Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Gallert n.
Gallert n.
Gallert n. Gallerte f. ‘zu einer halbsteifen Masse erstarrte konzentrierte Brühe’. Aus mhd. galreide, galrei (13. Jh., vgl. mnd. galrēide, galrede) entwickeln sich im älteren Nhd. zahlreiche, meist landschaftlich begrenzt geltende Varianten wie Galrei(de), Galrede, Galrad, Gallart, Galhart. Im 18. Jh. setzt sich die von Adelung gebuchte, seit dem 17. Jh. nachzuweisende obsächs. Form Gallerte f. (mit Betonung auf der ersten, doch auch, besonders öst., auf der zweiten Silbe) durch, neben der heute Gallert n. (früher auch m., ebenfalls zuerst md. im 17. Jh.) üblich ist. Das mhd. Substantiv geht letztlich auf lat. gelū (auch gelum, gelus) ‘Eis(kälte), Frost’ zurück, schließt sich aber wohl nicht (wie Gelee, Gelatine, s. d.) an das Denominativum lat. gelāre ‘gefrieren, gerinnen’, sondern eher an einen im Roman. bezeugten Ableitungstypus an, der in aprov. gelaria, galareia ‘Sülze’ und in älteren obital. Formen wie geleria, zelaria ‘Gallert’ begegnet (danach zunächst mhd. galrei, wovon galreide weitergebildet?). Mlat. gelatria, geladia beruhen vielleicht erst auf junger Latinisierung. Vgl. hierzu FEW 4, 89 f. und ¹DWB 4, 1, 1, 1192 ff. – gallertartig Adj. (18. Jh.).