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gebhart

mhd. bis sprichw. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gebhart

Bd. 4, Sp. 1746
gebhart , mannsname mit bedeutung, nach der er ohne zweifel gebildet ist: der gerne gibt; -hart ist in solchen bedeutungsnamen eine vielgebrauchte bildung (nicht blosz in bösem sinne, wie es IV2, 501 nach Grimm gr. 2, 340 heiszt), vergl. Klinghart, freihart. 11) noch im 16. 17. jahrh. klar bewuszt: gott ist ein reicher quellender born aller gnaden und gaben, und billich der rechte Gebhart heiszen solt. Luther ausl. d. ep. u. ev. v. ostern (1544) c ijb, er verwendet das volksmäszige wort in seiner weise; M. Lutherus sagt, unser herr gott were ein groszer Gebhart, i. e. der ein gute natur und art zu geben hett, dann gleich jener alter kirchenlehrer sagt: deus promptior est ad dandum, quam homines ad accipiendum. Zinkgref apophth. (1653) 2, 104; er Gebhart und er (d. i. herr) 'süesze wort' die bringen jetzt vil dinge fort. Henisch 1388, 47, Petri spr. (1604) Z iijb, wer geld und gute worte gibt (besticht, beschwätzt, z. b. den richter), bringt viel vor sich, vorwärts, der spruch hat mhd. art an sich. 22) auch im pl., in schwacher form wie gewöhnlich die bedeuungsnamen: das dise verordnete arme auch für ihren handreichern und willigen Gebharten bitten (mit dat. statt acc.) und ihnen alle selige wolfahrt günnen und wünschen würden. Pape bettel- u. garteteufel T 8a; wie man etwan (d. h. vordem) artige fragen und schöne sprüche hat vorm tisch die alten Gebharten sprechen laszen. Mathesius hochzeitpred. 22b, die spendenden hausväter, wie es scheint. 33) mit andern ähnlichen bedeutungsnamen zusammen: Klinghart, Rîchart und Gebehart sint werder vil denn Adelhart. Renner 1600, reiche, gebende mehr als wirklich edle; reineʒ leben, adel, kunst (wissen) belîbent ân des pâbstes gunst, eʒn kom dan mit in an die vart Rîchart, Klinkhart und Gebehart. swer die bringt, der wirt gewert swes er in dem hove gert. 9024 (Germ. 5, 292), falls nicht diese herren mit zur audienz kommen, d. h. geldbringer, doch kann auch das geld selbst schon verstanden sein (vgl. klinghart von münzen), wie im folgenden; seit unser weltlichs haupt ist krank, das alle fürsten sollt regirn ... nie sszer (comp.) drost im geben wart, dan von Reichart, Gebhart, Clinghart, die ie der heiden aptgöt warn. Folz hist. vomm. reich (fastn. sp. 1321), niemand kann ihn günstiger stimmen. besonders mit Nemhart zusammen (wie geben und nemen vielfach in beziehung gesetzt sind, s. sp. 1669, vgl. auch Gebingen): swâ her Gebhart kumt in dschranken, dâ her Nemhart rihter ist, daʒ ist gar ein ungenist armer liute. Teichner s. 90 anm. 315 Kar., da kommen arme schlecht weg, wo der richter an bestechung gewöhnt ist; eine grob witzige umdeutung beider namen, die noch im gange ist, s. unter gebars. Auch ein spruch Spervogels erhält hier sein licht: man seit ze hove mære, wie gescheiden wære Kerlinc unde Gebehart. minn. frühl. 26, 15, dasz sich der fahrende sänger (d. h. wol der dichter selber) und sein gebender gönner entzweit hätten, beides mit bestimmter beziehung, die durch die bedeutungs- oder gattungsnamen zugleich angedeutet und verhüllt wird, Kerlinc gemeint als einer von den mâgen unde man Karls des groszen, wie die sänger sich vorführten, als träger seiner ideen, als noch aus seiner goldenen welt herrührend, gaben sich doch noch die neueren sterndreher, die fahrenden heiligen dreikönige für kinder Karls des groszen aus.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gebhartst. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    gebhart , st. M. nhd. „Gebehart“, Geizhals E.: s. geben, hart W.: nhd. Gebhart, M., Gebhart (Männername) DW 4, 1745 L.: …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gebhart

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gebhart , mannsname mit bedeutung, nach der er ohne zweifel gebildet ist: der gerne gibt; -hart ist in solchen bedeutung…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gebhart

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gebhart , Emile , franz. Schriftsteller, geb. 19. Juli 1839 in Nancy, machte seine Studien auf dem dortigen Lyzeum und a…

  4. Sprichwörter
    Gebhart

    Wander (Sprichwörter)

    Gebhart 1. Er Gebhart 1 vnd er süesse wort, die bringen jetzt vil dinge forth. – Henisch, 1388, 47; Petri, I, 240. 1 ) U…

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Zerlegung von gebhart 2 Komponenten

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Cotta, M. (2026). „gebhart". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gebhart/dwb?formid=G02705
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Cotta, Marcel. „gebhart". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gebhart/dwb?formid=G02705. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gebhart". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gebhart/dwb?formid=G02705.
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