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Faustrecht

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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Faustrecht

Faustrecht

Faust f. ‘durch starke Beugung der Finger fest geschlossene Hand, geballte Hand’. Die Etymologie ist ganz unsicher. Die westgerm. Formen ahd. fūst ‘Faust, Höhlung der Hand, Handvoll’ (8. Jh.), mhd. vūst, voust, asächs. mnd. fūst, aengl. fȳst, engl. fist, mnl. vuust, nl. vuist ergeben (bei angenommener Ersatzdehnung nach Nasalausfall) germ. *funsti-. Vergleicht man russ. pjast’ (пясть) ‘flache Hand, Mittelhand’ (aruss. pjastь ‘Faust’), poln. pięść ‘Faust’, so läßt sich ie. *pṇsti- bzw. älteres ie. *pṇksti- ‘Faust’ erschließen. In diesem Fall wären die germ. und slaw. Bezeichnungen (im Hinblick auf die fünf Finger einer Hand) mit ie. *penku̯e ‘fünf’ zu verbinden. Über ie. *pṇksti- käme man (im Hinblick auf die geballte Hand) für das Germ. auch auf die Wortgruppe von fangen (s. d.), die allerdings im Slaw. kaum Entsprechungen hat. Setzt man für das Germ. dagegen ie. *punksti- als Ausgangsform an, so kann man die germ. Formen zu ie. *peuk̑- oder *peug̑- bzw. *peug- ‘stechen, boxen’ stellen. Dann bestünde Verwandtschaft mit lat. pūgnus ‘Faust’, griech. pýx (πύξ) Adv. ‘mit der Faust’, pygmḗ (πυγμή) ‘Faust, Faustkampf’, nicht aber mit den slaw. Formen; vgl. de Vries Nl. 807. – Fäustling m. ‘Fausthandschuh’, ahd. fūstiling (11. Jh.). Faustrecht n. ‘Recht des Stärkeren, Rechtsfindung ohne Rechtsgrundlage’ (16. Jh.), auch ‘Zweikampf’ (15. Jh.). Faustpfand n. ‘vom Schuldner seinem Gläubiger gleichsam als Besitz in die geballte Hand zur Sicherung (für seine Forderung) überlassener Sachwert’ (18. Jh.). faustdick Adj. zunächst Maßangabe (18. Jh.), später oft bildlich, besonders in der Wendung es faustdick hinter den Ohren haben ‘(wider Erwarten) schlau, gerissen sein’.
1683 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Faustrêcht

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Das Faustrêcht , des -es, plur. inus. das ehemahlige Vorrecht des Deutschen Adels, seine Ansprüche mit gewaffneter Hand …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Faustrecht

    Goethe-Wörterbuch

    Faustrecht ‘Faustr.’ 37,111,20 die im Feudalstaat bis in die frühe Neuzeit ausgeübte, seit Ende des 15. Jh strafbare Pra…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Faustrecht

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Faustrecht , Fehderecht, das alte german. Recht eines Freien, sich für jede Verletzung an Person, Eigenthum und Ehre Gen…

  4. modern
    Dialekt
    Faustrechtn.

    Pfälzisches Wb.

    Faust-recht n. : 'das Recht des Stärkeren'. Do herrscht noch 's reinschde Fauschtrecht [ FR-Bockh , KU-Schmittw/O ]. Süd…

  5. Sprichwörter
    Faustrecht

    Wander (Sprichwörter)

    Faustrecht 1. Faustrecht gilt mehr als Kopfrecht. – Sailer, 250. 2. Faustrecht ward nie schlecht. – Franck, I, 156 b ; H…

  6. Spezial
    Faustrecht

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Faust|recht n. (-[e]s) dërt dl plü sterch m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit faustrecht

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Zerlegung von faustrecht 2 Komponenten

faust+recht

faustrecht setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

faustrecht‑ als Erstglied (1 von 1)

Faustrechtszeiten

GWB

faustrecht·s·zeiten

Faustrechtszeiten für Zeiten ohne allg Rechtssicherheit [ Hercules zu Wieland: ] Meinst du, wir lebten wie das Vieh, weil eure Bürger sich v…