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flaien

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

flaien

Bd. 3, Sp. 1710
flaien, lavare, eluere, Schmeller 1, 582 bezeugt uns ein oberdeutsches fläen, flähen, fläjen, fläwen in dieser bedeutung, man möchte seine älteste form aufspüren, solche wörter pflegen schwankend j, h und w neben dem vocal zu entfalten, wie z. b. mhd. dræjen, dræhen, mit dem praet. drâte. liesze sich für vlæjen ebenwol vlâte nachweisen, so läge die deutung von flat und unflat offen, flât ist reinheit, glanz, unflât schmutz, eine menge frauennamen sind mit flât schön gebildet (Förstemann 1, 407). ahd. steht aber flewan, flawan: irflawen eluere; thie fiscarâ stigun nidar, thaʒ sie flewitîn iro nezzi, ut lavarent retia sua. T. 19, 4 = Luc. 5, 2, wo goth. fiskjans afgaggandans usþvôhun natja; mhd. vlewen, vlöuwen: dâ stuonten zwai schifel, dar an wâren vischære unde fleuten ir netze. fundgr. 1, 126; von dër güsse ervlöuwet (vom regen ausgewaschen). krone 6793; Wolfhart vor dën wîganden mit durchbiʒʒen zanden noch lac in dem bluote. in hieʒ dër dëgen guote heben ûʒ dër aschen, sîn hërre bat in waschen unt vlöwen ûʒ dën ringen. kl. 1827 Holzm., wo bei Lachm. 855 fleun. dies flewen, flöuwen wiese wie strewen, ströuwen, streuen auf goth. straujan, flaujan, praet. stravida, flavida, gliche aber dem böhm. plaviti, poln. plawić schwemmen, schwenken, spülen, die form flâhen, flähen dem sl. plakati lavare, und dem lat. lavare, luere braucht man nur den labialanlaut vorzuschieben, um auch hier der nahen verwandtschaft sicher zu sein, vgl. pluere und gr. πλύνειν. hier folgen belege für flæen: daʒ pain erschain pluotvar, dô schuof der chunic, daʒ man eʒ flæet mit einem waʒʒer. gesta Rom. K. 51; dô mocht man weder mit chratzen noch mit flæen daʒ pluot ab dem pain nicht gewaschen. 52; daʒ sich die lebinn nicht mocht geflæen in dem waʒʒer. 69; ein christenmensch, der geflæt (lautus, lotus) ist mit der sæligen tauf. 76; so wirt daʒ hemd geswachet, daʒ man eʒ muoʒ flæen. 86; so wurd daʒ hemd gemailigt und bedörft dann, daʒ man eʒ rainiget und flæt. 86; in waʒʒer flæt. Megenberg 403, 7. von diesem uralten verbum zeigt unsere heutige schriftsprache keine spur, auszer dem adj unflätig (illotus); nd. aber dauert vlîen (für vleien, flegen) im sinne von putzen, schmücken d. i. reinigen, waschen, dann auch zu recht machen, rüsten: ik wil de ledder to rechte vlîen. Reineke 1915; sus gingen se slâpen tor sulven stunt up den sal gevlegen mit hoie (mit heu geschmückt). 3667; de rest ja nu de köst, da geit dat flien an. Lappenbergs Lauremberg 111, 173; wan sik twe tosamen flien, wan sik twe tosamen flechten. 119, 18, wie auch flege putz bedeutet, 115, 46. 126, 71. vgl. brem. wb. 1, 418. Schambach 272b. Danneil 53b. nnl. vlien, vlijen, ornare (Kilian 756a) verschieden von vlaen, vlaan, deglubere, excoriare (Kilian 753a), altn. flâ, part. fleginn, obschon die vorstellung des reinigens, waschens mit der des schälens, häutens einigermaszen zusammentrift. vgl. flau, flaum.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    flaien

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    flaien , lavare, eluere, Schmeller 1, 582 bezeugt uns ein oberdeutsches fläen, flähen, fläjen, fläwen in dieser bedeutun…

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