fürbug,
m. der brustrieme, d. h. der vornen vor den vorderbügen über die brust gehende bindrieme des geschirres, bei einem reit- oder zugthiere, bei jenem, um das zurückweichen des sattels zu verhindern. ahd. zuerst nachweisbar aus dem 10.
jh. in einer glosse zu Virgils Aen. 7, 270,
wo furipuogi
n. (Graff 3, 41),
das sich durch zusammensetzung aus furi (
s.für)
und einer in dieser gewordenen ableitung von puoc
nhd. bug (
s. d.)
bildete. später, im 11.
und 12.
jh. furpûgi (
Diut. 3, 405), fiurbûge (
sumerl. 34, 71), fuirbouge (Graff
a. a. o.), fourbouge (
gl. trevir. 16, 32),
deren iu
und ui
dem einbrechenden umlaut ü
gleich zu achten sind, wie die ou
in bouge
dem uo,
mit welchem ou
in der schreibung verwechselt wird. ou
dagegen in four
statt fur
ist offenbar fehlerhaft (
vgl. gramm. 3, 454).
mhd. mit dem durchgedrungenen umlaute auch des uo vürbüege
n., auch vürgebüege, vorgebüege (Ben. 1, 180),
aber der ausdruck war ein von der hofsprache gemiedener, also unhöfischer (Lachmann
zu Nib. 75, 2. Haupt
Erec s. XV).
noch im 14.
jh. auch gekürzt fürbüeg (
voc. opt. nr. 20, 22),
zu anfange des 15.
jh. furbueg (Diefenb. 37
b),
in einem Augsburger vocabular von 1521 fürbuog (
ebenda).
mit der um das auslautende e
verkürzten und in uo
umlautlosen form, die sich mhd. diemuot
f. aus diemüete
f. (
s.demuth), hôchmuot
f. aus hôchmüete
f. (
vgl.hochmuth), übermuot
f. aus übermüete
f. (
vgl.übermuth)
vergleichen läszt, mag auch der übergang in das geschlecht des einfachen bug
eingetreten, es also m. geworden sein. furpug,
antela. voc. theut. von 1482 i 6
b. vorpuge oder furpug. mm 3
b.
antilena, ein gürt,
qua pectus equi vel alterius animalis cingitur, das förderst theyl am sattel, fürbug, sattelbog. Alberus
dict. R iij
a.
helcium, ein kummet oder fürbug.
ebenda. fürbug, gürtel, brustriem,
antilena, lorum ante pectus, quo pectus jumenti cingitur. Henisch 551, 65.
bei späteren, in der form des praepositionalen adverbs mit mhd. vorgebüege
stimmend, vorbug. Frisch 1, 151
b bezeichnet fürbug
als veraltet. der gegensatz ist hinterbug,
der schwanzriemen, postilena. vgl. Henisch 551, 67
und s. hinterbug. 2 fürpig.
aus dem jahr 1580
in Westenrieders
beitr. 5, 168 (
s. Schmeller 1, 159).
neben dem nhd. fürbug
aber dauerte auch noch im 16.
jh. vorbge
fort, aber aus einem n. ein f. geworden: antilena, ein brustriemen, oder ein vorbge am sattel. Frisius (1556) 102
a,
wonach bei Maaler 475
a,
der ausdrücklich in klammern die
beisetzt. später scheint das wort erloschen.