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Geläut

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Pfeifer_etym
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4 in 4 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Geläut

Geläut

1laut Adj. ‘weithin hörbar, geräuschvoll’, ahd. (h)lūt ‘vernehmlich, dröhnend, schallend, bekannt’ (8. Jh.), mhd. lūt ‘helltönend, hell für das Auge, klar, deutlich’, asächs. hlūd, mnd. lūt, mnl. luut, nl. luid, aengl. hlūd, engl. loud (germ. *hlūda-) führt wie aind. śrutá- ‘gehört, genannt, berühmt’, griech. klytós (κλυτός) ‘berühmt’, lat. inclutus ‘berühmt’ auf ein mit dem Suffix ie. -to- gebildetes Partizipialadjektiv, gehört jedoch zu einer anderen Ablautstufe der unten genannten Wurzel als die außergerm. Formen; vgl. die zugehörigen Verben aind. śṛṇṓti ‘hört, erfährt, merkt auf’, griech. klýein (κλύειν) ‘hören’, lat. cluēre ‘heißen’. Vergleichbar sind ferner die unter Leumund (s. d.) genannten Formen sowie got. hliuþ oder hliuþs ‘Stille’, anord. hljóð ‘Gehör, Schweigen, Laut, Ton’ sowie aslaw. slovo, russ. slóvo (слово) ‘Wort’, (ablautend) aslaw. slava, russ. sláva (слава) ‘Ruhm, Ehre’. Auszugehen ist von ie. *k̑lēu- ‘hören’, auch ‘wovon man viel hört, berühmt, Ruhm’. – Laut m. ‘Ton, (kaum wahrnehmbares) Geräusch’, ahd. (h)lūt m. ‘Schall, Klang’ (9. Jh.), mhd. lūt m., mnd. lūt m. n., mnl. luut m. n. ist wie ahd. (h)lūta f. ‘Ton, Geräusch, Stimme’ (10. Jh.), (h)lūtī f. ‘Lautstärke’ (8. Jh.) Abstraktbildung zum Adjektiv. Es bezeichnet das dem Ohr Hörbare, Wahrnehmbare, zum Unterschied vom Adj. seit frühnhd. Zeit ohne besondere Betonung der Lautstärke. Im Vergleich zu bedeutungsnahen Wörtern wie Ton und Klang insgesamt weniger gebräuchlich, dringt Laut im 18. Jh. als Ausdruck der Sprachwissenschaft im Sinne von ‘kleinstes akustisch-artikulatorisches Element’ schnell durch; vgl. die zahlreichen Bildungen und Zusammensetzungen wie Mitlaut (s. mit), Selbstlaut (s. selb), ferner Ablaut (s. d.), Umlaut (18. Jh.), Lautgesetz, Lautlehre, Verschlußlaut (19. Jh.). Lautsprecher m. Übersetzung (20. Jh.) von engl. loudspeaker. Lautverschiebung f. lautgesetzliche Veränderung von Konsonanten (J. Grimm 1822). Wortlaut m. ‘Klang des Wortes’ (17. Jh.), bald danach ‘wörtlicher Inhalt, wörtliche Wiedergabe eines Textes’. vorlaut Adj. vom Jagdhund ‘zu früh Laut gebend’ (16. Jh.), dann von Menschen, besonders Kindern, ‘ungefragt redend, naseweis’ (18. Jh.). lauten Vb. ‘einen bestimmten Wortlaut, Inhalt haben’, ahd. (h)lūtēn ‘ertönen, erschallen’ (8. Jh.), mhd. lūten ‘einen Laut von sich geben, ertönen, heißen, bedeuten’. Im Nhd. treten die zahlreichen alten Verwendungen zurück; in der Bedeutung ‘erklingen’ (von Glocken) wird lauten nach 1800 durch intransitives läuten abgelöst (s. unten). Seitdem nur noch übertragen: das Urteil lautet auf drei Jahre Gefängnis, der Befund lautet ungünstig. verlauten Vb. ‘bekanntwerden, verkünden’ (15. Jh.). verlautbaren Vb. ‘bekanntmachen, bekanntwerden’, mhd. verlūtbæren; zu mhd. lūtbære ‘laut, öffentlich’. läuten Vb. ‘ertönen lassen, erklingen’ (von Glocken), ahd. (h)lūten (8. Jh.), (h)liuten (9. Jh.) ‘läuten, schallen, tönen’, mhd. liuten, Faktitivum (germ. *hlūdjan) zum Adj. laut. Der Gebrauch ist im Nhd. weitgehend auf das Läuten der Glocken (intransitiv und transitiv) eingeschränkt; landschaftlich auch vom Ertönen der Türklingel und des Telefons. Geläut(e) n. ‘Glockenklang, mehrere aufeinander abgestimmte Glocken’, mhd. geliute n.
3208 Zeichen · 120 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Geläut

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Geläut , des -es, plur. die -e, von dem Zeitworte läuten. 1) Das Läuten mit Glocken oder Schellen, der dadurch verur…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gelaeut

7 Bildungen · 3 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von gelaeut

ge- + laut

gelaeut leitet sich vom Lemma laut ab mit Präfix ge-, mit Umlaut-Wechsel.

gelaeut‑ als Erstglied (3 von 3)

geläute

FWB

1. ›das Brausen, Rauschen; der Lärm, das Geschrei‹; 2. ›das Läuten der Glocken, Glockengeläut‹

geläutert

RDWB1

gelaeut·ert

geläutert übertr. просветлённый, обращённый (не имеет отношения к "громкий") aus einem Unglück, Unheil geläutert hervogehen - выйти из всех …

geläutert

FWB

1. von Flüssigkeiten, Metallen, Mineralien: ›gereinigt, gesäubert (von unerwünschten Bestandteilen)‹; 2. ›geläutert, rein, gesühnt, gerechtf…

gelaeut als Zweitglied (2 von 2)

Schêllengeläut

Adelung

schellen·gelaeut

Das Schêllengeläut , des -es, plur. die -e, der Klang mehrerer Schellen; ohne Plural. Am häufigsten das mit Schellen versehene Geschirr, wom…

Trauergeläut

Adelung

trauer·gelaeut

Das Trauergeläut , des -es, plur. die -e, das Geläut oder Läuten mit den Glocken, so fern es ein Zeichen der Trauer um einen vornehmen Verst…

Ableitungen von gelaeut (2 von 2)

geläute

DWB

geläute , n. wie das vorige, mit anderer bildung ( sp. 1615 γ ), mhd. geliute, nnl. gelui ( für geluide) vom glockengeläute, nnd. gelüdd Däh…

urgeläute

DWB

urgeläute , n. , geläute 1 mit ur- C 4 c: so findet man auch in der menschlichen sprache nur viererlei uhrklang oder uhrlaut, daraus alle da…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gelaeut". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gelaeut/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „gelaeut". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gelaeut/pfeifer_etym. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gelaeut". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gelaeut/pfeifer_etym.
BibTeX
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