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Giganten

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Giganten

Bd. 7, Sp. 842
Giganten, im griech. Mythus ein den Göttern feindliches, von ihnen vertilgtes Riesenvolk. Homer nennt sie ein den Göttern verwandtes, durch seinen Übermut zugrunde gegangenes Urgeschlecht, Hesiod aus dem aufgefangenen Blut des entmannten Uranos geborne Söhne der Gäa. Beide kennen ihren von Gäa angestifteten Kampf gegen die Olympier (Gigantomachie) noch nicht, den erst spätere Zeit, an örtliche Sagen anknüpfend, nach dem Kampf der oft mit ihnen verwechselten Titanen erdichtet zu haben scheint. Als Schauplatz des Kampfes wird ihr Geburtsland Phlegra (d. h. Brandstätte) genannt, das man sich in vulkanischen Gegenden vorstellte, auf der makedonischen Halbinsel Pallene, den sogen. Phlegräischen Feldern in Kampanien zwischen Cumä und Capua oder bei Tartessus in Spanien. Die Götter riefen Herakles zur Hilfe, da sie nach einem Orakel die Riesen nur unter Beistand eines Sterblichen vernichten konnten. Als Vorkämpfer der G. erscheinen Enkelados, der fliehend von Athene unter der Insel Sizilien begraben wurde, Alkyoneus, der in seinem Geburtsland unsterblich war, und den daher erst Herakles von Pallene wegschleppen mußte, ehe er ihn töten konnte, Porphyrion, den Zeus mit seinen Blitzen und Herakles' Pfeile erlegten, Polybōtes, auf den, als er floh, Poseidon die Insel Nisyros warf, ein mit dem Dreizack abgeschlagenes Stück der Insel Kos. Die Kunst stellte sie zuerst in menschlicher Gestalt und im Heroenkostüm dar; allmählich gab man ihnen durch schreckliche Gesichter, tief herabhängendes Haupt- und Barthaar, Bekleidung mit Fellen, Bewaffnung mit Felsblöcken, Baumstämmen und Keulen ein furchtbares Aussehen; in zwei schuppige Schlangen, statt der Füße, auslaufende Leiber gehörten später zum Gigantentypus (s. Abbild.). Die Gigantomachie des Altars zu Pergamon (jetzt im Pergamonmuseum zu Berlin, s. Tafel »Bildhauerkunst IV«, Fig. 7 u. 9), die großartigste Darstellung aus dem Altertum, vereinigt die verschiedensten Formen: völlig menschlich gebildete G. und solche mit Schlangenfüßen und mächtigen Flügeln, nackte oder in Felle gehüllte und mit Steinen schleudernde sowie mit Rüstungen versehene. Berühmt ist auch das Wandgemälde des Giulio Romano, der Sturz der G., im Palazzo del Te zu Mantua. Vgl. B. Stark, Gigantomachie auf antiken Reliefs und der Tempel des Jupiter Tonans in Rom (Heidelbr 1869); Heydemann, Gigantomachie auf einer Vase aus Altamura (Halle 1881); Köpp, De gigantomachiae in poeseos artisque monumentis usu (Bonn 1883); Stais, De variis gigantum formis in fabula et arte graecorum (Halle 1884); M. Mayer, Die G. und Titanen in der antiken Sage und Kunst (Berl. 1887); Spindler, Der Gigantenmythus in seiner ältern Überlieferung (Zwickau 1888).
2696 Zeichen · 27 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gîganten

    Mittelniederdeutsches Wb.

    gîganten Giganten, Riesen.

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Giganten

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Giganten , in der griech. Mythologie Riesen mit Schlangenfüßen, von der Erde aus dem Blute des Uranos erzeugt, stürmten …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit giganten

12 Bildungen · 12 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von giganten 2 Komponenten

gig+anten

giganten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

giganten‑ als Erstglied (12 von 12)

gigantenarbeit

DWB

giganten·arbeit

gigantenarbeit , f. : zur gigantenarbeit sind sie befähigt, aber nicht zu der des Sisyphus W. Alexis Isegrim (1854) 241 . —

gigantenarm

DWB

giganten·arm

gigantenarm , m. : o könnt ich mit gigantenarmen nur aus seiner fernen sicherheit ihn reiszen Mich. Beer s. w. (1835) 8 Schenk. —

gigantengrab

DWB

giganten·grab

gigantengrab , n. , eine art hünengrab: die sogenannten gigantengräber bestehen aus je elf in einen halbkreis gestellten steinen Mothes baul…

gigantengrosz

DWB

giganten·grosz

gigantengrosz , adj. : das waren tage Michelangelos, von denen ich in fremden büchern las. das war der mann, der über einem masz, gigantengr…

gigantenkampf

DWB

giganten·kampf

gigantenkampf , m. , der mit der götterwelt entbrannte kampf der giganten, die gigantomachie; gewaltiger, riesenhafter kampf: die durch eine…

gigantenkraft

DWB

giganten·kraft

gigantenkraft , f. : Byron ist eben dadurch einer der gröszten dichter aller zeiten, dasz er allen schmerz seiner zeit seine tiefste brust d…

gigantenmauer

DWB

giganten·mauer

gigantenmauer , f. : ein plateau ..., steht da wie eine gewaltige gigantenmauer Ritter erdkde 14, 784 . —

gigantenschritt

DWB

giganten·schritt

gigantenschritt , m. : wie wenn auf einmal in die kreise der freude, mit gigantenschritt, geheimniszvoll nach geisterweise ein ungeheures sc…