getrachte,
getracht,
n. ,
verstärkte bildung zu dem aus tragen (
s. d.)
abgeleiteten substantiv tracht (
s. d.),
mhd. trahte, traht.
das compositum gehört zwar der älteren sprache an, greift aber mit einigen resten seiner mannigfaltigen verwendungen auch in die übergangszeit über und läszt sich mundartlich bis in die neueste zeit verfolgen. 11)
in der bedeutung mit dem nahe verwandten getregide, getreide (
s. d.)
sich berührend, knüpft auch getrehte
an tragen = hervorbringen
an. vgl. trahte =
leibesfrucht (in dînes lîbes êrste trehte. Lexer 2, 1493): daz vnraine gislæchte. daz böse getræchte. daz also wird von in. daz hat houbet fiurin. Albers
Tundalus 58, 7
Hahn (
bestie capita); einen son het dô der der heʒ nah im ovh Alber von dem daʒ vil edel getræcht ist chomen Chuonringer geslæcht.
lib. fundat. des stiftes Zwetel (14.
jahrh.)
fontes Austr. 2, 3, 11.
hierher gehört auch, sofern mit Sprenger
zschr. d. phil. 7, 94
an wörtliche übersetzung des vulgatatextes '
non bovem, non asinum'
zu denken ist und nicht ein ganz allgemein das besitzthum zusammenfassendes wort vorliegt: wir sulen ouch niemans niht gern, des wir zuo rehte sulen enperen, sînes guotes, sînes knehtes, sîner diernen, sînes getrehtes noch alles des niht, des er hât. H. v. Krolewitz
vaterunser 3539. 22)
an tragen
in seiner iterativen bedeutung knüpft traht =
dapes, ferculum (Lexer 2, 1493)
an. die allgemeinere bedeutung, die dieser zu grunde liegt, ist noch heute in einem mundartlichen reste des compositums zu erkennen: gedracht,
n., bürde, tracht Woeste
wb. der westfälischen mundart 74
a.
an die specielle mittelhochdeutsche verwendung dagegen knüpft an: dise lere merke er vil eben die im diz buch wil geben wann eʒ kan wol berihten von manigerleie gerihten von groʒʒen und von kleinen wie sie sich vereinen und wie sie sich besachen daʒ sie klein getrahte zu hoher spise machen.
buch von guter speise (14.
jahrh.) 1,
vgl. auch Schmeller
2 1, 644.