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gezeigen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gezeigen

Bd. 7, Sp. 6928
gezeigen , verstärktes zeigen. 11) das mit zeichen und zeichnen (s. oben gezeichnet) wie mit zeihen (s. unten gezeihen vgl. auch Brugmann indogerm. forsch. 12, 28) stammverwandte verbum zieht in der älteren sprache einen weiteren bedeutungskreis, an dem auch die verstärkten formen theilnehmen. unserem sprachgefühl ist die sinnliche verwendung des verbums in verbindung mit einem entsprechenden obj. ausschlaggebend: sie quamun filu ferroiʒ zeigota in ther sterro. Otfrid 2, 3, 19; dîne wega die grehten zeîge mir (vias ... demonstra) Notker psalm 24, 4 (zeige Luther). dagegen bevorzugt die ältere sprache abstracte wendungen mit oder ohne eigentliches object, vgl. Graff 5, 589, vgl.: thes kruces horn thar obana thaʒ zeigot uf in himila; thie arma joh thie henti thie zeigont woroltenti. Otfrid 5, 1, 20. entsprechend ist der gegensatz zwischen relativem und absolutem gebrauch auch für die ersten zusammengesetzten formen bei Otfrid gestaltet, der im zweiten fall das verbum für das stammverwandte lat. dicere eintreten läszt (vgl. auch unʒ ih thir zeigo 1, 19, 5; usque tum dicam tibi Matth. 2, 13 uncʒ das ich dir sag cod. Tepl.). vgl.: so er in gezeigota tharso ward er unfrawer sar. 4, 12, 1 (cum haec dixisset Joh. 13, 21); gegen: giwisso, so ih thir zellu,thiu werk bisihit si ellu; si iʒ alleʒ gote reisotjoh sinen io gizeigot. 4, 29, 26. 1@aa) gern ist an stelle des objects ein ganzer satz angegliedert (vgl.: daʒ tier im zaigen kunde das er nider sasz Heinrich von Neustadt Apollonius 6728 Singer): ich bitte dich vatter, das du in sendest in meines vatters hausz. wann ich han fünff brüder, das er in gezaige auff das si nit auch kumen in dise statt der pein Gregors dialoge IV cap. 29. und enkunnet niht gezeigen, wer iuch betwinge dar zuo oder welher hande nôt eʒ tuo. Gottfrid Tristan 6088 u. a. 1@bb) die ältere Wiener rechtssprache weist verbindung mit zielbestimmungen auf: erlangt ein man ein gelt mit recht auf den andern und chan auf sein phant nindert gezaigen, so zaig er auf in selber und haiz in datz dem nachrichter behalten vierzechen tag Wiener stadtrechtbuch 9 s. Schuster 50; u. a. vgl. auch: swo seu denn furbaʒ auf den ê genanten Heinrichen ... oder auf sein gût gezaigen mochten Wiener urk. (1362) s. Loersch-Schroeder-Perels (nr. 216) 159; vgl. auch unten sp. 6986. 1@cc) auch in der verbindung mit objecten bringt das verbum anfangs einen reicheren, auf innere thätigkeit weisenden bedeutungsgehalt zum ausdruck: 1@c@aα) gaceigonti, sternens (viam bonae institutionis) glossen zu Gregors cura past. s. Graff a. a. o.: ich sage iu, lieben süne mîn, iun wahset korn noch der wîn ichn kan iu niht gezeigen diu lehen noch diu eigen. Spervogel s. minnes. frühl. 25, 15; kunde ich mit vuoge mînen muot gezeigen nach dem willen gar. v. Gliers s. minnes. Hagen 1, 106b. 1@c@bβ) eine äuszerlichere, der heutigen hauptverwendung entsprechende beziehung auf das object übernimmt unser verbum hier erst später; es tritt damit in wettbewerb mit einer lautähnlichen sippe; vgl. ougjan, gaaugjan Graff 1, 124 ff.; ougen, zougen, zöugen u. a. mhd. wb. 2, 453. 1@c@b@11)) hitz ... kelten ... fäuchten ... der ist kainz an den steinen, daz man müg gesprechen oder gezaigen oder priefen Konrad v. Megenberg 427; wol her swer mir ein boeser dinc gezeigen kan. meisterlieder der Kolmarer handschr. 136, 36 Bartsch s. 509; do dise ... uff das alter kam wol uff nutzig jar ... ward si recht als ain kind ... mocht nit gon und kund ... nit reden ... so man ir och die hochzit vor namt, und man si denn fragt was man zuo ieklichem begiengi, so kund si es wol gezaigen oder gesagen Elsbeth Stagel leben der schwestern zu Tösz 94 Vetter. 1@c@b@22)) mit persönlichem object: das ich min lieb verlorn han den mir nieman gezaigen kan. Christus und die minnende seele 1233 Banz (erzaigen Donauesching. handschr.) 1; daʒ ich gezeigen möht die man an die diu wîp sich solten lân. Ulrich v. Lichtenstein vrouwen buch 633 Lachmann; kunnet ir mir iendert gezeigen under kristen unde under heiden ein küniginne edele und rîche. Münchener Oswald 153 Baesecke, desgl. 178. (var. zeigen) 215. 22) in einer von bezeigen (s. th. 1 sp. 1796) jetzt übernommenen verwendung ist gezeigen nur handschriftlich, aber noch aus dem 18. jahrh. bezeugt: umbartheische gedanckhen über dasz gezeigen desz chur-bayerischen hoffes 1735 titel einer staatsschrift über das benehmen des hofes s. Schmeller dtsch. handschr. 577 (ergänzt durch E. Petzet München).
4478 Zeichen · 118 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gezeigenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    ge-zeigen swv. BMZ zeigen Trist. Wig. Lieht. 633,9. Silv. 3376.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gezeigen

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gezeigen , verstärktes zeigen. 1 1) das mit zeichen und zeichnen ( s. oben gezeichnet) wie mit zeihen ( s. unten gezeihe…

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Cotta, M. (2026). „gezeigen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gezeigen/dwb?formid=G15561
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Cotta, Marcel. „gezeigen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gezeigen/dwb?formid=G15561. Abgerufen 13. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gezeigen". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gezeigen/dwb?formid=G15561.
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