Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Fürwort n.
Fürwort n.
Fürwort n. Wortart, die ein Nomen vertritt oder näher bestimmt. Als wörtliche Übersetzung des grammatischen Terminus lat. prōnōmen (s. Pronomen) begegnen Vorwort (17. Jh.) und Fürwort (Gottsched 1734), an denen die Vermischung der Präpositionen vor und für und ihr unterschiedsloser Gebrauch deutlich wird (s. für). Entsprechend gelten Vorwort und Fürwort (bei Stieler 1691) auch im Sinne von ‘vor(an)gestelltes Wort’ zur Wiedergabe von lat. praepositio (s. Präposition). Auch in dem sich im Mhd. entwickelnden allgemeinsprachlichen Gebrauch stehen mhd. vürwort, vorwort, frühnhd. Fürwort, Vorwort unterschiedslos nebeneinander, und zwar im Sinne von ‘vorausgehendes Wort’ für ‘Vorrede, Bedingung, Vorbehalt, Begründung’, im Sinne von ‘vorgeschobenes Wort’ für ‘Scheingrund, Vorwand, Ausflucht’ (16. Jh.), im Sinne von ‘vorgegebenes Wort’ für ‘Zusage, Zusicherung’ (16. Jh.) und für ‘Fürsprache, Empfehlung, für jmdn. eingelegtes gutes Wort’ (17. Jh.). Eine Unterscheidung von Fürwort und Vorwort im heutigen Sinne tritt entsprechend dem Gebrauch von für und vor im 18. Jh. ein, danach gilt Fürwort nur noch als grammatischer Terminus.