Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gestirne stN.
1.1 ‘Menge aller Sterne’
1.2 ‘Sternenkonstellation’
2 als Bezeichnung für einen einzelnen Himmelskörper ‘Stern, Himmelskörper’
1 Koll. zu stërn(e), stërre 1.1 ‘Menge aller Sterne’ were die sunne also hoch also die sternen, si duhte vnz alse smal alse daz gestirne Lucid 49,8; die sunne nicht me enschinet, / daz gesterne noch der mane, / der himel steit ir dan ane HeslApk 22301; schone ist die tochter sin / siv luchit vz deme gedigene / so daz gesterne tvͦt vun deme himele Roth 72; bevilch der Witze daz sie / die roz [die Sinne mit Ausnahme des Hörens] nit laufen laze / in der planeten straze / [...], / daz sie iht werden irre / in dem himel da daz gestirre / inne get zu aller zit HvNstGZ 1102; Lilie 26,7; als daz gestirne an dem himel unzallich ist, also sint dú minnezeichen miner grundlosen minne ungezellet Seuse 290,17 1.2 ‘Sternenkonstellation’ Aristotiles [...] lartin alle di cundicheit, / wî der himel umbe geit, / [...] / zerkennene daz gestirne und sînen ganc, / dâ sih di wîsen veren [Seeleute] mite bewarint, / dâ si in dem tiefen mere varint SAlex 224; VAlex 194; Flegetânîs der heiden sach, / [...], / im gestirn mit sînen ougen / verholenbæriu tougen Parz 454,19; des namen las er sunder twâl / inme gestirne ebd. 454,23. – an dem ~ sehen: hie vor diu heidenschaft / kunden an dem gestirne sehen / swaz in solte geschehen Volmar 777; Herb 831; Tr 14243; PrOberalt 30,18. – auch ‘Sternzeichen’ deu zaichen gend reht und vallent schelch [schräg] von dem gestirn des krebs als lange, piz daz der schuͤtzze gent wirt KvMSph 43,1 2 als Bezeichnung für einen einzelnen Himmelskörper ‘Stern, Himmelskörper’ siu was ûzen und innen / von golde als ein gestirne UvZLanz 225; des lebens geiste ouch ußzüt / dem menschen das gestirne [ cometa ] heiß Mügeln 265,4; BdN 75,6
MWB 2 602,34; Bearbeiterin: Baumgarte