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geläute

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

geläute n.

Bd. 5, Sp. 2877
geläute, n. wie das vorige, mit anderer bildung (sp. 1615 γ), mhd. geliute, nnl. gelui (für geluide) vom glockengeläute, nnd. gelüdd Dähnert 148b; in der ursprünglichen allgemeinen bedeutung schon ags. gehlŷde, clamor Grein 1, 413, daneben gehlŷd n., dem vorigen entsprechend. 11) wie gelaut, von allerlei klängen oder schällen überhaupt: dô luitin s'imo zi samini mid trumbin joch mid cymbilin u. s. w. mid sô gitânimo gilûti so bigîngin si sîni zîti. Diemer ged. 117, 19 ff., Müllenhoff u. Scherer denkm. xxxvi, 3. noch im 17. jh., wenn auch nicht in den wbb.: fromme creuzträger halten sich still, wie das gold unter dem hammer das wenigste geläut von sich gibt. Scriver seelensch. 2, 55; ein jedwedes glied hat seine kraft für den ganzen leib. das auge ist des ganzen leibes licht, das ohr höret und fähet die rede und anderes geläute u. s. w. 2, 555. auch gleich weidmännischem gelaut (s. d. a. e.), vom hundegebell: oder sie lieszen .. eine gebratene speckseite über den weg schleifen, und jagten hernach mit ihren hunden auf der spur dieses schweinwildes, blosz um sich an dem geläut der hunde zu ergetzen. Möser phant. 1, 267. 22) besonders vom läuten der glocken, namentlich vom zusammenläuten, wo dann das ge- seine besondere kraft wieder gewann; gleut, pulsus. voc. inc. t. i 8a, geleut vel gleut Dief. 472c. 2@aa) auch ausdrücklich von éiner glocke: die kummen zuo einem geleüt einer glocken all gelaufen in dʒ closter. Frank weltb. 17b; freude dieser stadt bedeute, friede sei ihr erst geläute. Schillers glocke a. e. 2@bb) geläute vieler, aller glocken: mit geliute und mit heiltuome wart der keiser rîche enphangen werdeclîche. Rud. v. Ems gut. Gerh. 668; do der licham (des bischofs) .. ingedragen wart mit herlichem gelude des doims in der anderre gestichte bis in den doim (in Köln). städtechron. 12, 350; die toten gend (geben, uns pfaffen) guot spis und lon, söllend sie mit glüt in himmel kon (kommen), so ist das gelt wol angeleit, wenn sie der ton in himmel treit. N. Manuel 32 B.; alte kirchen haben gut geläut, sagt man sprüchwortsweis, ursach, die liebe alten haben mehr auf kirchen und glocken gewendet als die heutige karge welt. Otho 1192, bei Lehmann flor. 1, 14 pluralisch alte kirchen haben gute geleut; leb wohl für heut! des abends letztes gold strömt durch die scheiben, über mir geläute! Freiligrath 3, 22. glockengeläute, kirchengeläute, festgeläute, trauergeläute, brautgeläute, abendgeläute, dorfgeläute u. a. 2@cc) es heiszt groszes und kleines geläute, d. h. mit allen oder nur einigen glocken: mit groszem geleut und gesang. Aimon c; wir wöllen in bestäten (bestatten) heut und bestellen das grosz geleut, in holen mit dem ganzen chor. H. Sachs 3, 150 Göz; besser ein klein geläut denn kein geläut. ich hörs doch lieber grosz, das macht mein heiserigkeit inn orn. doch weisz ich nicht, wie ich das grosz geläut hörn werd, wann ich stirb? wiewol ich als ein catholischer nicht gern ohn geläut stirb, doch dasz sie mich nicht schrecken und wecken. Garg. 154a (Sch. 284). im 18. jh. z. b. bei Rädlein das grosze oder ganze, das kleine oder halbe geläute bei begräbnissen, das grosze geläute kostet noch einmahl so viel als das kleine, er hat nur das kleine geläute bekommen. dazu offenbar das klein gleut singen, ein bitteres witzwort für sterben: du must wol mit, drumb steig bald (gleich) rauf! oder ich will dich darzu bringen, dasz du das klein gleüt sollst singen. Ayrer 1253, 10. 2@dd) auch von den glocken selber, wie schon Weber 336b anmerkte, deutlich z. b. wenn sich eine gemeinde beim glockengieszer ein neues geläute bestellt. im übergange dazu stehen wendungen wie die stadt hat ein schön geleute Stieler 1094; vgl. Ruodi im Tell unter e, auch das sprichw. u. b a. e. 2@ee) von andern glocken: geläute eines schlittenpferdes. Rädlein 344b, ein schellengeläut an schlitten Ludwig 723; vielfach ertönt der herden geläut im belebten gefilde. Schiller XI, 77. 84, spaziergang; Kuoni. lug, Seppi, ob das vieh sich nicht verlaufen? Seppi. die braune Liesel kenn ich am geläut ... Ruodi. ihr habt ein schön geläute, meister hirt. Tell I, 1.
4135 Zeichen · 101 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    geläuten.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    geläute , n. wie das vorige, mit anderer bildung ( sp. 1615 γ ), mhd. geliute, nnl. gelui ( für geluide) vom glockengelä…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Geläute

    Goethe-Wörterbuch

    Geläute einmal (im Dat) ‘Geläut’ Tgb 25.8.22 a Läuten von Kirchenglocken (aus bes Anlaß) das G. Sonntags früh, wenn es m…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Geläute

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Geläute , mehrstimmiges Bellen jagender Hunde.

  4. modern
    Dialekt
    Geläuten.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Ge-läute n. : 1. 'das Läuten der Glocken', Gelait [verbr.]. Zs. Toten-, Trauer-, Gewitter-, Glocken-, Mai- , Sterbe-, St…

  5. Sprichwörter
    Geläute

    Wander (Sprichwörter)

    Geläute 1. Dies Geläute wird das trübe Wetter bald vertreiben. – Parömiakon, 246. Von irgendetwas, das uns eine bessere …

  6. Spezial
    Geläute

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|läu|te n. (-s) 1 (Glockenläuten) sonn de ciampanes m. 2 soné m. 3 (fortwährendes) sonamënt (-nc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gelaeute

3 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von gelaeute

ge- + laute

gelaeute leitet sich vom Lemma laute ab mit Präfix ge-, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von gelaeute 2 Komponenten

gela+ute

gelaeute setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gelaeute‑ als Erstglied (2 von 2)

geläutert

RDWB1

gelaeut·ert

geläutert übertr. просветлённый, обращённый (не имеет отношения к "громкий") aus einem Unglück, Unheil geläutert hervogehen - выйти из всех …

geläutert

FWB

1. von Flüssigkeiten, Metallen, Mineralien: ›gereinigt, gesäubert (von unerwünschten Bestandteilen)‹; 2. ›geläutert, rein, gesühnt, gerechtf…

Ableitungen von gelaeute (1 von 1)

urgeläute

DWB

urgeläute , n. , geläute 1 mit ur- C 4 c: so findet man auch in der menschlichen sprache nur viererlei uhrklang oder uhrlaut, daraus alle da…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gelaeute". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gelaeute/dwb?formid=G06330
MLA
Cotta, Marcel. „gelaeute". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gelaeute/dwb?formid=G06330. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gelaeute". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gelaeute/dwb?formid=G06330.
BibTeX
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