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Gehre

nhd. bis Lex. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 5 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Gehre

Gehre

Ger m. ‘Wurfspeer der Germanen’, ahd. gēr (9. Jh.), mhd. gēr, asächs. afries. mnd. gēr, mnl. geer, aengl. gār, anord. geirr, vgl. auch Radagaisus (Name eines gotischen Heerführers). Das zuerst als Bestandteil von Personennamen (seit dem 3. Jh.; heute noch Gerhard, Gertrud, Rüdiger u. ä.) sowie in langobard. gairethinx ‘Rechtshandlung, für deren Gültigkeit der Speer Symbolwert hat’ (7. Jh.) bezeugte germ. *gaiza- (wozu auch die Ableitung Geißel, s. d.) steht neben air. gae ‘Speer’ und (aus dem Gall. stammendem) lat. gaesum ‘schwerer eiserner Wurfspieß’, griech. gá͞ison, gá͞isos (γαῖσον, γαῖσος) ‘leichter Wurfspieß’, eigentlich ‘Wurfspieß der Gallier’ (zur umstrittenen Frage möglicher Lehnbeziehungen zwischen dem Kelt. und dem Germ. vgl. Walde/Hofmann ³1, 576 und de Vries Nl. 156). Verwandt ist wohl griech. chá͞ios (χαῖος) ‘Hirtenstab’, so daß sich ie. *ghaiso- ‘Stecken, Wurfspieß’ als Etymon ergibt oder ie. *g̑haiso-, sofern auch aind. hḗsaḥ ‘Waffe’ hierher gehört. Man hat darüber hinaus alle genannten Formen mit aind. hiaṓti ‘treibt an, schleudert’, hētíḥ ‘Geschoß, Waffe’, langobard. gaida ‘(Pfeil)spitze’, aengl. gād ‘(Speer-, Pfeil)spitze’ unter der Wurzel ie. *g̑hē̌i- ‘antreiben, lebhaft bewegen, bewegt sein, schleudern, (geschleudertes) Geschoß’ vereinigt. Das Etymon für Ger und seine engeren Verwandten wäre dann ie. *g̑həiso-. In seiner ursprünglichen Bedeutung kommt Ger (bis auf vereinzelte frühnhd. Zeugnisse) bereits im Mhd. außer Gebrauch (dafür mhd. sper, s. Speer), um 1800 werden aber Versuche einer Neubelebung unternommen (besonders in der Turnersprache seit Jahn, 1816). Schon im Ahd. belegter übertragener Gebrauch für spitzzulaufende Dinge (namentlich ‘Landspitze’ und ‘keilförmiges Stoffstück, Falte, Saum’, daher auch ‘Kleiderschoß’), der sich vor allem an die schwach flektierte Form heftet (ahd. gēro, 10. Jh., mhd. gēre, nhd. Gehre f., auch Gehren m.), ist dagegen noch im älteren Nhd. verbreitet und setzt sich fachsprachlich bis in jüngere Zeit fort; hierzu Gehrung f. ‘Zuschnitt zweier Teile, der deren Verbindung unter einem bestimmten Winkel ermöglicht’ (18. Jh.).
2113 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Gehre

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    1. Die Gehre , plur. die -n, ein nur in einigen Gegenden, z. B. in der Mark Brandenburg, übliches Wort, die Wachscheiben…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gehre

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gehre , eine schmal nach unten zu laufende Fläche; bei Tischlern u.s.w. die schräge Fläche von 45 Grad, daher Gehrhobel,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gehre

9 Bildungen · 8 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

gehre‑ als Erstglied (8 von 8)

gehrenacker

DWB

gehren·acker

gehrenacker , m. acker in gehrenform ( s. gehr 2, b ), z. b. schwäb. Schmid 228 , thür. göracker Regel Ruhl 188 . nl. geerakker.

gehrenziegel

DWB

gehren·ziegel

gehrenziegel , m. schräger ziegel, wie sie auf thürmen und walbendächern gebraucht werden. Adelung, gehren wol also von der gehrung am dache…

gehresp

KöblerAe

geh·resp

gehresp , st. N. (a) nhd. Plünderung Hw.: vgl. ahd. giresp* E.: s. ge-; germ. *hrespa-, *hrespam, st. N. (a), Plünderung, s. idg. *skerbʰ-, …

gehrespan

KöblerAe

gehre·span

gehrespan , st. V.? nhd. reißen E.: s. ge-, *hrespan L.: Hh 173

gehre als Zweitglied (1 von 1)

Sonntagehre

DRW

sonntag·ehre

Sonntagehre, f. ein Naturalzins, der dem Grundherrn verehrt wird vgl. Käsegülte 60 caseos, qui dicuntur suntagere 1285 GurkUrb. 31 sub L.J. …