gänze,
f. subst. zu ganz,
vollständigkeit u. ä., mhd. genze,
ahd. ganzî;
nebenformen u. 3. 11)
es galt noch nhd. lange: soliditas, gänze Dasyp. 228
a, genze Maaler 169
a; wie ein holz, das zerbrochen ist, keine gänze
mehr annimpt. Paracelsus (1616) 1, 80
a; gleich wie ich von der taufe gesagt, das es füglicher were ins wasser zu tauchen denn damit begieszen, umb der genze und volkommenheit willen des zeichens. Luther 1, 202
a; geistlich genze und unvorletzung.
ders. bei Dietz 2, 9
a,
schon mhd. vielfach bildlich; die gänze des topfes hört man am klange. Stieler 601; die gänze der jungfrauschaft. 600 (
vgl.ganz A, 1,
c),
ja noch im 18.
jh. bei Aler, Rädlein
integritas, soliditas, perfectio, le tout, l'entier, und jetzt noch in Kärnten genze Lexer 108; eine episode, die uns wichtig genug scheint, um in der gänze mitgetheilt zu werden.
jahrb. f. rom. u. engl. spr. 13, 77. 22)
auch bergm. bis heute 2@aa) eine gänze, '
wo nicht schifrige, sondern harte steine sind, sonderlich wo sich unter der tammerde das gesteine anfängt'. Frisch 1, 318
c (
s.ganz A, 2,
e),
auch, z. b. im Chemn. berglex. 236
a misverst. gänse
geschrieben (
vgl. c): bisz er .. den gang ins gestein oder in die genze bringet. Mathesius
Sar. 64
a (
wie ins ganze gestein 37
a).
s. mehr bei Schm. 2, 59
aus dem bair. bergbau, auch aus salzbergwerken (
bair. genz),
und bei Veith 217,
der auch den plur. belegt: wo die gänzen etwas geschmeidiger sind. 2@bb)
anders in ewige gänze,
die unbeschränkte ausdehnung in die länge Veith 155,
zu ganz
von strecken (
sp. 1295): wo .. man schachtrecht geben müsse, sol einem gevierten schachtrecht drei schnier auf dem gang unter sich, über sich und in ewige genz gegeben werden.
das., östr. 16.
jh.; in ewige genz geen. Schm. 2, 59. 2@cc)
noch anders im hüttenwesen gänze,
aber misverst. für gänse (
wie umgekehrt unter a),
s.gans I, 4,
d. 33)
nebenformen einmal mit wolerhaltner ahd. endung gänzi,
alem.: also im verstand ist die
gänzy, aber nicht die klugheit. Parac. 1616 2, 320
a,
wie kelty
kälte 16.
jh. I, 87.
daneben, wie ebenda kältin, kelten,
auch gänzen: die ursach der gänzen und des brechens ist des arztes weisheit. Parac. 1589 2, 25.
die erste auch mit ausbleiben des umlautes gantzy integritas Dief. 302
c aus der gemma gemm. (
Straszburg 1518 M 4
d,
neben gentzlichen
integre),
wie ahd. ganzî
neben genzî.
dazu mit abfall der endung bair. die
ganz der priesterpruderschaft zu Sant Peter Schm.
2 1, 927 (
zur sache s. ganz II,
A, 3).