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gieszkanne

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gieszkanne f.

Bd. 7, Sp. 7418
gieszkanne, f., ein wort, das seit dem 16. jh. hochsprachlich ständig an boden gewinnt und die provinzialen synonyma wie gieszkante, gieszer 2 u. a. verdrängt, 'gefäsz, aus dem man gieszt'. 1) allg.: guttus ... aquam guttatim fundens B. Faber thes. (1587) 370a; 'ein gelten darausz man etwas gieszt' A. Corvinus fons lat. (1646) 372; guttus, gutturnium Stieler (1691) 927. 2) tafelgerät, die hände zu reinigen, dass. wie gieszfasz 1: vas e quo affunditur aqua ad lavandas manus Frisch (1741) 348c; aquimanarium igitur sive aquimanile B. Faber thes. (1655) 82a; oft in verbindung mit becken: 1 gieszkanne und becken H. v. Schweinichen denkw. 527 Öst.; zum heergeräte aber soll in diesem fürstenthumb hinforder gehören ... ein handbecken und gieszkanne Schickfus chron. v. Schlesien (1625) 3, 348; die fürsten ... verehrten der braut ... ein silbernes giesbecken und gieszkanne A. H. Bucholtz Herkuliskus (1665) 1278; (die gieszkanne) 'ist ein aus silber oder zinn in form eines würtzopfs mit einer schnauzen und henkel versehenes geschirr, in das gieszbecken gehörig, woraus man sich die hände wäscht' Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 670; und mir erlaubt, das becken euch zu halten. nimm, frau, die gieszkanne Tieck schr. 3, 241; waschbecken und gieszkanne, die am ende der mahlzeit herumgeboten werden, heiszen elmurgifan Fr. Rückert 11, 346. 3) biersprenger: dann folgen die kellera ..., in den händen volle, mit bändern geputzte biersprenger (gieszkannen) F. M. Böhme gesch. d. tanzes 197. 4) heute geltende hauptbedeutung: 'gartengerät zum begieszen der pflanzen', früher z. t. aus holz, jetzt meist blecherne kanne, mit henkel an der seite und bügel oben sowie schräg angesetztem ausguszrohr mit (abnehmbarer) brause: so habe ich auch gesehen, dasz sich etliche leute mit den gieszkannen und krügen drauff verstanden, dasz ... Prätorius anthropod. Plut. (1666) 1, 245; das deutsche genre schien ihm ein so schwaches reis zu sein, wie die gieszkanne nötiger sei, als das gartenmesser Th. Abbt verm. w. (1782) 3, 79; ihre (der nuszmummeln frucht) gleicht wirklich einem wespennest oder der dille einer gieszkanne Oken allg. naturgesch. 3, 461; von der gieszkanne lohnsüchtiger gärtner begossen Börne ges. schr. 5, 97; er sah seine kleine hummel (tochter) mit der gieszkanne über die beete fahren G. Freytag ges. w. 6, 135; die jungen tabakspflänzchen müssen ... durch überbrausen mit einer feingelöcherten gieszkanne feucht erhalten werden J. N. v. Schwerz prakt. ackerbau 599; im bild: wo sie sich selber gepflanzt hatte, und seitdem nur von ... den gieszkannen der berstenden wolken besprengt worden war Gaudy s. w. 19, 107; es ist ein miszbrauch, den unser beichtvater mit dir treibt, dasz er deine augen als gieszkanne für die pflanze seines kummers benutzt Bismarck br. an s. braut u. gattin6 57; redensarten: en maul wie en g., en stemm wie en (alt, zerbroche, rostig) g. Müller rhein. wb. 2, 1225. 5) gieszgefäsz am wasserrad: als sie ans wasserrad kamen, das seine gieszkannen laut auf die blumensaaten ausschüttete Jean Paul w. 7/10, 481 Hempel. 6) übertr.: a) soldatensprachl. für schrapnell (wegen der wie durch eine brause auseinander gejagten kugeln): R. Delcourt expressions d'argot 110b; b) männl. geschlechtsteil: Hentrich Eichsfeld 43; dazu niederer umgangs-, bes. soldatensprache zugehörig: sich die gieszkanne verbiegen 'geschlechtskrank werden'; c) name der siebmuschel, arytaena, aspergillum, die an einem ende von einer an eine brause erinnernden durchlöcherten kalkscheibe verschlossen ist Oken allg. naturgesch. 5, 270; Nemnich polygl.-lex. unter serpula penis 4, 1287. —
3647 Zeichen · 98 Sätze

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gieszkannef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gieszkanne , f. , ein wort, das seit dem 16. jh. hochsprachlich ständig an boden gewinnt und die provinzialen synonyma w…

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gieszkanne‑ als Erstglied (5 von 5)

gieszkannenmuschel

DWB

gieszkanne·n·muschel

-kannenmuschel , gastrochaena, muschelart mit eigentümlichen kalkröhren, der siebmuschel ( s. gieszkanne 6 c) nahestehend: Meyer konv.-lex. …

gieszkannenscheiszer

DWB

gieszkanne·n·scheiszer

-kannenscheiszer : sie werden mich ja nicht meinen, sagte der gieszkannenscheiszer aus Schweina, als die jungen ihn so riefen wie das volk s…