, kitarra (vgl. H. Schulz fremdwb. 1, 247) kann guitarre, gitarre im 17., 18. und anfang des 19. jhs. auch die 'zither' bezeichnen, sodasz die engere bedeutung oft unbestimmbar bleibt, vgl. 'guitarre, eine cyther oder zitter, musikalisches instrument' frauenz.-lex. (1773) 1, 1235: bald dann, weil in den händen ihm rauscht die gitarre des Föbos, oder Hermaons helle, von schildpatt tönende leier, offenbaret er laut die gerechtigkeit allen umwohnern J. H. Voss Hesiod (1806) 271. als begleitinstrument beim singen verwendet; als instrument der sentimentalen frauen oder verliebter jünglinge früher auch als verächtlich geltend: nordwärts der Alpen tönen die völker nicht zur guitarre (das instrument zur 'romanze') Herder 24, 263 S.; im laufe des heiteren redespiels nahm der Araber eine guitarre und sang Fouqué zauberring (1812) 2, 74; wenn sie (unsere damen) einmal anstatt der guitarre das spinnrad handhaben wollten Göthe 24, 1, 113 W.; eine guitarre liegt auf dem tische, sie (Thekla) ergreift sie, und nachdem sie eine weile schwermüthig präludiert hat, fällt sie in den gesang Schiller 12, 147 G.; fräulein Agathe errötete, ... so nahm sie die guitarre und sang folgendes liedchen O. Ludwig ges. schr. 2, 552 Schm.-St.; frau doctorin sang zur guitarre schöne almenlieder Steub drei sommer in Tirol (1895) 1, 131; die guitarre ... ist doch das miserabelste, unvollkommenste instrument von allen instrumenten, nur wert von girrenden, liebeskrankenden schäfern in die hand genommen zu werden E. T. A. Hoffmann s. w. 10, 50 Gr.; neben gitarre spielen tritt ihren klangcharakter kennzeichnend oft die verbindung (auf, an der) gitarre klimpern auf: dort diente ich abwechselnd bei adepten und bartscherern, lernte guitarre spielen und olla potrida kochen Bauernfeld ges. schr. 5, 15; guitarre klimpern E. T. A. Hoffmann s. w. 10, 51 Gr.; er klimpert an der guitarre Rückert w. (1867) 2, 412; ich klimpere dann auf der guitarre dazu Bettine Cl. Brentanos frühlingskranz (1844) 2; im 19. jh. zum instrument herumziehender bettelsänger herabgesunken, und erst in neuerer zeit von der jugendbewegung (wandervogel) unter dem namen zupfgeige (s. d.) wieder zu ehren gebracht: (Zeisi) ist dann herumgezogen mit der guitarre und hat in den höfen der häuser gesungen um ein stück brot, um ein paar stiefel M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 1, 102; dann schien er noch jahre lang mit einer guitarre auf dem rücken sich beholfen zu haben, — ohne jedoch auch auf diesem instrumente etwas ordentliches vorbringen zu können, bis er unlängst ... in das armenhäuslein gesteckt wurde G. Keller ges. w. (1889) 2, 94; jeder darf ... herumgehen und etwas verkaufen in den straszen oder zur gitarre singen R. M. Rilke briefe v. 1906 -1907 (1930) 294; vgl. gitarremensch 'frauenzimmer, das in wirtschaften gitarre spielt' rhein. wb. 2, 1247, Schön Saarbrücken 83a; mundartlich teilweise aufgenommen und verstümmelt, vgl. gidar, gidā, jitā rhein. wb. 2, 1246; jittar, jitta Rovenhagen Aachener wb. 45; gitta Hönig Kölner ma. 26a, aber citarə Müller-Fraureuth obersächs. 1, 422b, gitarə Weber Zürcher oberland 81. —
5149 Zeichen · 130 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gitarref.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gitarre , guitarre , f. , ein lautenähnliches zupfinstrument; heute mit flachem boden, seitlicher einschnürung, einem ha…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gitarre

    Goethe-Wörterbuch

    Gitarre alle 20 Belege Gui- a als Soloinstrument od (mehrf) zur Begleitung von Kunst- u Volksliedgesang, auch neben ande…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gitarre

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gitarre (franz. guitare , früher guiterne , auch Quinterne, ital. chitarra , span. guitarra ), Saiteninstrument, dessen …

  4. modern
    Dialekt
    Gitarref.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Gitarre f. : wie schd.; Gitaʳʳ (ˈgidaʳ) spiele [verbr.]. Heerschde's, wie die Kinner speelen? Gitta, Geij, Drumbeed un H…

  5. Spezial
    Gitarre

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Gi|tar|re f. (-,-n) ‹mus› chitara (-res) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gitarre

8 Bildungen · 8 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von gitarre 2 Komponenten

git+arre

gitarre setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gitarre‑ als Erstglied (8 von 8)

gitarrebegleitung

DWB

gitarre·begleitung

gitarrebegleitung , f. : sie soll mir ein lied mit guitarrebegleitung vorsingen graf Franz Pocci lust. komödienbüchl. (1859) 123 . —

gitarrengeklimper

DWB

gitarre·n·geklimper

gitarrengeklimper , n. : gesang, guitarrengeklimper, lectüre sollten sich, anderen blumen gleich, durch die rosen der liebe schlingen Holtei…

gitarrenklang

DWB

gitarre·n·klang

gitarrenklang , m. : hinter mir hörte ich durch die stille nacht noch einzelne guitarrenklänge herüberschallen Eichendorff s. w. (1864) 3, 7…

Gitarrenmensch

RhWB

gitarre·n·mensch

Gitarren-mensch jitā:- Verbr. n.: Frauenzimmer, das in Wirtschaften Guitarre oder sonst ein Instrument spielt [ -bettchen (-elisabeth) Saarb…

gitarrenspiel

DWB

gitarre·n·spiel

gitarrenspiel , n. : ich sah eine anzahl betrunkener burschen mit guitarrenspiel und gesang durch die straszen von Athen ... ziehen Fr. Th. …

gitarrenspieler

DWB

gitarre·n·spieler

gitarrenspieler , m. : ( Karl Töpfer galt ) für einen berühmten guitarrenspieler Holtei vierzig jahre (1843) 1, 370 . —

gitarrenspielerin

DWB

gitarre·n·spielerin

gitarrenspielerin , f. : neben ihnen war noch eine guitarrespielerin, ein blondes, bewegliches ding Storm s. w. (1899) 5, 288 . —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gitarre". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gitarre/dwb?formid=G17207
MLA
Cotta, Marcel. „gitarre". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gitarre/dwb?formid=G17207. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gitarre". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gitarre/dwb?formid=G17207.
BibTeX
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