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gamander

ahd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gamander

Bd. 4, Sp. 1207
gamander , 11) ein kraut. 1@aa) im 15. jh. gamander, gamendra, est quaedam herba. voc. inc. teut. h ija. im voc. th. 1482 gamander, gamandria (oder leuchte oder ayer in der pfannen, ayer im smalz) und gamander, collocusium, capar capus gamandiros k 1b, vgl.a 6a, dann groszgamander camipiteos m 8b, kleingamander campices q 5a; in einem voc. camepitheos gros gamander, camadreos klein gamander Dief. nov. gl. 69a. 68b, vgl. Frisch 1, 315b und aus den sum. unter b. Mlat. gamandria Wiesb. gl. Haupt 6, 332, gamandrea sum. 66, 27, hier glossiert mit gunderebe, lore (Nyerup symb. 408), vgl. gamandria heiszet gunderam Haupt 13, 382 (15. jh.), in einem recepte contra lepram gebraucht. 1@bb) mhd. vielmehr gamandrê erlösung 2557. 5719 (: aloê) unter köstlichen und wolriechenden kräutern, bei Hadlaub gamandrê (: klê) MS. 2, 194a; auch camandrê 194b. 195b, mit veilchen, rosen, klee zusammen genannt. dieselbe form anzunehmen, zugleich deutlich f., in folg.: camadreos groze gamandre, campiteos cleine gamandre. sum. 55, 36 fg., vgl. unter a; noch im hortus sanitatis Augsb. 1486 cap. 197 gamandre, gamandrum. auch mlat. in den sum. unter a ist wol gamandréa gemeint, wie es noch frz. heiszt germandrée (s. c). 1@cc) bei Adelung, Nemnich gamander m., teucrium 4, 1448 fg., namentlich teucrium chamaedrys, wolriechend, auch edel gamander, nl. gamander, engl. common germander, franz. germandrée officinale; teucrium montanum berggamander (wilder rosmarin); s. auch gamanderlein. auch im 16. jh. in den kräuterbüchern, z. b. bei Bock, gamander chamaedrys. nl. bei Kil. gamanderkruyd, chamedrys, trissago, chamaedrops, germandrée. ist aber der name volksmäszig, und wo? 22) eigen von einer mückenart, als fischköder, in dem Tegernseer angel- und fischbüchlein: der neunt angel sol gefaszt sein nach dem gamander, daʒ ist ein muck. Haupt 14, 166; nim den gamandermuck und hab die auf der snur. 167 (zweifelhafter text). 33, 3@aa) die quelle ist griech. χαμαίδρυς (genau zwergeiche, vgl. kamille), lat. trissago, trixago, teucrium lucidum L.; daher, doch nicht nach dem nom., ital. camédrio 'vergiszmeinnicht, gamanderlein' (auch calamandréa), span. camedréo 'gamänderlein, bathengel'. bei uns mit dem häufigen g- für roman. c- (s.G 5, c) und eingesprungnem n vor d (dr), unter umsatz des e in a in der tonstelle (vgl. noch gamendra unter 1, a, ja im 15. jh. camedreos, camedren oder erdöpfel Dief. 638c); das n und a auch schon im franz. germandrée, it. calamandréa und im neugr. χαμανδρυα. ähnliche wandelung z. b. in mandel, oleander, galander (charadrius). 3@bb) eine weitere, näherbringende änderung zeigt blaumenderle, veronica chamaedrys, falsches wiesengamanderlein, vergiszmeinnicht Nemnich 4, 1555, ein ähnliches heimisches kraut (englisch wild germander); schon in Bauhinus ausg. des Tabernaem. Bas. 1664 s. 769 vom echten gamander blaumanderle, blau menderle, erdweirauch, vergiszmeinnicht (vgl. Dief. 92b), bei Schwenkfeld 46 braun menderlin, schon bei Rösslin Frankf. 1533 blamenderlin (Dief. 92b); noch nl. manderkruid neben gamanderkruid, gamander m. 3@cc) in camepitheos u. ä. unter 1, a ist ebenso gr. χαμαίπιτυς (genau zwergfichte) enthalten, s. Dief. 92c, wo es auch schlechtweg mit gamanderlein glossiert ist, s. unter 1, a grosz gamander, aber auch cleine gamandrê 1, b. das alles geht auf den gebrauch der ärzte und gelehrten kräuterkundigen zurück.
3429 Zeichen · 104 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    gamanderF.

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    gamander , F. Vw.: s. gamandrē

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gamander

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    gamander od. leuchte, od. ayer in der pfannen, ayer im smaltz, gamandria Voc. 1482. vgl. das fgd.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gamánder

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Gamánder , des -s, oder das Gamánderlein, des -s, plur. inus. eine Pflanze, Teucrium L. nach welchem die Erdkiefer, …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gamander

    Goethe-Wörterbuch

    Gamander botan, Gattung aus der Familie der Lippenblütler LA II 9A,29,80 Morph Plp Syn Teucrium Eva Beck E. B.

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gamander

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gamander , Pflanze, s. Teucrium und Veronica .

  6. modern
    Dialekt
    Gamander

    Schweizerisches Idiotikon

    Gamander Band 2, Spalte 297 Gamander 2,297

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gamander

8 Bildungen · 3 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von gamander 2 Komponenten

gaman+der

gamander setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gamander‑ als Erstglied (3 von 3)

gamanderbluome

AWB

gamander·bluome

gamanderbluome mhd. sw. m. oder f. gamand s -bluom: nom. sg. Gl 3,564,27; -blumē: nom. pl. 26 ( beide 14. Jh. ). wohl Echter Gamander, Teucr…

gamanderlein

DWB

gamander·lein

gamanderlein , n. demin. zum vor.: gamanderlin, chamaedrys. Dasyp. 335 b ; gamanderle, bathengel Junius 91 b , der auch nl. gamanderlijn ( f…

gamander als Zweitglied (5 von 5)

Bërggamander

Idiotikon

Bërggamander Band 2, Spalte 297 Bërggamander 2,297

grôʒgamander

MWB

grôʒgamander M. ‘großer Gamander’ (Pflanze): camandreos: grozegamandre Gl 3:538,11 MWB 2 956,1; Bearbeiterin: Herbers

grōzgamander

KöblerMhd

grōzgamander , st. M. nhd. großer Gamander ÜG.: lat. campipiteos Voc, chamaedrys Gl Q.: Gl, Voc (1482) E.: s. grōz, gamandrē W.: nhd. DW- L.…