Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
ferkeln
ferkeln
Ferkel n. ‘junges Schwein’, ahd. farhilī (9. Jh.), farhilīn (11./12. Jh.) ‘Schweinchen, Ferkel’, mhd. verhelīn, verlīn ist Deminutivum zu ahd. far(a)h ‘Ferkel, Frischling’ (9. Jh.), mhd. varch ‘Ferkel, Schwein’. Im Germ. sind verwandt mnd. verken, mnl. varken, verken, nl. varken, aengl. færh, engl. farrow, außergerm. entsprechen lat. porcus ‘zahmes Schwein’, lit. par̃šas ‘männliches verschnittenes Schwein’, mir. orc ‘Ferkel, junges Tier’, so daß sich ie. *pork̑os ‘Schwein’, auch ‘neugeborenes Tier, Ferkel’ erschließen läßt. Hierzu (als Deminutiva) kslaw. prasę, russ. porosënok (поросёнок) und mit l-Suffix lat. porculus, lit. paršẽlis ‘Ferkel’. Wenn die Verbindung zu ie. *perk̑- ‘aufreißen, aufwühlen’ (wozu auch Furche, s. d.) zu Recht besteht, ist von einer Bedeutung ‘Wühler’ auszugehen. Im Mhd. wird im Silbenanlaut ch- zu k-, so daß bereits mhd. verkelīn, verkel entsteht. Es bleibt offen, ob dieses k- als Bestandteil des Stammes oder aus dem Deminutivsuffix (*-kīn bzw. *-inkilīn) zu erklären ist; vgl. in: Sprachwissenschaft 10 (1985) 359 ff. – ferkeln Vb. ‘Ferkel werfen, sich unanständig aufführen’ (17. Jh.), älter ferlen (16. Jh.).