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geuen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

geuen verb.

Bd. 6, Sp. 4634
geuen, geuwen, verb. , gehört in die gruppe der mannigfaltigen verbalformen, die oben unter gäuen zusammengefaszt und behandelt worden sind. vgl. sp. 1539 ff., vgl. Schmeller 12, 861. den ausgangspunkt für die ganze sippe bildet das althochdeutsche gewôn oscitare, gähnen (Graff 4, 107. vgl. auch 274), mittelhochdeutsch giwen. vgl. mhd. wb. 1, 543a. Lexer 1, 1026. die verschiedenartigen formen, die sich durch ableitende suffixe ergeben haben, sind unter geuden (vgl. sp. 4622) zusammengestellt. vgl. auch geufen, geulen, geumen, geunen, geusten. hier handelt es sich um die geschicke und wandlungen, die der halbvocal 'w' durchzumachen hatte. diese sind theils blosz graphischer natur, theils sind sie beschränkt auf das formensystem innerhalb des verbums, theils führen sie über dieses hinaus zur ansetzung einer sonderform innerhalb der gruppe mit bestimmter landschaftlicher abgrenzung und mit eigenartiger bedeutungsentwicklung. es empfiehlt sich daher, der letzten gattung gesonderte stichworte anzuweisen. es ist nun zu unterscheiden zwischen vollkommener vocalisierung (geuen, gäuen) und vollkommener labialisierung (geben, gepen); in der mitte stehen gauwen, geuwen, göwen, geupen, formen, in denen der halbvocal in zweifacher hinsicht sich bethätigt. für gesonderte darstellung kommen von diesen formen nur geuen (geuwen), geuben, geupen in betracht. vgl. aber auch geuwern, und später vgl. göuwen, göuben. 11) in formeller beziehung ist für die formen gewen, geuen, geuwen, die oben sp. 1540 eingehender behandelt sind, zu bemerken, dasz hier vor allem graphische schwankungen vorliegen, die allerdings ein allmähliches zurückweichen des im halbvocal vorliegenden labialen momentes chronologisch begleiten. in einzelnen fällen spielt die verschiedenheit der flexionsformen mit herein, so in dem gegensatze zwischen der 3. sing. des präsens geuwet und zwischen den formen des präteritums sie geuten für geweten. 22) bedeutungsentwicklung. 2@aa) sinnliche grundbedeutung: gewôn oscitare in althochdeutschen glossen. vgl. Graff a. a. o.; zu dem sechsten mâle quam ein grôz sterben zu Rôme uber alle di stat, alsô daz vil hûser wûste wurden: wan der mensche gewete oder nois sô vûr ime die sêle enwec, und dise plage was in dirre zît der vasten und was bî sancte Gregorius gezîten. Herm. v. Fritslar deutsche mystiker 1, 103 Pfeiffer; alsbald eines gewet sô was es tôt. Rosmital 183; geuen hiare. vocabular von 1429; geiwen oberdeutscher vocab. rer. anfang des 15. jahrhundert; gheuen niederdeutscher vocab. ex quo (15. jahrh.); gewen im Theutonista. vgl. Diefenbach-Wülcker 625; gauen vel geewen hiare. vocab. präd.; die zuo der stunde des gebetes weder spüwtent noch gewtent. Geiler v. Keisersberg irrig scharf 20. als beleg für die parallele von eu und i in bestimmten formen wird geuen zu ginen gestellt bei Helber im syllabierbüchlein 33, 5 neudruck. ich gew, oscito Albertus Ostrofrancus grammatik von 1573; dô kam er mit ir zuo dem kind und leit den stab uff daz kind und leit sin antlitt uff des kindes antlitt und sine glider uff des kindes leib. dô erwarmet es und tet sine ougen uff und güwet (variante gewet) und ward wider lebendig. historienbibel 460 Merzdorf. 2@bb) ansätze zu übertragungen: 2@aa) übertragung auf andere öffnungen: ein grab offenez — giwentez (patens) ist chela ire. Windberger psalmen, psalm 5, 41 (ir rachen ist ein offenes grab. Luther. ebenso Notker u. a.); noh ne verswelhe mih der grunt, diu tieffe, noh ne gewe, bedwinge, uber mih diu buzce munt ire. Windberger psalmen, psalm 68, 19 (das mich die wasserflut nicht erseuffe, und die tieffe nicht verschlinge, und das loch der gruben nicht uber mir zusamen gehe. Luther psalm 69, 16). 2@bb) bedeutungsdifferenzierung: 2@b@aα) sô giwen wir nâch deme himilskin liehte. nohes lied 30, 7. vgl. oben sp. 1541; der hund gêuwt nâch dem flêisch. Schmeller 12, 861; geuje zeitwort, gierig, glotzig dreinschauen Hunziker Argauer wb. 103; gäuen, geuen, gaffen Stalder 2, 517. 2@b@bβ) sufzen, gewen, 'acha mich' mich selten zit verlassen mag. alt. bl. 1, 31; stridere gewen vel gischen, vor schmerz oder zorn knirschen. Diefenbach 556a. vgl. th. 4, 1, sp. 1541.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    geuenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    geuen , geuwen , verb. , gehört in die gruppe der mannigfaltigen verbalformen, die oben unter gäuen zusammengefaszt und …

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Ableitung von geuen

ge- + un

geuen leitet sich vom Lemma un ab mit Präfix ge-, mit Umlaut-Wechsel.

Keine Komposita gefunden — geuen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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Cotta, M. (2026). „geuen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/geuen/dwb?formid=G12950
MLA
Cotta, Marcel. „geuen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/geuen/dwb?formid=G12950. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „geuen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/geuen/dwb?formid=G12950.
BibTeX
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