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flöiten

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Eintrag · Westfälisches Wb.

flöiten V.

Bd. 2, Sp. 774
flöiten V. [allg.] 1.1. (laienhaft) Flöte spielen. Hai flött op sonne Flāite (Kr. IserlohnIsl Is). Lot datt Fleuten mol enn Äugenblick sinn! (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@KirchveischedeKv). — Ra.: Hä flött op’m lessen Loak er wird bald sterben (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — 1.2. Töne hervorbringen, die wie Flötentöne klingen. De Mätgaitling flött (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@LangschedeLa). Wenn de Draußel seo wacker floitet, hätt et meistendeils vürher rēnt (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@BellenbergBb). Wenn de Geitlink flöt, is dat Fröhjahr dao (Kr. SoestSos Kr. Soest@HoltumHt). — Ra.: He fleit’t as ’n Gaitlink er pfeift, flötet sehr schön; er ist sehr lebensfroh (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@OchtrupOc || verbr.). Hai kann singen, ä ne Iule flaiten kann er singt sehr schlecht (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm). Änne geuht de Arböjj van der Hand os den Raben dat Floiten iut den Schnawel er arbeitet sehr umständlich (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). Häi hoert den Gaitlink nich mä flaiten er wird noch vor dem Frühling sterben, er wird den Frühling nicht mehr erleben (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@AhlenAl || mehrf.). Hä höht dä Engelkes em Hiämmel fleiten er kann seine Schmerzen, sein Leid kaum noch ertragen (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Hai wäit nitt vann Tuiten unn Flaiten er weiß nichts, hat überhaupt keine Ahnung (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). — Sprichw.: Dïen Vuogel, dei det Muorns säo froi flött, friet am Dage de Katte (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@HilbeckHi || (ähnl.) mehrf. SWestf). Bu et diäm Vuel (Vogel) es, sou singet odder flött hei (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü || mehrf. Mark). Biu Graitken flött, matt Hännesken danzen (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). — 2. pfeifen. — 2.1.1. mit dem (gespitzten) Mund einen Pfeifton, eine Folge von Pfeiftönen hervorbringen. He flöit achter de Deern heer (WMWB). Spietmülen gilt nit, et mat eflot wären (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). — Ra.: Hai kann op’m Fingern flāiten es geht ihm gut (Kr. IserlohnIsl Is || mehrf.). Owens flaiten un singen, muorgens dä Joppe nich finn’n sagt man von Herumtreibern (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Flait es, viellichte giät et Antwodt sagt man, wenn jmd. etwas verloren hat und es sucht (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). — Sprichw.: Fraulüe, de fleit, und Hauner, de kreit, de meit man bi Tīden den Hals ümdrein (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@BackumBa || (ähnl.) verbr.); de döcht nich (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@AhausAh || ähnl. mehrf.); doh is niks an gelegen (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@OndrupOn || mehrf. Münsterl); diän werd am besten et Miul taunägget (zugenäht) (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). Ut singende Därns un fläöitende Knechte kümp all meläwe nich vull terächte (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Ut singen Deerns un fleiten Knechts, dor ward doch all min Dage nicks Rechts (Kr. MindenMin Kr. Minden@WindheimWh). Biu dai Ollen het sungen, säo flaitet dai Jungen (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg || mehrf.). Kannst lange floiten, wenn ’et Pierd nich pissen will (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@HeidenoldendorfHd). — 2.1.2. pfeifend ertönen lassen. Hä flött sick ’n Stücksken (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Heu flärre ob en Fingern en schoin Leud (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@KirchveischedeKv). — Ra.: Dat flait’t de Vüegel vanne Boime das ist kein Geheimnis mehr (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — Sprichw.: Wat me nit singen kann, mat me flöüten man darf nicht alles erzählen, was man weiß oder denkt (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@Gegend LüdenscheidLs || (ähnl.) mehrf.). Jeudes Leud singet man nich teo Enne, man kann et auk floiten dass. (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). — 2.2. mit einer Pfeife einen Pfeifton hervorbringen. De Fabrieken flöiten alle, wann ’t twalw Ühr was (WMWB). — 2.3. auf einer Pfeife spielen. — Ra.: He fleit’t op de WWB-Source:287:TeutTeut (Kanne) er ist ein Säufer (Münsterl WAGENF 76). — 2.4. ein Pfeifgeräusch hervorbringen (vom Wind). Wüi krüijet anner Wädder, de Wind floit’t (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = PLATE-NAUWB). De Wind fleit’t up de Piggen, dann giwt Riängen (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). — Rätsel: Et is nix un et wödd nix un wann ’t up de Welt kümp, dann fläöit’t: Wind (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). — 2.5. In Vbdg. mit up: jmdn., etwas geringschätzen und die betreffende Person, Sache leicht entbehren können. Do flait eck op (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Ick flāit wat up den gantsen Krm (Kr. SteinfurtStf Rh). — Ra.: Flait op de Welt un were gäistlick sagt man, wenn etwas schiefgegangen ist (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg || mehrf.). — Sprichw.: Wao Guott nit helpet un de Mist, dao flait op alle Biuernlist (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm || mehrf.). — 2.6. In anderen Wendungen: Ick will di wat fleiten (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@SelmSm) ich bin keineswegs geneigt, deinen Wunsch zu erfüllen, deiner Aufforderung nachzukommen [verbr.]. Goah doch hen fleiten dass. (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@WettringenWt || mehrf.). — Sagw.: Iek well dej wuat flaiten, saggte et Menske, do fenk et an te schennen (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). — 3. pusten (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi). Ick sette di up den Dummen un flöüte di no Ägypten (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi). — 4. verlorengehen, fortgehen (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@BenkhausenBh). Deï is floüten (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Bh). ⟨›flöiten‹ [verbr.], ›flüᵉten‹ [Alt], „flöten“ [verstr.]; -t- [verbr.], -d- [Ravensbg Lippe, verstr. Kr. TecklenburgTek Kr. BeckumBek Wie]. — Präs.: 3. Sg.: flöt [OWestf Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek SWestf], ›floit(et)‹ [Münsterl], flät (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@KirchveischedeKv). Prät.: 1./3. Sg.: flodde bzw. florre [OWestf SWestf], flod bzw. flor [Rek], ›flöited(e)‹ (u.a. flāiter (Kr. BeckumBek Vh), flöiten (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@ErleEr)) [Münsterl], flödde [Ennepe-Ruhr-KreisEnr Olp], flärre [Olp]; Part.: -flot [OWestf Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek SWestf], -›flöitet‹ [Münsterl Wie]⟩ ¶ Vgl. → flöiteken, flöitsken sowie flötkeren, flötterken (beide unter ²Flot).
4652 Zeichen · 134 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    flöitenswv.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    flöiten (floiten , fleuten) , flö̑ten , fleyten (fleiten) , swv. , flöten, Flöte blasen, ein Holzinstrument blasen, pfei…

  2. modern
    Dialekt
    flöitenV.

    Westfälisches Wb.

    flöiten V. [allg.] 1.1. (laienhaft) Flöte spielen. Hai flött op sonne Flāite ( Isl Is ). Lot datt Fleuten mol enn Äugenb…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit floeiten

2 Bildungen · 1 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von floeiten 2 Komponenten

flo+eiten

floeiten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

floeiten‑ als Erstglied (1 von 1)

flöiten gn

WWB

floeiten·gan

flöiten gan V. [verstr.] verlorengehen, abhanden kommen. Dann gāit mi de gantse Andacht flāid’n ( Bek Vh ). Meyne beste Teyt is met meynen l…

floeiten als Zweitglied (1 von 1)

nâflöiten

MNWB

°* nâflöiten flötend nachahmen, nachsingen (Schlömer V. 996, nach Hes. 33, 32).

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APA
Cotta, M. (2026). „floeiten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/floeiten/wwb
MLA
Cotta, Marcel. „floeiten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/floeiten/wwb. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „floeiten". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/floeiten/wwb.
BibTeX
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