Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
gerissen
gerissen
gerissen Part.adj. ‘schlau, durchtrieben, den eigenen Vorteil geschickt wahrnehmend’ wird in der 1. Hälfte des 19. Jhs. als Verstärkung von gerieben (s. d.) gebräuchlich. Es entspricht seiner Form nach dem Part. Prät. von reißen (s. d.), läßt sich aber an keine der Bedeutungen dieses Verbs sicher anschließen. Die Annahme einer (durch Semantik und Lautgestalt des Verbalstamms begünstigten) affektischen Analogiebildung zu synonymen Ausdrücken wie abgebrüht, abgefeimt, ausgekocht, gerieben, gewichst, gewieft, verschmitzt oder (öst.) gehaut liegt daher nahe. – Gerissenheit f. ‘Schlauheit, Geschäftstüchtigkeit’ (2. Hälfte 19. Jh.).