lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

gewilliglich

nur nhd. · 1 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
1 in 1 Wb.
Sprachstufen
1 von 16
Verweise rein
0
Verweise raus
2

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gewilliglich

Bd. 6, Sp. 5822
gewilliglich, gewilliglichen, erweiterung von gewillig, die nur den functionen des adverbiums dient. 11) während gewillig in der mittelhochd. dichtung gar nicht belegt ist, führen die ausläufer derselben die erweiterte form ein: gewilleclîch, gewilleclîche mhd. wb. 3, 664a. Lexer 1, 991 (vgl. auch gewillichlike Verwijs-Verdam 2, 1910; ghewillekliche Oudemans 2, 666). die erweiterung findet sich in allen belegen nur beim adverbium, das sich manchmal alleinstehend, häufiger aber in verbindung mit mehr oder weniger bedeutungsverwandten parallelbestimmungen an verba angliedert. die beispiele reichen in die ältere neuhochdeutsche prosa, vor allem die sprache der mystiker, und streifen auch die bibelübersetzung. die holländische sprache führt die bildung den wörterbüchern nach noch heute fort. 22) die verba, an die sich das wort angliedert, kennzeich nen vorwiegend eine handlung; im engeren rahmen geistlichen stils treten auch verba des duldens und leidens an die stelle. 2@aa) alleinstehend ist das adverb nur bei verbis beobachtet, die eine handlung einführen: dô si nû hôrte sînen muot, dô sprach diu reine maget guot 'gemahel, waʒ dû heiʒest mich, daʒ wil ich tuon gewilleclich.' Alexius (westfälische handschr.) 554 Massmann s. 125b; swaʒ der künic heiʒet mich, das wil ich tuon gewilleclich (var. gar wiliglich). Peter v. Staufenberg 960 E. Schröder; diu meiste menige kan niht singen lernen: sô solt sie haben einen tugenthaften muot und solt den êren derʒ gewilleclîchen tuot: sô bliben sie beidersît vor schanden wol behuot. meisterlieder der Kolmarer handschr. 57, 37 Bartsch 345; ich teil gewilligkleiche mein silber und mein gold ich mach ein man wol reiche dem ich nu were hold. das deutsche heldenbuch 42, 8 Keller; er gesigete an vil striten und gap do das rich gewillekliche uf und wart ein münich in eime closter. Königshofen d. städtechron. 8, 401; so zwifelnt ir nút, ich were úch von göttelicher minnen und erbermede vil deste gerner beholfen, und were deste besorgeter von uwern wegen, und üebete mich ouch deste gewilleclicher mit úch. Nicolaus v. Basel 292 Schmidt; wan die erde vruchtiget gewilleclîchen: des êrstin daʒ krût, dar nâch die ehere, dar nâch di volle vrucht in der ehere. Beheims evangelienb. (Marc. 4, 28; ultro, die erd wuochert vergeben. cod. Tepl., Mentel u. a., bringt merer frucht. Augsburger bibel u. a.; bringet von jr selbs. Luther). 2@bb) das adverb in verbindung mit parallelbestimmungen. 2@b@aα) verbindung von bestimmungen, die sich in der bedeutung ferner stehen. unde die pene han wir an uns gemeinlichen unde giwillinclichen genummen. urk. v. Selz im Unterelsasz v. 1311 in zeitschr. gesch. des Oberrheins 10, 308; dâ dû dîns willen unde dîns wiʒʒens wêrlîche ûʒ gêst, dâ gêht got gewêrlîche unde gewilleclîche în mit sînem wiʒʒene unde liuhtet dâ klârlîche. meister Eckhart pred. 4 bei Pfeiffer myst. 2, 25; wir süllen zouwen über den plân, vor uns die megde wol getân, lûter und dâ bî reine, enpfân den künec hôchgenant gewilleclîch mit êren und vüeren in vür des velses want. Virginal 698, 8 Zupitza (heldenb. 5, 129). er vuorte unde trug in (den toten) gewilleclich mit vuoge hin ze liebe gotte und nüt ze leide zwölf grosʒe tageweide. Kunz Kistener die Jacobsbrüder 460 Euling; 2@b@bβ) verbindung von bestimmungen, die sich enger berühren. 2@b@b@11)) wan jewedes dem andern bo(t) gewilliclichen wider strit die groeste ere zuo aller zit. von eime getruwen wip ritter 275 bei Myller 34; do antwurte in der apgot und sprach: dis loch und das für zerginge niemer, sü findent denne einen man der gewillekliche und unbetwüngenliche in das loch springe ... do kam ein jüngeling genant Martin und sprach, das men in liesse sloffen bi welre frowen er wolte alle naht das jor umb, so wolte er in das loch springen gewillekliche. Twinger v. Königshofen d. städtechron. 8, 323; 2@b@b@22)) gewilliglich und gern. 2@b@b@2@aa)) bei verbis, die eine handlung kennzeichnen: und ist das nuwent von einer unreinen súnde wegen beschehen die ich geton habe, und die súnde das was das ich eime armen manne sine tohter umb vil geltes abekoufte, und die tohter tet es darzuo gewillikliche unde gerne. Nicolaus v. Basel (von 2 fünfzehnjährigen knaben) 87 Schmidt; wanne ich van der gnoden gottes wol bekennede bin das dehein cristonmensche solte sin das er begerende wer das (er) onne liddan fuondan wurda, er solte gewillekliche und gerne wollen ein crucze tragen unze in sin dot. (buch v. d. 5 mannen) 122. 2@b@b@2@bb)) bei verbis, die ein dulden, ein ertragen kennzeichnen: und solte ich ovch dis hovbet und dis liden unze an den iungesten tag haben, daʒ wil ich ovch gewillekliche und gerne durch dinen willen haben. Rulmann Merswin buch v. d. zwei mannen 41 Lauchert; und ist es din wille und din ere vor dime himelschen vatter, so wil ich gewillekliche und gerne alles daʒ liden haben, daʒ du úber mich verhengen wilt. 18; also eht er imme die bekorunge des unglouben abbegenuoman hat, darumbe so meinnet er so welle er gerne und gewillekliche diese unreine bekorunge habban und liddan dem liddende unsers heren zuo eren. Nicolaus v. Basel (buch v. d. 5 mannen) 129 C. Schmidt; das mine nattuore gerne und gewillekliche gelitthen hetthe den aller schemmelichest schentlichesten dot den men kuonde odder mehthte in der cit úrdenken, wer es din wille gesin dieme dode zuo eren. R. Merswin (buch v. d. 9 felsen) 128 Schmidt (vgl. im gleichen satze für die attributive function gewillig s. d.); gewillecliche und gern zuo lidende alle strangheit und betwüngnisse des ordens. Schürebrand 14 Strauch (stud. z. d. phil. 13, 3); ach min got und min herre, ich wil noch hte frevliche urlop geben ... allen deme irdenschen guote daʒ ich habende bin, und wil ovch gerne und gewillekliche durch dinen willen arm sein. R. Merswin v. d. zwei mannen 6 Lauchert. 33) gewilliglich und fröhlich ist nur in zusammenhang mit passivem dulden belegt: das sú alles gar gewillecliche und frOeliche littent in vesteme glouben uʒ grosʒer hitziger inbrünstiger minnen. Schürebrand 3 Strauch (stud. z. d. phil. 5, 35); den süllent ir gehorsam sin gewillecliche und fröhliche 16 (14, 8); durch mich froüwen üch und sint fro, wenn üwer lon ist grosʒ in dem himmel. als ob er sprech. ist das ir gedültiglich, gewilliglich und frölich entpfohent die ruot miner stroff, denn froüwen üch, wenn üch sol nochvolgen grosser lon im ewigen leben. Geiler v. Keisersberg christenlich bilger (1512) 74c (entpfân hier mit anderer bedeutung als in Virg. 698 s. o.).
6517 Zeichen · 112 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gewilliglich

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gewilliglich , gewilliglichen , erweiterung von gewillig, die nur den functionen des adverbiums dient. 1 1) während gewi…

Verweisungsnetz

3 Knoten, 2 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Kompositum 2 Sackgasse 1

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gewilliglich

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gewilliglich 3 Analysen

ge- + williglich

gewilliglich leitet sich vom Lemma williglich ab mit Präfix ge-.

Alternativen: ge-+willig+-lich gewillig+-lich

Zerlegung von gewilliglich 2 Komponenten

gewill+iglich

gewilliglich setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — gewilliglich kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gewilliglich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gewilliglich/dwb?formid=G14560
MLA
Cotta, Marcel. „gewilliglich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gewilliglich/dwb?formid=G14560. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gewilliglich". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gewilliglich/dwb?formid=G14560.
BibTeX
@misc{lautwandel_gewilliglich_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„gewilliglich"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/gewilliglich/dwb?formid=G14560},
  urldate      = {2026-05-09},
}