flappen
Allg., weniger aber Klevld (bezeugt aus Klev-Calcar, Rees-Emmerich Brünen, Ess); Rhfrk, Mosfrk
-ab-, sonst
-ap-; doch auch Rip, bes. SNfrk
-ab- (sth.
-b-); Trier-Ld, Wittl, Bitb
-ab- u.
-ā:-; Heinsb-Dremmen Karken Lümb Saeffelen
-ǫp-; Kemp-Hüls
--; Kemp-Stdt auch
-ā:-, Part. jəflapt schw.: eine schlagende Bewegung bezeichnend. 1. intrans. a. Subj. leblose Dinge. α. auf- u. zuschlagen, hin- u. herflattern (unregelmässig),
z. B. de Lare hot de ganz Nacht geflappt Simm, Allg. bis einschl. Rip;
do horten se em Wend jet fl. un schlage boven am Givel Köln;
de Fahn flapp em Wend; de Wäsch flapp an de Leng (Leine) Rip, Allg. — β. lose um die Glieder schlagen, schlottern, von Kleidern
ebd., auch Mörs-Orsoy;
de Rock flapp er öm de Ben Rip, Allg.; die Rockzipfel
fl. honne bei Prüm-Ihren. — γ.
de Brih flappt noch kocht noch Bitb-Nussbaum. — δ.
et flappt ein im Gefüge loser Gegenstand windet sich hin u. her Kreuzn-Allenf, Bernk-Rhaunen;
er flappt hin un her Simm-Laub. — b. Subj. lebende Wesen. α. schwerfällig, plump, träge, schlappig gehen (wobei die Kleider, Hose oft hinterher fl.); sich bei einem Gang unterwegs aufhalten, säumen;
do flappe doher; do küte widder geflapp; wo flappste dann widder eröm; wie küt der dohergeflapp, dropangeflapp, angeflapp! Mosfrk, Rhfrk, Rip; herumstrolchen Goar-Weiler. — Ein Vogel, der seine ersten Flugversuche macht,
flappt; kann er fliegen, so
fladdert er Neuw-Datzeroth, Saarbr-Völkl. — β.
er es am fl. geistig nicht recht normal Köln-Kalk (sonst nicht bezeugt). — 2. absol. u. trans. a. einen fl., mit der flachen Hand leicht schlagen, meist an den Kopf; auch in folg. Konstr.:
ech fl. der en; he krig se geflapp; de flapp de ganzen Dag an de Könder Rip, Allg. (auch Nfrk) [einen durch Irrtum oder Betrug in grossen Schaden versetzen; sich fl., durch eigene Schuld mSaar 1832]. —
Geflapp(t) sein einen Hieb, Hau weg haben, halbverrückt, schwachsinnig, etwas närrisch, übergeschnappt sein Allg., auch Nfrk [ungewöhnlich munter u. spasshaft Prüm-Mürlenb 1860; zu losen, tölpelhaften Streichen geneigt Saarbr-Völkl; übermütig, ausgelassen Sol, Mörs-Neuk; übertrieben lustig u. dumme Scherze machend Gummb]; den Ubergang zu dieser Bed. vermitteln folg. Wend.:
De es möm Beil geflapp Bergh-Hüchelhv, —
vom Mond (Mond) Ahrw-Nierend, —
töschen de Uhre Wittl. RA.:
De es dörch de Hauf (Haube)
söve Deddel (Drittel)
gefl. Aach.
Du gefl.ə Geck em Schwönkert (Frack) Rheinb-Hilberath.
Net reit gefl. sen MGladb-Rheydt;
half gefl. sen Allg. — Dazu
flabbe Tüən ( u. ) Geckheiten Eup. — e. einen Hasen udgl. fl., schiessen Sieg-Rhö
nd. —
f. ein Weib fl., missbrauchen Sieg-Rhönd ODollend OCassel, Bo, Ahrw-Sinzig, Schleid-Marmag. — g. den Kleeacker fl., bis zur Wurzeltiefe umpflügen, auch
umfl. mit dem
Flappriester Mörs-Rumeln. — h. absol. α. Fussball spielen;
gehste met fl.; beim Spiel wild auf den Ball los stossen, ohne sich zu fragen, ob er aufs Ziel los schiesst Dür-Derichsw. — β. kräftig (Tabak) rauchen, dass es zwischen den Lippen zu einem schnalzenden Geräusch kommt Wend-Schwarzerden, Saarbr-Völkl, Bitb-Bollend, Prüm-Mürlenb;
-E- Aden-Antw. — γ. schwatzen, sich unterhalten, bes. mit jungen Mädchen Gummb-Berghsn; mit der Rede herausplatzen, Worte unbedachtsam herausbringen;
en flappt (auch
flappt et eraus)
; en flappt eraus demot (damit)
; mat ebbes erausgeflappt kommen Trier-Ld, Bitb, Prü
m. — Die einmal gefasste Meinung nicht aufgeben;
wo der hiflappt, do flappt er hin Trier-Mettnich. — δ.
drafl. (drein-) ungeschickt handeln Bitb. — ε. lecken, naschen Siegld; auf unanständige Weise liebkosen
ebd.; tändeln, spielen, schmeicheln Altk-NFischb, Sieg-Fussh. — ζ. das Futter aus der Krippe werfen u. beschmutzen Koch-Lutzerath. — Im WMosfrk, wo
-ab- u.
-ā:- nebeneinandersteht, wird meist unterschieden
-ab- schlagen:
-ā:- daherschlappen. — Abl.:
die Flapperei (Tollheit, tolle Streiche),
dat Geflapps, sich zerfl.