furm,
f., m.,
bei H. Sachs
und Ayrer
für form,
wie schon 3, 1898
bemerkt wurde. das u
für o
beruht auf süddeutscher aussprache und noch sagen der Schwabe, der Baier, der Tiroler furm. Schmid 211. Schmeller 1, 563. Schöpf 163.
zunächst wahrt das wort das geschlecht des lat. forma,
dem es entlehnt wurde, und bedeutet so viel als gestalt. s. form 1). auch lag da noch vom sturm kriegsrüstung mancher furm. H. Sachs I (1590) 246
c; samb (
als) wöll er thon ein sturm in solcher masz und furm. 306
d.
aber fast durchweg steht es bei diesem dichter als masc., wie form
z. b. in den von F. v. Krenner
herausgegebenen bair. landtagshandlungen 6, 130
sich findet und heute noch furm
in der volkssprache Schwabens, Baierns, Tirols gebraucht wird. Schmid, Schmeller, Schöpf.
den pl. bildet dieses masc. fürm.
zuerst hat es auch hier die bedeutung gestalt: [] auff die mawren und zu dem sturm in grosser zal und bestem furm ins feld auch für ein gantzes heer schantzzeug, sturmzeug, harnisch und weer. H. Sachs I (1590), 150
d; gifftige thier mancherley fürm, als schlangen, frösch und crocodilln. 314
d; ohn zahl vil gewürm schedlich und gifftig mancher fürm, als kröten, edechs, attern, schlangen. 316
a; erschien sichtbarlich an dem mon ein langer zugespitzter schwantz mit brennendem goldfarben glantz der sich streckt gegen mitternacht, sein schein in solchem furm verbracht ein gute zeit, bisz schier wolt tagen. II (1591). 3, 140
c; man sagt von eim grewlichen wurm der hab ein erschröcklichen furm, mit langem schwantz, gleich einem trachen. III (1588). 2, 197
c; einsmals ein bader fraget mich, wie er mit seinem werckzeug sich verbutzen möcht in solchen furm dasz er seh gleich eim wilden wurm. 3, 77
b; potz macht, was ist das für ein furm! bist du ein mensch oder ein wurm? du sichst so grausam ungelachsen. Ayrer
fastnachtsp. 127
a =
Keller 2970, 27; Constantinopel ... gewahn in einem sturm ausz ihr macht ein seltzamen furm. 147
b; dasz jhr beed erschlagt einen wurm, einen sehr erschrecklichen furm, der sich nicht weit helt von der statt.
bei Keller 1495, 29; allhie erwarten wir den wurm. »er kompt inn eim schröcklichen furm, sicht grausam, wilt und ungeheür.« 1497, 21.
dann steht es in der bedeutung art, ansehen, anschein: streytbüchsen und das hagelgschosz, so laut knallet in allem furm, als ob man schüsz ein statt zum sturm. H. Sachs I (1590), 150
c; also mancher verbergen musz sein heimlich creutz, nagenden wurm, sich stellen in frölichem furm, als ob er leb in stiller rhu. 294
c;
noch schwäbisch, bairisch, tirolisch in diesem sinne: es hat doch einen furm. Schmid
a. a. o. es hat keinen furm. ich wette, es regnet bald, es hat allen furm dazu. es hat noch keinen furm zum schönwerden. Schmeller
a. a. o. es hat den furm, als ob er sterben wollte. es hat noch keinen furm, dasz er sich bessert. Schöpf
a. a. o.,
vgl. Frommann 5, 337.
ungewis ob fem. oder masc. steht das wort in folgenden stellen: als er eins tags wolt thon ein sturm, rüst er sich zu nach krieges furm. H. Sachs I (1590), 118
a; derhalb Hanibal grimmig gar drey grosser thüren fellen war mit seim sturmzeug, durch krieges furm. IV. 2, 88
c; bey jhm möcht ich wohnen kein stund, dann er hat weder gstalt noch furm. ein alter wucherischer geltwurm. Ayrer (
Keller) 2262, 28. Göthe 13, 129
setzt in der schönen dichtung Hans Sachsens poetische sendung, in der er die weise dieses dichters mit unvergleichlicher frische nachbildet, einen unrichtigen sg. fürm,
indem er den pl. bei dem dichter als sg. auffaszt: bespöttet eines jeden (
narren) fürm, treibt sie ins bad, schneidt ihnen die würm.