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gebraeme

mhd. bis nhd. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gebräme n.

Bd. 4, Sp. 1815
gebräme, n. verbrämung, mhd. gebræme. II. Belege. I@11) gebräme, gebräm, auch im 16. jahrh. alem., wo das ä meist rein blieb: dasz die juden breite borten und gebräm an iren röcken tragen. Fischart bien. 143a; das schön gepräm, die fransen, karsaminpasament. Garg. 114b (Sch. 206); und hab der magd ins gbräm genist. flöhhatz 801 Sch., gpräm Kurz 2, 29; gebräm an der mützen, zobelgebräme, fuchsgebräme Stieler 216; gebräme, petagium, limbus, fimbria Steinbach 1, 178; den mägden wird hiermit verboten alles gebräme an den mützen von zobeln und zobelschwänzen, auszer die welche gefärbet sein (d. h. falsche, vgl. kunterbunt 2, d, kitzmädern). Danziger willkür 1783 s. 150. so, von pelzverbrämung, kennt es Adelung allein noch aus seiner zeit. bildlich: ists möglich, deck' ihr gebräm .. die blöszen meines gedichts. Thümmel 5, 476; darum suchte er zur gröszern vollkommenheit die kleinern (menschen) als gebräme und eckenbeschläge mit so vielem eifer auf. J. Paul Hesp. 1, 70. I@22) gebreme u. ä.: cestus, das gebreme, acupictum, vorbremet. Trochus M ijb (vorher fimbria saum), vgl. Dief. 116b; von einem seiden kleide mit angelaufenen falten und niderlendischem gebreme oder anderm hohem gebreme, dieweil solche brem ein mal oder zwir angeschlagen werden, futerlon j gulden. Leipziger ordn. 1544 D ija; die flittern, die gebreme, die schnürlin. Jes. 3, 20. Nah. 3, 5; und gehet vil auf macherlon, wenn man hauben, gepreme und porten knippen, klecklen und klippen sol. Mathesius hochzeitpr. K 3a, sie wurden also geklöppelt, geknüpft; mit ausgehabenen und verschnürten gepremen. das.; ausgehawene und verschnürte gebreme und schweife. Sar. 10a; die bauren brauchen sein (des iltis) fellwerk zun gebremen der mützen. Coler hausb. 215. IIII. Entstehung und geschichte des wortes, die oben unter bräme und auch sonst noch dunkel gelassen ist. II@11) gebräme ist coll. zu dem fem. bräme, breme (s. d.) oder subst. verb. zu brämen, bremen, verbrämen. II@1@aa) mhd. sind bezeugt gebræme und bræmen (s. Lexer 1, 759. 349): ein mederîn gebræme (: genæme) ûf einem hôhen gollier. Otacher reimchr. 80b; enge ermel treit er lanc, die sint vor gebræmet (: vlæmet). Ben. beitr. 322, Neidh. 81, 40, mit var. mit sîden wol gebræmet, was denn auch mit dem bloszen gebræmet gemeint sein mag; mit schînât, einer fischhaut: bestellet und gebræmet (: geschræmet) mit schînâte was daʒ cleit. troj. kr. 2982. 20257 K. eigen ist später mhd. bröumen: des wil die frowe ein lîsten hân, dâ mite sô wil sie iren mantel bröumen (: tröumen). Kolm. meist. s. 247 (hs. bremen); vgl. bair. bräunen für brämen unter 4, b. II@1@bb) auch das spätere prem von samat oder ander seiden bei Lexer 1, 348 aus den Nürnb. pol. 96 ist nichts als präm, d. h. wol gebräme (nach sp. 1606 ff.), wie schon Schmeller 1, 258 diese form auffaszte: ein präm von weiszem hermlein. Westenr. beitr. 3, 132; neben anderem thäten an dem undern brämb des klaids 366 guldene schellen hangen. Schm. aus Abr. a S. Cl.; ein gesticktes oder gestepts brem, limbus pictus, ein gewirktes [] brem, bleg, limbus textilis. Henisch 488; das brem an einem bnterrock, segmenta. das.; brähm, limbus. Dief. nov. gl. 235b aus einem Prager voc. von 1723. So noch bair. bräm n., österr brām (d. h. â gleich mhd. æ), gebräme Höfer 1, 105, z. b. das bram an einer ohrhaube, am pelze, am rocke, bram verbrämung Castelli 93. schweiz. demin. brämli n. gebräme, z. b. an der brämlichappe, mütze mit pelzrand Tobler 73b. in Kärnten als masc. prâm Lexer 38, durch mischung mit 'prâm m. ruszstreifen, ruszfleck', obwol sich auch brâ braue (s. unter d) als m. findet Vintler 7919 var. siebenb. brêm n., alle arten von fell, die zur verbrämung dienen, 'bräm'. Haltrich 90. II@1@cc) im 15. jh. und gewiss älter auch prem eines schildes, wappenschildes, in der heraldik, brämende zierat: auch solich farb braucht der purggraf in dem prem seines schilts. L. Meisterlin Nürnb. chr. 93, 15, mit lehrreicher var. prembde, die eine nebenform gebrämde n. bezeugt (s. sp. 1616), s. auch bei Frisch 1, 124c. II@22) das angebliche mhd. brëm, zeitwort brëmen in den wbb., das nur auf jenem späteren prAem bei Schmeller fuszt, ist also zu streichen (wird aber doch sein leben in den wbb. noch lange fortschleppen). weiter führt eine nebenform brewen, mrh. 14. jh.: eʒ sol ouch ir deheine keinen rock oder mantel brewen (also selbst, im hause) oder dragen gebrewet mit belzwerke, buntwerke, mit siden oder zendel breiter denne zweier twerchvinger breit, oben unde niht unden, wanne unden sol kein rok oder mantel gebrewet sin. Speirer kleiderordn. von 1356 Mones zeitschr. 7, 59, anz. d. germ. mus. 4, 175, das ist brêwen, genauer bræwen, und als subst. dazu stimmt nl. brauwe limbus pelliceus, ora pellicea vestis, ora e pelle lanata Kil., braeuwe Oudemans 1, 800 (schon bei Halma nicht mehr). am Oberrhein brôhe, Frisch 1, 124c gibt aus der Straszb. pol. ordn. von 1628 s. 46: die mägde sollen keinen belz über zehen gulden werth tragen, riemen, blaig (s.bleg bei Henisch unter b) und brohe mit eingerechnet; auch von kappen ist die rede und ihrem zeug, futter, brohe, von grauen belzbrohen u. a. II@33) das ist aber der name der augenbraue. II@3@aa) ahd. brâwa, nl. brauwe cilium Kil., dem elsäss. brôhe entsprechend im 15. jh. augebrahe, augenbroe cilium Dief. 118c, supercilium 566c, auprahe palpebra 407c; es ist wie bei krähe, die auch ahd. chrâwa, mhd. krâwe, krâhe, später auch krôwe, kroe, krohe, kraue heiszt. Und auch die m-form erscheint hier ebenso, denn es heiszt bair. augbrám (á gleich æ), brám f. und n., schon im voc. 1419 prAem, s. Schm. 1, 242, österr. augenbrām Höfer 1, 106, auch schweiz. hie und da augbrame Stald. 1, 220, tirol. augnbrâm, ôgebrêm Schöpf 53. 52; im 18. jahrh. bei Kirsch 1, 1051b supercilium, augbraunen, augbräme (plur.), bei Steinbach 1, 178 (vgl. 189) augenbrame; doch auch mnd. findet sich oghenbram Dief. 566c. II@3@bb) die einheit beider begriffe musz noch dem 13. jahrh. klar gewesen sein, wenn es da von den augen einer frau heiszt: darumb gebræwet ist ein zûn, darunder (d. h. unter den augen) siht man liehtiu wengel rasten. MSH. 2, 32a, die brauen als schützender und zierender zaun der augen, als augenverbrämung, d. h. in bræwen flieszt da der gedanke an das gebräme und die brauen völlig zusammen, also wieder ein allgemeiner begriff vom menschlichen leibe entlehnt und erweitert. denn dasz nicht umgekehrt ursprünglich die brauen als verbrämung benannt sind, wie Stieler 217, Steinbach, Frisch meinten und noch J. Grimm oben unter bram n. (das selbst nichts als gebräme ist, nach 1, b), dafür bürgt die urverwandtschaft des ersten mit griech. ὀφρύς, sanskr. bhrû u. s. w., augenbraue. II@3@cc) eine ähnliche sprachliche und begriffliche verwendung der braue zeigt schweiz. braue, brauwe f., scharfer rand z. b. eines holzes, dazu z. b. entbrauwen abschärfen, des scharfen randes berauben, s. Stalder 1, 220 (vgl. altn. brŷna schärfen, zu brûn nachher); auch das nl. brauwe ora, extremus ambitus bei Kil. wird zugleich so gemeint sein; engl. brow augenbraue ist auch bergrand und waldrand, die ja sachlich oft zusammenfallen (vgl. hd. brane unter 4, c). ebenso altn. brûn f. augenbraue auch für rand Egilsson 84b, z. b. dagsbrûn der lichtrand am himmel beim morgengrauen (norw. auch dagsrand), auch himmelsrand überhaupt 93b, îsbrûn eiskante Fritzner 328b, ein gewisser vorstehender seitenbalken am hause hiesz brûnâss m. 75a, der augenbraue verglichen, ganz wie lat. supercilium auch für ähnliche vorsprünge am hause gebraucht war, auszerdem für bergrand u. ähnl., wie griech. ὀφρύς. auch das gebräme ist zugleich ein vorstehender und schützender rand, und alles das ein fall der ursprünglich allgemeinen vermenschlichung äuszerer dinge. [] II@44) aber die wortform gibt noch fragen auf. II@4@aa) die form mit -m musz wol von da ausgegangen sein, wo schon die braue das -m hat, also am wahrscheinlichsten aus dem bair. sprachgebiete (s. 3, a), wohin auch die mhd. belege u. 1, a hauptsächlich gehören, musz sich aber verbreitet haben getrennt von der form für die braue, vermutlich getragen von einem fortschritt im handwerk, etwa in der kürschnerei. danach wäre sie von dort eingeführt ins md. und nd., etwa im 14. jahrh., da nd. bremen verbrämen, bremelse n. verbrämung schon da erscheint, wesentlich von pelzgepräme, s. Sch. u. Lübben 1, 421a, im 16. jh. z. b.: toga pura, ein mansrock ane bremels. Chytraeus 226; limbus, eines frowenrockes bremels. 232; jetzt z. b. in der Altmark bräm, pelzvorsatz an mütze und rock, als m., s. Danneil 23b. Das Rheinland blieb nach 2 lange bei seiner form, aber nl. gibt schon Kil. auch verbremen, verbraemen, doch ausdrücklich als sächsisch, auch hier von brauwe gebräme sich trennend. entlehnt auchn. brämme, schwed. bräm n. m., mundartlich auch von der krämpe der mütze, des hutes Rietz 62a, norw. dagegen ins nordische umgesetzt bryning f., d. h. zu brun gezogen (s. 3, c) Aasen 86a. 84b. Auszerdem im slav., z. b. poln. brama f., dagegen slowak. prám, böhm. prém, prým, worin die östr. form wiederzuerkennen ist, wie wol auch in dem siebenb. brêm unter 1, b. es war eben ein wanderndes culturwort geworden. II@4@bb) aber woher das -m selbst? und der umlaut? ein bræme etwa unmittelbar aus brâwe ist unmöglich, von einer umlautsform des letzteren keine spur. zwar tauschen -w und -m gerade im bair. und alem., s. Schmeller bair. gr. s. 156. 118, Weinh. bair. gr. s. 144, alem. gr. s. 132, aber kaum so frei stehend und nach langem tonvocal, und ob so früh? doch der bair. plur. brâm, die brauen, ist begreiflich und regelrecht aus brâwn pl. (Schm. 1, 242), wie z. b. pfâm aus mhd. pfâwen pfauen (Weinh. bair. gr.); der sing. dagegen, das n. brâm kann eben nur gebræme sein, auf die brauen rückwärts übertragen. So müszte im bair. mhd. zuerst bræmen für bræwen entstanden sein, aus jenem pl. brâwn (vgl.zesme für zeswe schon bei Suchenwirt), und daraus erst gebræme. das fem. bräme aber, das übrigens erst sehr spät wirklich bezeugt ist, könnte nur auf dem pl. bräme (d. i. gebräme) fuszen, daraus rückwärts entnommen; denn auch gebräme war gern im pl. gebraucht, s. unter I, vgl. das. unter 2 brem plur. aus den Leipziger stadtordn. Dasselbe ist wol übrigens schwäb., am Bodensee bräme f. weiszgrauer nebelrand, der einen gewittersturm ankündigt, s. Schmid 91; dazu bair. ein wetter brämt (oder bräunt) sich an, von wolken am rande des gesichtskreises, s. Schm. 1, 258; vgl. nord. brûn vom himmelsrande unter 3, c. s. auch bräme waldrand unter c. II@4@cc) zu erwähnen ist doch auch die form mit -n, die für die braue erscheint, s. augenbraune, augenbran, sing. augenbrane f. Herder lit. u. k. (1809) 11, 307, und dasselbe ist gewiss brane f. waldrand (z. b. bei Leipzig), also wie engl. brow unter 3, c, vom felde aus gesehen der braue verglichen; es heiszt auch prone, brome, brame und bräme, im forstwesen, rand von laubholz an feld, wiese, wald (s. Adelung unter brame 2), wie auprôn, palpebra Dief. 407c (für augbrôn). das -n, das aus dem plur. mhd. brân wol begreiflich ist, erscheint doch auch schon im altn. brûn f. neben brâ f., kurz das wort zeigt nach form und inhalt ein altes reiches leben, dem noch tiefer nachzugehen wäre, wollte man das einzelne sicher beurtheilen. II@55) noch abweichender ist übrigens eine form brach für die braue: augprach n. Schm. 1, 242, auchprach cilium Dief. nov. gl. 90a (noch kärnt. in âprechn augenwimpern Lexer 39); auch augbrag palpebra Dief. 407c, ougenbrage cilium 118c, das -g wol als vertreter des -h in dem häufigen brahe das.; das stimmt aber zum goth. brahv und zieht dieses sicher herzu, brahv augins, ῥιπὴ ὀφθαλμοῦ 1 Cor. 15, 52, die goth. form liegt hd. gleichsam vertheilt vor in braue und diesem brahe, brach, wie in genau und nahe das goth. nêhva (s.gähe I, c). brahv aber musz wol eigentlich das blinken des auges sein, wie es durch die bewegung der wimpern (mhd. wintbrâ) bestimmt wird; damit nähert sich denn weiter auch mhd. brehen flimmernd, zitternd glänzen, altn. brâ, brjâ, das mhd. wort vom glanze der sonne, sterne u. ä., aber auch der augen, noch im 15. jh. (s. unter brehen), womit jenes brach, brahe auch selbst gleich zusammenhängen kann. denn der begriff der braue ist wirklich gleichsam verschiebbar, wie Schmeller 1, 242 fragweise vorbrachte, er umfaszt die ganze augengegend von der behaarung des augenknochens bis zum untern augenliede, sodasz sowol die wimpern als die augenlieder selbst, ja der obere augenknochen selbst damit bezeichnet wurde (wie ähnlich bei lat. cilium, supercilium), vgl. etwas entsprechendes [] unter kinn 1, b ff., kinnbacken 2, kommt doch ahd. vor 'mala praon' Haupt 5, 356, Graff 3, 315, also braue vom augenknochen übertragen auf den backenknochen, wie dessen fortsetzung unterm auge; danach ist die erstreckung auf die lichtbewegung des auges selber, von der bewegung der wimpern ausgehend, ganz glaublich. ob nicht aber zugleich ein frühes verwachsen verschiedener wortstämme vorliegt, wie sich mhd. brehen deutlich im sprachbewusztsein mit brechen vermengte, ist eine weitere frage. vgl. Diefenbach goth. wb. 1, 316. 2, 754.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gebræmestn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    ge-bræme stn. ein mederîn gebræme (: genæme) ûf einem hôhen gollier Ot. 80 b . s. brëm, brëmen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gebräme

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Das Gebräme , des -s, plur. ut nom. sing. der Rand eines Dinges, besonders der Saum oder Aufschlag eines Kleides. Die Fl…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gebraeme

3 Bildungen · 0 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gebraeme 2 Analysen

ge- + braeme

gebraeme leitet sich vom Lemma braeme ab mit Präfix ge-.

Alternativen: ge-+braem+-e

gebraeme als Zweitglied (3 von 3)

fuchsgebräme

DWB

fuchs·gebraeme

fuchsgebräme , n. die einfassung und der besatz von fuchspelz an einem kleidungsstücke, limbus ex pelle vulpina. Stieler 216 .

zobelgebräme

DWB

zobel·gebraeme

zobelgebräme , n. , verbrämung, besatz von zobel Stieler 216 , Campe : berlinische zipffelmütze, .. um und um an denen rändern mit einem dic…